Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Doppelte Haushaltsführung - Haupt/Nebenwohnung

| 16.01.2008 11:50 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


14:00

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit ca. 1 Jahr bei einem neuen Arbeitgeber beschäftigt, der ca. 80 km von meinem derzeitigen Wohnort entfernt ist. In der bisherigen Wohnung (Miete) wohne ich mit meiner Lebensgefährtin (Freundin ohne Eintragung von Lebensgemeinschaft etc.), die auch am Wohnort arbeitet.

Nun habe ich mir an meinem Beschäftigungsort eine zweite Wohnung gemietet (kleiner als die gemeinsame derzeitige Wohnung) und möchte mich nun dort beim Einwohnermeldeamt melden sowie einen Freibetrag auf der Steuerkarte eintragen lassen (falls möglich). Ich werde jedes Wochenende heimfahren, da mein Lebensmittelpunkt der jetztige Wohnort darstellt (Freundin, Bekannte, Vereine etc.)

Folgende Fragen dazu:
Ist es für das Finanzamt entscheidend was Haupt- und Nebenwohnung ist? Denn das Meldeamt in der Stadt meint, die neue Wohnung = meine neue Hauptwohnung. Würde dann die alte Wohnung (derzeitige Hauptwohnung) zugleich meine Nebenwohnung werden (Zweitwohnsteuer dann am "alten" Wohnort)? Kann ich hier trotzdem Kosten für doppelte Haushaltsführung (Mietkosten, Umzugskosten, Einrichtungskosten, VMA die ersten 3 Monate, Heimfahrten etc.) geltend machen? Falls ja, welche Mietkosten? Die für die bestehende - vermutlich neue Nebenwohnung - oder die für die neue - vermutlich auch neue Hauptwohnung?

Ich bin mir bewusst, dass Sie Anwälte und keine Steuerberater sind. Die wichtigste Frage die sich mir stellt ist die, ob es nun beim Anmelden entscheidend ist wo meine Hauptwohnung und wo meine Nebenwohnung liegt und ob ich grundsätzlich berechtigt bin doppelte Haushaltsführung anzusetzen.

Vielen Dank im voraus.

16.01.2008 | 12:57

Antwort

von


(141)
Muldestr. 19
51371 Leverkusen
Tel: 0214 / 2061697
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Eine doppelte Haushaltsführung haben Arbeitnehmer, die beruflich außerhalb des Ortes, an dem sie einen eigenen Hausstand (Lebensmittelpunkt) unterhalten, beschäftigt sind und am Beschäftigungsort eine Zweitwohnung haben.
Bei ledigen Arbeitnehmern befindet sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen an dem Wohnort, zu dem die engeren persönlichen Beziehungen bestehen. Die persönlichen Beziehungen können ihren Ausdruck besonders in Bindungen an Personen, z. B. Eltern, Verlobte, Freundes- und Bekanntenkreis, finden, aber auch in Vereinszugehörigkeiten und anderen Aktivitäten. Sucht der Arbeitnehmer diese Wohnung im Durchschnitt mindestens zweimal monatlich auf, ist davon auszugehen, dass sich dort der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen befindet (R 9.10 Abs. 1 Sätze 6 – 8 LStR 2008).
Vor diesem Hintergrund stellt Ihre „alte“ Wohnung die Hauptwohnung dar und die „neue“ Zweitwohnung die Nebenwohnung, für die sie ggfs. zweitwohnungssteuerpflichtig sind.

Im Rahmen der doppelten Haushaltsführung können Sie demnach folgende Aufwendungen geltend machen:

• die Fahrtkosten aus Anlass der Wohnungswechsel zu Beginn und am Ende der doppelten Haushaltsführung sowie für wöchentliche Heimfahrten an den Ort des eigenen Hausstands.
• Verpflegungsmehraufwendungen für die ersten drei Monate.
• Aufwendungen für die Zweitwohnung. Zu diesen Aufwendungen gehört auch die für diese Wohnung zu entrichtende Zweitwohnungssteuer (R 9.11 Abs. 8 Satz 2 LStR 2008).
• Umzugskosten.

Für diese Aufwendungen können Sie sich auch auf Ihrer Lohnsteuerkarte auch einen entsprechenden Freibetrag eintragen lassen, sofern die Aufwendungen den Betrag von 1.520,00 € (920,00 € Arbeitnehmer-Pauschbetrag + 600,00 € Eintragungsgrenze) übersteigen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse.
Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann. Im Übrigen ist der Umfang der gegebenen Antwort auch abhängig von der Höhe des ausgelobten Einsatzes.


Rückfrage vom Fragesteller 16.01.2008 | 13:17

Hallo Herr Schweizer,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

"Vor diesem Hintergrund stellt Ihre „alte“ Wohnung die Hauptwohnung dar und die „neue“ Zweitwohnung die Nebenwohnung, für die sie ggfs. zweitwohnungssteuerpflichtig sind."

Genau das ist mein Problem, da mir die Stadt München bei der Anmeldung der Zweitwohnung diese als neue Hauptwohnung zuweisen will - mit dem Verweis auf Art. 15 Abs. 2 MeldeG: ist die Hauptwohnung die vorweigend benutzte Wohnung des Einwohners.

Weiter: Mit der Einführung des sog. objektivierten Hauptwohnungsbegriffes wurde festgelegt, dass ein Einwohner im wesentlichen nicht mehr frei bestimmen kann, welche von den mehreren Wohnungen er als seine Hauptwohnung betrachtet.

Nun können Ehepartner bzw. eine Lebenspartnerschaft führende Einwohnuner eine "Familienwohnung" definieren.

Muss ich hierzu meine Lebenspartnerschaft eingetragen haben oder reicht es für das Finanzamt und Einwohnermeldeamt aus, wenn ich ausreichend darlege dass ich mit meiner Freundin zusammen am "alten" Wohnort zusammen lebe und ich mich dort auch "heimisch" fühle (Bekannte usw)?

Nochmals vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.01.2008 | 14:00

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Eine Eintragung ist nicht erforderlich; es reicht völlig aus, wenn Sie dem Einwohnermeldeamt und Finanzamt ausreichend und glaubhaft darlegen, dass Sie mit Ihrer Freundin den Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen am "alten" Wohnort haben.

Viele Grüße

Reinhard Schweizer
RA, Dipl.-Fw.

Bewertung des Fragestellers |

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

wunderbar alles geklärt!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Reinhard Schweizer »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5,0

wunderbar alles geklärt!


ANTWORT VON

(141)

Muldestr. 19
51371 Leverkusen
Tel: 0214 / 2061697
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Familienrecht, Gesellschaftsrecht, Steuerrecht, Verwaltungsrecht