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Erpressung

| 20.05.2011 12:59 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


18:43

Eine Freundin von mir ist Angeklagt der Erpressung in 8 Fällen der Gesamtschaden beläuft sich auf 10500 euro diesen schaden hat sie an das opfer bereits zurückbezahlt der Anwalt meiner freundin hat dies beim gericht auch belegt mit beglaubigten kopien der überweisungsbelege. Geständnis hat sie abgelegt.Das Verfahren findet vor dem Einzelrichter statt es wurden keine Zeugen geladen zum termin auch nicht der geschädigte! Meine frage ist nun mit welcher strafe hat sie zu rechnen? Ihr Anwalt geht von einer geld oder Bewährungsstrafe aus Sie ist berufstätig nicht vorbestraft geschieden und hat 2 kinder!Angewendet wird erwachsenenstrafrecht!Sie ist Strafrechtlich bisher nie in erscheinung getreten!

danke im vorraus

20.05.2011 | 14:08

Antwort

von


(141)
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44139 Dortmund
Tel: 0231 580 94 95
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Sehr geehrte Ratsuchende,


ich bedanke mich für die Frage.

1.
Der Strafrahmen bei der Erpressung liegt nach § 253 StGB: Erpressung bei Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Ein besonders schwerer Fall (Absatz 4) liegt wohl nicht vor.

2.
Nach welchen Prinzipien die auszusprechende Strafe ermittelt wird, also die Grundsätze der Strafzumessung findet man in § 46 StGB: Grundsätze der Strafzumessung :

„ (1) Die Schuld des Täters ist Grundlage für die Zumessung der Strafe. Die Wirkungen, die von der Strafe für das künftige Leben des Täters in der Gesellschaft zu erwarten sind, sind zu berücksichtigen.
(2) Bei der Zumessung wägt das Gericht die Umstände, die für und gegen den Täter sprechen, gegeneinander ab. Dabei kommen namentlich in Betracht:
die Beweggründe und die Ziele des Täters,
die Gesinnung, die aus der Tat spricht, und der bei der Tat aufgewendete Wille,
das Maß der Pflichtwidrigkeit,
die Art der Ausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat,
das Vorleben des Täters, seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie
sein Verhalten nach der Tat, besonders sein Bemühen, den Schaden wiedergutzumachen, sowie das Bemühen des Täters, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen.
(3) Umstände, die schon Merkmale des gesetzlichen Tatbestandes sind, dürfen nicht berücksichtigt werden."

Wie Sie sehen, wird sich das Gericht also ein umfassendes Bild von den Taten und der Täterin machen und für alle acht Fälle entscheiden.

Umfassend bedeutet, dass die Schuld von einer Vielzahl von Faktoren abhängt. Z.B. wie schwer das strafbare Verhalten wiegt. Wie schwer das Opfer geschädigt ist oder wie viel „kriminelle Energie" aus der Tat spricht etc. Nicht zuletzt auch, welchen Eindruck Ihre Freundin in der Hauptverhandlung auf das Gericht hinterläßt.

Gegen Ihre Freundin spricht, dass es mehrere Taten waren und der Schaden einigermaßen hoch ist.
Für Ihre Freundin sprechen selbstverständlich das umfassende Geständnis und das Nachtatverhalten. Gut ist auch, dass sie strafrechtlich nicht vorbelastet ist.

3.
Bei mehreren Taten in einer Verhandlung wird dann aus den Einzelstrafen gemäß § 54 StGB: Bildung der Gesamtstrafe eine Gesamtstrafe gebildet.

4.
Aus der Tatsache, dass keine Zeugen geladen lässt sich direkt nichts herleiten. Das passiert in der Regel, wenn der Täter die Tat so wie sie angeklagt ist umfassend gesteht.

5.
Gemäß § 25 GVG entscheidet der Strafrichter (als Einzelrichter), wenn niedrigere Strafen als zwei Jahre Freiheitsstrafe zu erwarten sind.

6.
Bei der Frage der Strafaussetzung zur Bewährung (§ 56 StGB: Strafaussetzung ) wird eine Prognose über den Täter gemacht. Es wird sozusagen die Frage gestellt, ob der Täter sich auch von einer Strafe mit Bewährung beeindrucken lässt.

7.
Eine vernünftige Prognose über die Strafe kann ich leider nicht abgeben, da ich den Fall überhaupt nicht kenne. Um den Fall aussagekräftig beurteilen zu können, ist auf jeden Fall einer Begutachtung der Verfahrensakte erforderlich. Und selbst dann bleibt die Höhe der Strafe letztendlich eine Entscheidung des Gerichts, dessen Auffassung es vorher leider nicht preisgibt. Im günstigsten Fall wird es zu einer Geldstrafe kommen. Es kann allerdings auch eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden. In diesem Fall spricht nach Ihrer Schilderung mehr dafür, dass die Strafe eher zur Bewährung ausgesetzt werden wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Überblick verschaffen konnte.

Die von mir erteilte Rechtsauskunft basiert ausschließlich auf Ihren Sachverhaltsangaben. Meine Antwort ist eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, so wie er von Ihnen geschildert wurde. Um eine ausführliche Begutachtung vorzunehmen, ist eine persönliche Beratung im Rahmen eines Mandats zwingend erforderlich. Es kann sich nämlich eine ganz andere rechtliche Beurteilung ergeben, wenn noch weitere Informationen hinzukommen oder andere weggelassen werden.


Mit besten Grüßen
Sebastian Belgardt


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Rückfrage vom Fragesteller 20.05.2011 | 18:29

Danke für Ihre Antwort!
In der Anklageschrift steht nichts von besonders schweren fall würde es denn drin stehen wenn dies so angeklagt wird? Und was genau ist unter vorleben zu verstehen worauf sieht das gericht dort? Ihr Anwalt meinte eine Verurteilung zu einer Strafe ohne bewährung sei unwahrscheinlich aufgrund der geständigkeit und der schadenswidergutmachung und weil sie nicht vorbestraft ist!

danke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.05.2011 | 18:43

Wenn nichts von einem besonders schweren Fall in der Anklageschrift steht, dann ist auch keiner angeklagt.

Unter Vorleben versteht man insbesondere das strafrechtliche Vorleben. Es ist also - wie bereits ausgeführt - gut für Ihre Freundin, dass sie bislang keine strafrechtlichen Verurteilungen hat.

Ich denke, wenn der Rechtsanwalt Ihrer Freundin, der ja die Akte und Ihre Freundin kennt - es als unwahrscheinlich einschätzt, dass eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung ausgesprochen wird, wird diese Einschätzung auch Hand und Fuß haben.

Ich wünsche alles Gute und einen angenehmen Abend,
Sebastian Belgardt

Bewertung des Fragestellers 22.05.2011 | 17:23

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