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Doppelte Haushaltsführung - Haupt und Nebenwohnung, Untervermietung

30.05.2011 17:37 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Hallo

Eine Freundin von mir ist beruflich Anfang 2011 von StadtX nach StadtY übersiedelt und bekommt vom Arbeitgeber die Auslagen für doppelte Haushaltsführung bis zu einer Höhe von 850 € monatlich über 3 Jahre erstattet (davon ca. 350 € Fahrt und ca. 550 € Mietkosten), falls sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Zwischenzeit nicht ändern.

Sie hat eine kleine Eigentumswohnung (40 qm) in StadtX - eigengenutzt - , in StadtY wohnt sie zur Miete.

Sie lebt seit 2 Jahren getrennt von ihrem Ehemann.

StadtX und StadtY liegen ca. 550 km entfernt voneinander.

Sie ist noch regelmäßig in StadtX bzw. wird aus StadtX besucht - allerdings nur am Wochenende.

Bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt in StadtY (große Stadt in Bayern und Landeshauptstadt) wollte sie eigentlich StadtY als Zweitwohnung anmelden, der Beamte sagte ihr aber dass StadtY laut geltender lokaler Statuten ihr Hauptwohnsitz sei, da sie im Durchschnitt mehr Zeit in StadtY als in StadtX verbringe - weil sie eben in StadtY arbeitet und mehr als 4 Tage die Woche da sei - wie das steuerlich zu bewerten sei wisse der Beamte aber nicht.

Frage:

Kann es sein, dass sie aufgrund des angemeldeten Hauptwohnsitzes in StadtY die steuerfreien Bezüge vom AG nachträglich versteuern muss?? Wie hoch wäre der Betrag den sie abführen müßte bei einem Einkommen von ca. 5000 € brutto (plus ca. 850 € DHH) pro Monat und Steuerklasse 4 und darf bzw. sollte sie ihren Hauptwohnsitz rückwirkend wieder nach StadtX verlegen?

Und noch eine Frage:

Sie hat einen Untermieter in ihre Wohnung gelassen von Januar bis April 2011 - jetzt ist die Wohnung wieder zu 100 % nur von ihr genutzt - Frage: Muss sie die Mieteinnahmen versteuern bzw. braucht sie diese nicht anzugeben? Sind für diese Zeit die VOraussetzungen für DHH überhaupt erfüllt wenn sie in der Zeit vom Januar bis April die Wohnung zwar sporadisch auch genutzt hat, aber hauptsächlich der Untermieter drin gewohnt hat und sie sich - wenn sie in StadtX war am Wochenende hauptsächlich bei Ihrem Freund aufgehalten hat?

Vielen Dank im Voraus für die Antworten und danke fürs genaue Lesen und beantworten... :-)


1. Melderecht und Steuerrecht müssen Sie trennen. Hier spielen noch andere Voraussetzungen eine Rolle, nämlich ob Sie die Voraussetzungen für die doppelte Haushaltsführung erfüllen.
Im Übrigen würde für Sie eventuellbei Anmeldung der Wohnung als Nebenwohnung statt als Hauptwohnung Zweitwohnungssteuer der Stadt München anfallen; wie auch in Zweitwohnungssteuer in vielen anderen Gemeinden in Oberbayern anfallen würde.

2. Einnahmen aus der Teiluntervermietung über 410 € im Jahr sind zu versteuern und in Ihrer Steuererklärung anzugeben. Sie können aber die anteiligen Raumkosten und die anteiligen Betriebskosten von den Einnahmen abziehen. In der Regel haben Sie keine Einkünfteerzielungsabsicht.

Nachfrage vom Fragesteller 31.05.2011 | 00:06

Habe ich ihre Antwort richtig verstanden: es spielt keinerlei Rolle welche Wohnung als Haupt und welche als Zweitwohnung gemeldet ist? (Zweitwohnungssteuerproblematik ist bekannt)
Dass die Vorraussetzungen für DHH erfüllt sein müssen ist klar aber welche sind das bzw. gibt es Obergrenzen z.B. nicht mehr als xx € steuerfrei wenn kein Kind und getrennt lebend bzw. nicht mehr als X Heimfahrten pro Monat oder ähnliches?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2011 | 01:35

Sie haben mich vollkommen richtig verstanden:
Für das Steuerrecht spielt es keine Rolle, welchen Meldestatus die Wohnungen bzw. Wohnsitze haben.

Eine doppelte Haushaltsführung haben nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 2 EStG Arbeitnehmer,


die beruflich außerhalb des Ortes, an dem sie einen eigenen Hausstand unterhalten, beschäftigt sind und


am Beschäftigungsort eine Zweitwohnung haben.



Eine Zweitwohnung in der Nähe des Beschäftigungsorts steht einer Zweitwohnung am Beschäftigungsort gleich. Eine doppelte Haushaltsführung liegt nicht vor, solange die berufliche Beschäftigung als Auswärtstätigkeit anzuerkennen ist. Der Abzug der Aufwendungen für eine Zweitwohnung am Beschäftigungsort ist auch bei gleichzeitiger Beschäftigung am Ort des Hausstands möglich.



3. Berufliche Veranlassung

Das Beziehen der Zweitwohnung oder die mit der Begründung einer Zweitwohnung verbundene Aufteilung einer Haushaltsführung auf zwei Wohnungen muss durch die berufliche Beschäftigung veranlasst gewesen sein.Eine berufliche Veranlassung liegt dann vor, wenn der Arbeitnehmer am neuen Beschäftigungsort eine Zweitwohnung anlässlich


einer Versetzung,


eines Arbeitgeberwechsels,


der erstmaligen Begründung eines Arbeitsverhältnisses

bezieht.



Ist die berufliche Veranlassung gegeben, ist es unerheblich, ob in der Folgezeit auch die Beibehaltung beider Wohnungen beruflich veranlasst ist. Der Wechsel der Familienwohnung am Heimatort ist unschädlich.Auch der Tausch der Familienwohnung bei Ehegatten steht einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung nicht entgegen.


Gleichgültig ist, ob die Zweitwohnung in zeitlichem Zusammenhang mit dem Wechsel des Beschäftigungsorts, nachträglich oder im Rahmen eines Umzugs aus einer privat begründeten Zweitwohnung bezogen worden ist.

Eine beruflich veranlasste Aufteilung einer Haushaltsführung liegt auch in den Fällen vor, in denen der eigene Hausstand nach der Eheschließung am Beschäftigungsort des ebenfalls berufstätigen Ehegatten begründet oder wegen der Aufnahme einer Berufstätigkeit des Ehegatten an dessen Beschäftigungsort verlegt und am Beschäftigungsort eine Zweitwohnung des Arbeitnehmers begründet worden ist.
Eine aus beruflichem Anlass begründete doppelte Haushaltsführung kann auch dann vorliegen, wenn ein Steuerpflichtiger seinen Haupthausstand aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegt und er darauf in einer Wohnung am Beschäftigungsort einen Zweithaushalt begründet, um von dort seiner bisherigen Beschäftigung weiter nachgehen zu können.Auf Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft ohne Kinder und auch auf Lebenspartner nach dem LPartG ist die Rechtsprechung zur beruflichen Vereinbarung eines doppelten Haushalts bei Eheleuten nicht generell übertragbar.

Bei verheirateten Arbeitnehmern kann für jeden Ehegatten eine doppelte Haushaltsführung beruflich veranlasst sein,


wenn die Ehegatten außerhalb des Ortes ihres gemeinsamen Hausstands an verschiedenen Orten beschäftigt sind und


am jeweiligen Beschäftigungsort eine Zweitwohnung beziehen.
Entsprechendes gilt, wenn beiderseits berufstätige Ehegatten am gemeinsamen Beschäftigungsort eine gemeinsame Zweitwohnung beziehen. Andererseits steht die Mitnahme des nicht berufstätigen Ehegatten an den Beschäftigungsort der beruflichen Veranlassung einer doppelten Haushaltsführung nicht entgegen.


Bezieht ein Arbeitnehmer, der seinen Hausstand vom Beschäftigungsort weg verlegt hat, nach mehreren Jahren oder aus gesundheitlichen Gründen, die in der Zwischenzeit eingetreten sind, am Beschäftigungsort eine Zweitwohnung, kann dies durch die berufliche Beschäftigung veranlasst sein.

4. Beendigung der doppelten Haushaltsführung


Die doppelte Haushaltsführung endet, wenn z.B. durch den Umzug der Familie an den Beschäftigungsort die Aufteilung in zwei Haushalte entfällt.



Die doppelte Haushaltsführung setzt voraus, dass der Arbeitnehmer einen eigenen Hausstand außerhalb des Beschäftigungsortes unterhält.



Überblick der Voraussetzungen für einen eigenen Hausstand:

Der Arbeitnehmer hat bei Begründung der doppelten Haushaltsführung eine seinen Lebensverhältnissen entsprechend eingerichtete Wohnung; dabei kommt es nicht darauf an, ob die Räumlichkeiten den bewertungsrechtlichen Anforderungen an eine Wohnung gerecht werden;


die Nutzung der Wohnung erfolgt aus eigenem Recht, z.B. als Eigentümer, Mieter oder Untermieter oder aus einem gemeinsamen oder abgeleiteten Nutzungsrecht wie beim Mitbewohnen einer Wohnung der Lebensgefährtin;


in der Wohnung muss der Steuerpflichtige einen Haushalt unterhalten, d.h. er muss die Haushaltsführung bestimmen oder wesentlich mitbestimmen. Insoweit hat ein Steuerpflichtiger, der in den Haushalt der Eltern eingegliedert ist oder ein Zimmer in der elterlichen Wohnung bewohnt - wenn auch gegen Kostenbeteiligung - keinen eigenen Hausstand;


die Wohnung muss den Mittelpunkt der Lebensinteressen darstellen und nicht nur gelegentlich zu Besuchszwecken oder für Urlaubsaufenthalte vorgehalten werden (s. R 9.11 Abs. 3 LStR)

Bei größerer Entfernung zwischen dieser Wohnung und der Zweitwohnung insb. bei einer Wohnung im Ausland ist diese als Lebensmittelpunkt anzuerkennen, wenn in der Wohnung auch bei Abwesenheit des Steuerpflichtigen hauswirtschaftliches Leben herrscht, an dem sich der Steuerpflichtige sowohl durch persönliche Mitwirkung als auch finanziell maßgeblich beteiligt. Es muss wenigstens eine Heimfahrt im Kalenderjahr durchgeführt werden. Bei weiter entfernten Heimatländern wie Australien oder Japan müssen mindestens alle 2 Jahre Heimfahrten unternommen werden, damit der Lebensmittelpunkt für die doppelte Haushaltsführung noch in der Heimatwohnung angenommen werden kann.



6. Arbeitnehmer ohne eigenen Hausstand

Arbeitnehmer ohne eigenen Hausstand, wie z.B. ein Lediger, der in den Haushalt der Eltern eingegliedert ist, können keine Mehraufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung absetzen. Für die Heimfahrten kann lediglich die Entfernungspauschale gem. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG geltend gemacht werden. Ein eigener Hausstand ist dabei nicht davon anhängig, ob der Wohnraum ohne finanzielle Gegenleistung unentgeltlich genutzt wird. Ein eigener Hausstand kann auch gegeben sein, wenn die Wohnung von den Eltern an ihr Kind kostenfrei überlassen wird.


7. Wohnung am Beschäftigungsort


Eine Zweitwohnung am Beschäftigungsort - in der politischen Gemeinde der Arbeitsstätte oder deren Einzugsbereich - die aus beruflichen Gründen bewohnt wird, kann sein:


Eigentumswohnung,


ggf. Hotel- oder Pensionszimmer,


möbliertes Zimmer,


Gemeinschaftsunterkunft,


Gleisbauzug,


Bordkabine (bei Binnenschiffen und Seeleuten),


Kasernenunterkunft.


Es wird nicht gefordert, dass der Arbeitnehmer am Beschäftigungsort eine fest angemietete Unterkunft zur jederzeitigen Verfügung hat. Es ist unerheblich, wie oft der Arbeitnehmer tatsächlich in der Zweitwohnung übernachtet. Das gelegentliche Übernachten in einem Hotel am Beschäftigungsort genügt nach Verwaltungsmeinung.Bei der Anmietung einer Wohnung des Ehegatten besteht kein Gestaltungsmissbrauch.

8. Wahlrecht

Werden mehr als eine Heimfahrt wöchentlich durchgeführt, so besteht ein Wahlrecht:


Abzug der in Betracht kommenden Mehraufwendungen wegen doppelter Haushaltsführung (nur eine Heimfahrt wöchentlich mit 0,30 € je Entfernungskilometer + Verpflegungsmehraufwand + Unterkunftskosten) oder


Abzug - nur - der Aufwendungen für Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte mit der Entfernungspauschale von 0,30 € je Entfernungskilometer.


Wählt der Arbeitnehmer den Abzug der Fahrtkosten, so kann er Verpflegungsmehraufwand im Rahmen der doppelten Haushaltsführung und Aufwendungen für die Zweitwohnung auch dann nicht geltend machen, wenn ihm Fahrtkosten nicht an jedem Arbeitstag entstanden sind, weil er sich in Rufbereitschaft zu halten oder mehrere Arbeitsschichten nacheinander abzuleisten hatte.

Hat der Arbeitgeber die Zweitwohnung unentgeltlich oder teilentgeltlich zur Verfügung gestellt, so sind die abziehbaren Fahrtkosten um den für diesen Sachbezug maßgebenden Wert zu kürzen.
Der Arbeitnehmer kann das Wahlrecht bei derselben doppelten Haushaltsführung für jedes Kalenderjahr nur einmal ausüben.



9. Fahrtkosten
a) Erste bzw. letzte Fahrt


Die tatsächlichen Aufwendungen für die erste Fahrt zum Beschäftigungsort und die letzte Fahrt vom Beschäftigungsort zum Ort des eigenen Hausstandes können als Werbungskosten berücksichtigt werden. Wird für die Fahrten ein eigenes Kfz benutzt, können die Aufwendungen wie bei Auswärtstätigkeiten entweder mit den tatsächlich nachgewiesenen Kosten oder mit dem jeweiligen km-Satz - bei Pkw mit 0,30 € je gefahrenen Kilometer - berücksichtigt werden.

b) Familienheimfahrten (Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Sätze 3 bis 6)

Zusätzlich können die Aufwendungen für eine Heimfahrt wöchentlich als Werbungskosten geltend gemacht werden. Zur Abgeltung der Aufwendungen ist eine Entfernungspauschale von 0,30 € für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen dem Ort des eigenen Hausstands und dem Beschäftigungsort anzusetzen. Für die Bestimmung der Entfernung ist die kürzeste, ggf. die längere verkehrsgünstigere Straßenverbindung maßgebend (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 5 i.V.m. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG). Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung sind von der Entfernungspauschale ausgeschlossen (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 5 i.V.m. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 3 EStG). Der Höchstbetrag von 4 500 € pro Kalenderjahr gilt im Rahmen der doppelten Haushaltsführung nicht.[

Wird der Steuerpflichtige am Wochenende von seiner Familie besucht, treten deren Fahrtkosten an die Stelle der Kosten für eine Familienheimfahrt des Arbeitnehmers. Diese Kosten können allerdings nur insoweit berücksichtigt werden, als sie auch dem Arbeitnehmer für die Familienheimfahrt entstanden wären.

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