Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erwachsenen Adoption

| 19.06.2009 18:44 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Das Gericht möchte die Adresse des Vaters der Anzuhehmenden erfahren. Die Ehe der Eltern wurde vor über 30 Jahren wegen häuslicher Gewalt und Alkohol geschieden. Seitdem gibt es keinen Kontakt mehr. Die Mutter weigert sich, Nachforschungen zum Verbleib des Vaters zu machen, da sie Angst hat, daß der Vater bei Kenntnis der Adoption seiner Tochter wieder Druck und mehr auf die Anzunehmende und die Familie auch aus finanziellen Erwartungen ausüben wird.
Kann die Adoption ggf. auch ohne Anfrage/Info beim leiblichen Vater durchgeführt werden?

19.06.2009 | 20:49

Antwort

von


(525)
Schönbornstr. 41
60431 Frankfurt
Tel: 069 - 523140
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Bei der Adoption Volljähriger ist die Einwilligung der Eltern nach § 1768 I 2 BGB dann nicht erforderlich, wenn die Wirkungen wie bei Minderjährigen nicht eintreten sollen, d.h. wenn die die vorherigen Verwandtschaftsverhältnisse durch die Annahme nicht aufgelöst werden (§ 1770 Abs. 2 BGB ).

Wenn die Annahme Volljähriger die Wirkungen wie bei Minderjährigen nach § 1772 BGB haben soll, kommt es gemäß § 1755 BGB zum Erlöschen des Verwandtschaftsverhältnisses zu dem leiblichen Elternteil, mit der Folge, dass Unterhalts- und Erbansprüche betroffen werden. Nachdem die Adoptionsentscheidung weiterhin unanfechtbar ist, darf die Annahme gem. § 1772 Abs. 1 Satz 2 BGB dann nicht ausgesprochen werden, wenn ihr überwiegende Interessen der Eltern des Anzunehmenden entgegenstehen. Um ihre Interessen im Verfahren darlegen zu können, müssen die Eltern von dem Annahmeverfahren in Kenntnis gesetzt werden (vgl. BVerfG FamRZ 2008, 243 ).

Der leibliche Vater der Anzunehmenden ist im Ergebnis von den Wirkungen der Minderjährigenannahme in seinen Rechten betroffen, so dass ihm nach Art. 103 GG rechtliches Gehör zu gewähren ist. Andererseits ist es grundsätzlich nicht ausgeschlossen, bei gewichtigen Gründen von einer Verfahrensbeteiligung abzusehen. Dem steht auch die genannte Bundesverfassungsgerichtsentscheidung nicht entgegen. Vielmehr hat das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung gerade auch diese Frage geprüft, aufgrund der Umstände des zugrundeliegenden Falles jedoch das Vorliegen rechtfertigender Gründe für das Absehen des betroffenen Elternteils an der Verfahrensbeteiligung verneint. In dem von Ihnen geschilderten Fall werden meiner Auffassung nach jedoch voraussichtlich gute Aussichten bestehen, dass der Vater der Anzunehmenden nicht am Verfahren beteiligt wird. Dies wird insbesondere dann gelten, wenn der Vater nachweislich auch gegenüber der Anzunehmenden gewalttätig geworden ist und ggf. weiter vorgetragen werden kann, dass die Anzunehmende während ihrer Bedürftigkeit von dem Vater nicht versorgt, sondern vielmehr vernachlässigt wurde und Unterhaltsansprüche daher verwirkt sind. Darüber hinaus sollte als „Rechtfertigungsgrund“ angegeben werden, dass die Adresse des Vaters ohnehin unbekannt sei und zudem befürchtet werden müsse, dass der Vater bei Kenntnis der Anschrift der Anzunehmenden diese bedrängen werde.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
J. Petry-Berger
Rechtsanwältin


Rückfrage vom Fragesteller 21.06.2009 | 09:49

Wir wollen eine Erwachsenenadoption nach § 1768/2 BGB, die vorherigen Verwandschaftsverhältnisse sollen nicht aufgelöst werden. Ist dann die Teilnahme des leiblichen Vaters (Adresse unbekannt) überhaupt erforderlich???
Sonntagsgrüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.06.2009 | 17:22

Sehr geehrter Fragesteller,

nachdem Sie mitteilen, dass die Adoption nicht mit den Wirkungen der Minderjährigenadoption ausgesprochen werden soll, wird zur Wahrung der Interessen des leiblichen Vaters dessen Anhörung und damit seine ` Beteiligung ´ am Verfahren nicht geboten sein. Denn der Anspruch auf rechtliches Gehör steht „nur“ demjenigen zu, dem gegenüber die gerichtliche Entscheidung materiellrechtlich wirkt und der deshalb von dem Verfahren rechtlich unmittelbar betroffen wird. Bleibt das Verwandtschaftsverhältnis zu dem leiblichen Vater trotz der Adoption erhalten, werden jedoch weder unterhalts- noch erbrechtliche Ansprüche betroffen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.06.2009 | 17:22

Sehr geehrter Fragesteller,

nachdem Sie mitteilen, dass die Adoption nicht mit den Wirkungen der Minderjährigenadoption ausgesprochen werden soll, wird zur Wahrung der Interessen des leiblichen Vaters dessen Anhörung und damit seine ` Beteiligung ´ am Verfahren nicht geboten sein. Denn der Anspruch auf rechtliches Gehör steht „nur“ demjenigen zu, dem gegenüber die gerichtliche Entscheidung materiellrechtlich wirkt und der deshalb von dem Verfahren rechtlich unmittelbar betroffen wird. Bleibt das Verwandtschaftsverhältnis zu dem leiblichen Vater trotz der Adoption erhalten, werden jedoch weder unterhalts- noch erbrechtliche Ansprüche betroffen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

Bewertung des Fragestellers 21.06.2009 | 09:40

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Antwort kam schnell und gut. Ich habe noch eine kurze Frage, weiß aber nicht , diese zu plazieren ohne zusätzliche Kosten zu generieren.
mfG

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 21.06.2009
4,4/5,0

Antwort kam schnell und gut. Ich habe noch eine kurze Frage, weiß aber nicht , diese zu plazieren ohne zusätzliche Kosten zu generieren.
mfG


ANTWORT VON

(525)

Schönbornstr. 41
60431 Frankfurt
Tel: 069 - 523140
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Insolvenzrecht, Versicherungsrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht