Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Dienstwagen - Steuer - Zweitwohnsitz/Hotel - Familienheimfahrten

04.08.2022 09:38 |
Preis: 40,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

bei meiner Frage geht es im Prinzip um gleiches Thema wie hier im Forum schon mal angesprochen:

https://www.frag-einen-anwalt.de/Dienstwagen-Steuer-Zweitwohnsitz-Hotel--f347439.html

Ich beabsichtige wie der Fragesteller damals, meine Zweitwohnung (Miete) aufzugeben und die wenigen einzelnen Tage im Hotel zu schlafen oder am gleichen Tag wieder heimzufahren. (Bin dann nur 1 Tag/Woche im Büro)

Damals wurde in der Nachfrage vom Anwalt geantwortet, dass Fahrten direkt von Daheim an die 1. Tätigkeitsstätte als Arbeitsweg anzusetzen sind. Bei mir sind das ca. 200km einfach.

Ist es aber nicht so, dass eine Fahrt pro Woche als "Familienheimfahrt" zählt und somit nicht als Geldwertervorteil gilt?

Ablauf wäre wie folgt:

1x pro Woche morgens hin und abends zurück
= Familienheimfahrt = "Steuerfrei"

oder

1x pro Woche morgens hin, eine Nacht im Hotel vor Ort, nächsten Tag zurück
> Fahrt ins Büro = Familienheimfahrt = "Steuerfrei"
> Fahrt ins Hotel bzw. vom Hotel ins Büro = Arbeitsweg = zu versteuern ggf. Auto im Büro stehen lassen und zu Fuß gehen, dann "Steuerfrei" da keine Arbeitsweg

Mit beiden Varianten hätte ich doch keinen "Arbeitsweg" zu versteuern sondern lediglich die 1% Bruttolistenpreis, oder nicht?

Vorab vielen Dank für schnelle Beantwortung.
Mit freundlichen Grüßen, xxx

06.08.2022 | 16:17

Antwort

von


(349)
Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn Sie darauf abstellen, dass eine Fahrt / Woche als Familienheimfahrt zählt, entnehmen Sie diesen Begriff aus dem Rechtskreis der doppelten Haushaltsführung (Werbungskosten) gem. § 9 Abs. I S. 3 Nr. 5 S. 6 EStG:

ZITAT: (3) Werbungskosten sind auch
5) notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung entstehen.

Das hat mit den Rechtskreis bei PKW -Überlassung zur Privaten Nutzung und der Besteuerung als geldwerter Vorteil nichts zu tun. Der geldwerte Vorteil ist eine Steuer auf eine (Sach-)Leistung des Arbeitgebers, die der dem Arbeitnehmer zuzüglich zum Gehalt anbietet.

Beim PKW / Dienstwagen ist der Geldwerte Vorteil festgelegt, und zwar auf 1% vom Listenpreis des PKW (ohne Sonderangebote), und das monatlich.

Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte sind zusätzlich zu versteuern, mit pauschal 0,03% des Brutto-Listenpreises je Kilometer der Entfernung Wohnung-Arbeitsstätte, was sogar nachgemessen wird.

Wie häufig Sie dann ins Büro fahren, findet dabei keine Berücksichtigung.

Davon bestehen 2 Ausnahmen:

Arbeitgeber können den geldwerten Vorteil gem. § 37b EStG pauschal mit 30% Lohnsteuer versteuern, zzgl. Solidaritätszuschlag & Kirchensteuer, bis zur max. Wertgrenze von 10.000€

Alternativ kann die private Nutzung auch mit den tatsächlichen Kosten angesetzt werden. Dies erfolgt durch die Führung eines Fahrtenbuchs.

Die von Ihnen entworfene Variante wird sich wohl erst in einem Gerichtsverfahren bewähren können, da normale Finanzbeamte damit überfordert sind und noch nicht begriffen haben, dass Leute nicht mehr täglich ins Büro fahren (müssen) und das Homeoffice trotz der Umweltverträglichkeit steuerlich nicht honorieren.

Gem. § 4 Abs. V Nr. 6b EStG dürfen Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung den Gewinn nicht mindern. Ein eingeschränkter Abzug bis max. 1.250€ ist ggf. zulässig, aber nur in Ausnahmefällen wird der Abzug der gesamten Aufwendungen akzeptiert.

Das gilt vor allem deshalb, weil der Staat den Normalbürger schröpfen muß, um alle zusätzlichen Ausgaben bewältigen zu können. Daher wird auch seit Jahren die KM-Pauschale für Arbeitnehmer nicht angepasst.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 08.08.2022 | 22:19

Sehr geehrter Herr Müller-Roden,

vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meines Anliegens.
Ich habe verstanden, dass beide Rechtskreise nicht mit einander "vermischt" werden sollen.

Das heißt also, dass ich versuchen muss weiterhin eine doppelte Haushaltsführung aufrechtzuerhalten, weil nur dann der kurze Arbeitsweg vom Wohnort vor Ort (das kann eine Whg., Hotel oder Freund/Familie sein) ins Büro versteuert wird und nicht der weite Weg (200km) vom Hauptwohnsitz.

Ist dann folgende Handlung "rechtens" ?
- Falls ich mals ins Büro fahre, dann auch im Hotel schlafen damit die Doppelte Haushaltführung greift
- Die Fahrt ins Büro (200km) zählt dann als Familienheimfahrt
- Umstellung von Pauschal Versteuerung Arbeitsweg 0,03% auf Einzelbewertung 0,002% , wobei
das Auto bei dem Bürotag stehen bleibt und ich zu Fuß ins Hotel gehe, somit gibt es kein Arbeitsweg

Bemerkung am Rande:
2017 hatte ich bereits mal die Situation keine Wohnung bei meinem Arbeitgeber vor Ort zu haben.
Ich hatte im Hotel geschlafen und die Lohnbuchhaltung hat mir die 200km Arbeitsweg vom Hauptwohnsitz versteuert.
Bei der Steuererklärung hat der Finanzbeamte dann die Hotelkosten als Werbungskosten (doppelte Haushaltsführung) anerkannt, allerdings den 200km Arbeitsweg nicht (obwohl versteuert).
Begründung des Finanzbeamten, "...der doppelte Haushalt führt zu einem kürzeren Fahrweg als vom Lebensmittelpunkt aus..., ansonsten ist eine Führung eines doppelten Haushalts nicht von Nöten..."
Mir wurde dann nur der Weg vom Hotel ins Büro als Werbungskosten anerkannt.

Besten Dank vorab für Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen,
xxx

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 08.08.2022 | 22:31

Guten Abend ,
die Abläufe im Steuerrecht sind pauschaliert und katalogisiert.

Es kommt nicht darauf an, ob Sie mal ins Büro fahren und mal nicht bzw. der PKW an dem Bürotag stehen bleibt und Sie zu Fuß ins Hotel gehen. Der Arbeitsweg bleibt bestehen und auch die Doppelte Haushaltführung greift nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Die Fahrt ins Büro (200km) zählt nicht als Familienheimfahrt, weil Sie ja ins Büro fahren und nicht nach Hause.

Bleiben Sie beim gesetzlich vorgesehen Fahrtenbuch.

Trotzdem führe ich den Prozess für Sie, wenn Sie einen anderen Weg beschreiten wollen. Aber schließen Sie vorher eine RS Versicherung ab.

ANTWORT VON

(349)

Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Ordnungswidrigkeiten
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 95787 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort gab mir Bestätigung und hat mir mir weitergeholfen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Frau Birkenfeld hat prompt auf meine Frage geantwortet und ausführlich geschildert wie die Rechtslage aussieht und welche Handlungsmöglichkeiten bestehen. Selbst auf meine Rückfrage hat Frau Birkenfeld umgehend reagiert und ist ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat sich meinem Anliegen angenommen und dieses in kurzer Zeit gelöst. Dabei handelte es sich nicht um eine "Standardfrage". Mein Anliegen umfasste die Prüfung der allgemeinen Geschäftsbedingungen und das finden von ... ...
FRAGESTELLER