Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Drei konkrete Fragen in einem simplen Erbfall


| 05.02.2007 09:40 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Anwälte,

ich bitte Sie, meine Mutter und mich in einer gemeinsamen Erbsache zu beraten.

Sachlage:
Meine Eltern waren bis zum Tod meines Vaters 1992 fast 40 Jahre lang in Zugewinngemeinschaft verheiratet. Gut zehn Jahre vor dem Tod meines Vaters erbte meine Mutter von ihrem Vater Antiquitäten, ein kleines vermietetes Apartment in einer Großstadt und ein Geldvermögen im niedrigen sechsstelligen D-Mark-Bereich.

Als mein Vater dann 1992 starb, bestand das eheliche Vermögen aus der elterlichen Eigentumswohnung, dem geerbten Apartment, aus Antiquitäten sowie aus einem Geldvermögen von umgerechnet rund 400.000 Euro.

Als einziges "Kind" erhielt ich 1992 zusammen mit meiner Mutter vom Amtsgericht einen gemeinschaftlichen Erbschein "zu je 1/2" sowie einen Grundbuchauszug, der mich zum Miteigentümer der ehemals elterlichen Eigentumswohnung machte. Einen geänderten Grundbuchauszug für das Stadt-Apartment habe ich nicht erhalten, mich aber auch nie darum gekümmert.

1. Frage: Bin ich angesichts der Zugewinngemeinschaft meiner Eltern auch Miteigentümer des kleinen, von meiner Mutter während der Ehe geerbten Apartments? (Wenn ja, ist es aus juristischer Sicht richtig, dies dem Grundbuchamt bzw. dem zuständigen Amtsgericht unter Vorlage des Erbscheins etc. kundzutun?)

Sachlage:
Da meine Mutter unter dem Tod meines Vaters jahrelang litt, brachte ich es nicht übers Herz, meinen Erbteil bei ihr nachdrücklich einzufordern. Ich hatte von meinem Vater sowieso Vollmacht auf alle elterlichen Konten und kümmerte mich nun an Stelle meines Vaters um die Geldanlagen für meine Mutter in der Erbengemeinschaft mit mir. Ein formeller Übertrag meines Erbteils von dem unter dem Namen meiner Mutter geführten Konto an mich scheiterte daran, dass meine Mutter nie zur Kenntnis nehmen wollte, dass ich gleichberechtigter Miterbe war und bin. Einfach gesagt: Ich wollte ihr nicht wehtun durch eine simple Überweisung meines Erbteils an mich, obwohl ich die nötigen Bankvollmachten dafür hatte und nach wie vor habe.

2. Frage: Habe ich durch mein 15 Jahre langes Zögern, meiner Mutter meinen Erbteil zu entziehen, durch etwaige "Verjährung" Erbansprüche aufgegeben?

Sachlage:
Das gemeinsam geerbte Geldvermögen von ursprünglich umgerechnet etwa 400.000 Euro hat sich inzwischen erfreulicherweise durch Zinsen und Kursgewinne mehr als verdoppelt. Ich möchte dieses Vermögen nun doch gerne auf meine Mutter und mich zu gleichen Teilen aufteilen. Dies wäre für meine Mutter und für uns beide insgesamt z.B. aus steuerlicher Sicht vorteilhaft.

3. Frage: Hat mein Erbanteil am erzielten Kapitalzuwachs durch Zinsen und Kursgewinne des gemeinsamen Erbes teilgenommen? (Dies gilt - so glaube ich - womöglich umso mehr, als meine Mutter zum Lebensunterhalt einige Erträge aus dem Gemeinschaftserbe verbraucht hat, während ich weder vom Kapital noch vom Ertrag je etwas entnahm.)

Erlauben Sie mir eine persönliche Anmerkung: Meine Mutter ist seit über 50 Jahren Hausfrau und gehört einer Kriegsgeneration an, die keine hervorragende Schulbildung erhielt. Sie versteht juristische und manche geschäftlichen Sachverhalte nur mit Mühe. Deshalb mein Wunsch an Sie: Bemühen Sie sich bitte um möglichst verständliche und möglichst kurze Antworten, die den Kern der drei Fragen treffen.

Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen


(Sohn)
(Mutter)
05.02.2007 | 10:46

Antwort

von


221 Bewertungen
Eiermarkt 2
30938 Burgwedel
Tel: 05139 - 9 70 333 4
Web: www.hellmannundpaetsch.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
herzlichen Dank für Ihre Online-Anfrage. Ich hoffe, zu einer schnellen Klärung Ihres Falles beitragen zu können. Zur Lösung:

1. Nein, durch die Zugewinngemeinschaft sind Sie nicht (über die Erbschaft) Miteigentümer des Hauses geworden. In der Zugewinngemeinschaft verbleibt es beim Eigentum jedes Ehegatten an seinen Sachen. Gerade deswegen wird nach Beendigung des Güterstandes ein Ausgleich vorgenommen. Dementsprechend ist beim Tod Ihres Vaters nur die Mutter Eigentümer des Hauses gewesen. Es fällt damit nicht in die Erbmasse.

2. Eine „Verjährung der Auseinandersetzung“ ist nicht gegeben. Zum einen verjähren erbrechtliche Ansprüche nach geltendem wie vorherigem Recht erst nach 30 Jahren. Darüber hinaus besteht hier eine Erbengemeinschaft, deren Auseinandersetzung unverjährbar betrieben werden kann.


3. Es lag bei Ihnen eine Erbengemeinschaft vor. Dies ist eine „Art Gesellschaft“. Dementsprechend gehört Ihnen und Ihrer Mutter seit dem Erbfall ein ideeler Anteil am Nachlass. Wenn dich dieser Nachlass durch Zinsen pp. vermehrt hat, wird dies für beide gleichsam berücksichtigt. Es sei denn, abgrenzbare, bereits auseinandergesetzte Vermögensteile wären vom Kursgewinn betroffen. Dies haben Sie so aber nicht geschildert. Daher dürfte es zu vernachlässigen sein.


Für Rückfragen stehe ich natürlich im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit gerne zur Verfügung. Ist eine weitere, dringend zu empfehlende Vertretung gewünscht, kontaktieren Sie mich einfach über die untenstehende E-Mail!

Mit freundlichen Grüßen
RA Hellmann



Burgwedel 2007
mail(at) anwaltskanzlei-hellmann.de


Die vorstehende, summarische Lösung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Beachten Sie bitte, dass aufgrund der Beschränkung durch das Medium Internet eine abschließende rechtliche Würdigung regelmäßig nicht möglich ist. Außerdem können geringfügige Abweichungen des Sachverhalts völlig abweichende rechtliche Ergebnisse bedingen! Dementsprechend wird, wie die Plattform-Bedingungen es vorsehen, nur ein erster Überblick, dessen Umfang auch vom gebotenen Einsatz abhängt, geboten. Daher kann meine Antwort das umfassende, verbindliche und abschließende Beratungsgespräch durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens keineswegs ersetzen. Bitte beachten Sie dies!


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 05.02.2007 | 11:26

Sehr geehrter Herr Hellmann,

vielen Dank für Ihre klaren Antworten.

Zu ihrer nachfolgenden ersten Antwort habe ich noch eine Zusatzfrage.

"1. Nein, durch die Zugewinngemeinschaft sind Sie nicht (über die Erbschaft) Miteigentümer des Hauses* (*muss heißen Apartments, Anm. des Fragestellers) geworden. In der Zugewinngemeinschaft verbleibt es beim Eigentum jedes Ehegatten an seinen Sachen."

Gehört zu den "Sachen" meiner Mutter auch das während der Ehe von ihrem Vater geerbte D-Mark-Vermögen, während die nachfolgende Kapitalvermehrung daraus, die während der Ehe aus Zinsen und Zinseszinsen entstand, einen Zugewinn für beide Ehepartner darstellen und somit durchaus in die Erbmasse beim Tod meines Vaters fallen?

Nochmals meinen herzlichem Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.02.2007 | 12:43

Danke für Ihre Nachfrage, die ich gerne beantworten möchte. Bitte sehen Sie mir die kleine Ungenauigkeit bzgl. des Apartments.

Weges des ererbten Geldes gilt, dass dies freilich im Vermögen Ihrer Mutter verbleibt. Die Kapitalvermehrung daraus bleibt ebenso im Vermögen der Mutter, da ein Zugewinnausgleichsanspruch für den Verstorbenen nicht entstanden ist.

Hochachtungsvoll

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Danke. Die Antworten waren sehr erhellend. Es hat sich daraus zwar noch eine weitere Zusatzfrage ergeben, was aber in der Natur der Sache liegt. Ich werde die weitere Zusatzfrage möglicherweise in einer späteren Frage stellen oder mich per mail direkt an den antwortenden Anwalt wenden - gegen entsprechende Vergütung natürlich.

Einstweilen besten Dank. "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Danke. Die Antworten waren sehr erhellend. Es hat sich daraus zwar noch eine weitere Zusatzfrage ergeben, was aber in der Natur der Sache liegt. Ich werde die weitere Zusatzfrage möglicherweise in einer späteren Frage stellen oder mich per mail direkt an den antwortenden Anwalt wenden - gegen entsprechende Vergütung natürlich.

Einstweilen besten Dank.


ANTWORT VON

221 Bewertungen

Eiermarkt 2
30938 Burgwedel
Tel: 05139 - 9 70 333 4
Web: www.hellmannundpaetsch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Versicherungsrecht, Verkehrsrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Miet und Pachtrecht, Erbrecht