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Kilometerpauschale mit Dienstwagen ohne private Nutzung

17.08.2017 17:31 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Keine Anwendung der 1 %-Regelung bei Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte

Sehr geehrte Damen und Herren,

folgendes Situation stellt sich bei mir dar.
Mein Arbeitgeber überlässt mir für Dienstfahrten einen PKW. Diesen nehme ich auch mit zur Wohnung, da ich die Kunden immer direkt anfahre, und nicht erst zum Betriebssitz. Für die Nutzung des PKW entstehen mir keinerlei Kosten, allerdings ist auch die Private Nutzung strikt ausgeschloßen. Ich besitze diesen PKW aber nicht fest, auch kommt es vor das Kollegen selbigen fahren und mich abholen oder ich selbständig irgendwo hinfahre, zu 80 % aber ist er aber in meiner Benutzung.

Bisher habe ich in meiner Steuererklärung, die ein Lohnsteuerhilfeverein macht, eine Auflistung des jeweils zu erst angefahrenen Kunden pro Arbeitstag inkl. der Kilometer für die einfache Strecke beigelegt, um die Kilometerpauschale geltend zu machen.
Das wurde auch so mit dem LHV vorher abgesprochen und wurde vom Finanzamt auch immer akzeptiert.

Nun bin ich im laufe des letzten Jahres in ein anderes Bundesland gezogen, und das "neue" Finanzamt fordert von mir nun eine Nachweis der jährlichen Kilometerleistung des privaten PKW und eine Bescheinigung vom Arbeitgeber das für die Fahrten kein Firmenwagen genutzt wurde, was ja natürlich nicht der Fall ist.

Meine Frage ist nun, wie ich mich am besten Verhalten soll. Der LHV sagt, es ist egal WIE ich zur Arbeit fahre, ich kann die Pauschale immer angeben. Andere Stimmen sagen mir, das ich kein Recht habe eine Kilometerpauschale anzusetzen, das ich kann keine Kosten für die fahrten habe, unter anderem so auch laut dem Personalwesen meines AG.

Meine Auffassung und Recherche betreffend der Reform des Reisekostenrechts geben mir - gefühlt - auch recht. Mir ist keine Tätigkeitsstätte zugeordnet, da ich wie gesagt beinahe täglich wechselnde Kunden anfahre, und oftmals Wochenlang nicht am Betriebssitz bin. Auch liegt dem Finanzamt, wie jedes Jahr, die Bestätigung vom AG vor das ich in einer Einsatzwechseltätigkeit bin, allerdings dort explizit für den Verpflegungsmehraufwand.

Nochmal kompakt:
Dienstwagen ohne eigene Beteiligung aber auch ohne Private Nutzung und trotzdem einfache Kilometerpauschale ansetzen, ist das RECHT so?

Ich verbleibe mit freundlichem Gruß,

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Dienstwagen ohne eigene Beteiligung aber auch ohne Private Nutzung und trotzdem einfache Kilometerpauschale ansetzen, ist das RECHT so?
NEIN, da Sie keine Aufwendungen haben, die Sie als Werbungskosten absetzen können, §9 Abs. 4 EStG
Erklärung:
Aus Ihrem Sachverhalt kann ich mittelbar entnehmen, dass auch 1% Regelung nicht angewendet wird. Das ist richtig. Die 1%-Regelung (§ 8 Abs. 2 Satz 2 EStG) ist in Ihrem Falle nicht anwendbar, weil Sie das betriebliches Fahrzeug lediglich für betriebliche Zwecke sowie für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen, BFH, 06.10.2011 - VI R 56/10.
https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/lohnsteuer/dienstwagen-fahrten-zwischen-wohnung-und-arbeitsstaette-und-die-1-regelung-336932
Diese Regelung wendet die Finanzverwaltung mittlerweile auch für Außendienstmitarbeiter ohne regelmäßige Arbeitsstätte.
Das Ergebnis ist also, dass Sie weder eine Selbstbeteiligung (z. B. Benzin, Reparatur) noch einen geldwerten Vorteil (der dann zu versteuern wäre) haben. Daher können Sie in Ihrer Steuererklärung nur eine Kilometerpauschale geltend machen, die Sie mit Ihrem eigenen Wagen gefahren sind. Deswegen fordert das "neue" Finanzamt einen Nachweis der jährlichen Kilometerleistung Ihres privaten PKW für die Prüfung, ob die von Ihnen eingegebenen km plausibel sind und eine Bescheinigung vom Arbeitgeber, dass für die Fahrten kein Firmenwagen genutzt wurde. Denn falls Sie mit Dienstwagen fahren, für den Sie keine Kosten tragen, entstehen Ihnen keine Aufwendungen, die Sie als Werbungskosten absetzen können.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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