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Dienstwagen -Fahrtenbuch-

| 09.02.2014 06:32 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Besteuerung der privaten Nutzung eines Pkws bei einem Arbeitnehmer der kein Fahrtenbuch geführt hat

Dem Mitarbeiter M (Vertriebsunterstützende Tätigkeit) wurde vom Unternehmen U ein Dienstwagen (3Jahre Leasing) zur Verfügung gestellt.
(7Tage die Woche - 24 Stunden- 365Tage)
Dies wurde leider ohne eigenen Dienstwagen-Nutzungsvertrag geregelt.(rein mündlich)
Private Nutzung war geduldet.(ebenfalls mündlich)

Der M ist nun vorzeitig aus dem AV ausgestiegen.
Mündlich wurde der M zum Führen eines Fahrtenbuches verpflichtet und hat eigens dafür vom U ein elektronisches Fahrtenbuch gekauft bekommen.

Nach Übergabe des Fahrzeuges wartet U nun vergebens auf das Fahrtenbuch für 2 1/2 Jahre Dienstzeit und ca. 80.000KM
Der M schaltet auf stur und möchte damit nichts am Hut haben. Vermutlich hat er kein Fahrtenbuch geführt oder mit seiner Arbeit "geschludert".

Wer ist Steuerrechtlich dazu verpflichtet das Fahrtenbuch zu führen bzw. es dem Finanzamt vorzulegen?
Der M, welcher nachweislich den Wagen alleine genutzt und dadurch einen Geldwerten Vorteil erlangt hat, oder der U, welcher dem M das Fahrzeug angeschafft hat für priv. und betrbl. Zwecke?

Wer muss also etwaige Steuerbelastungen tragen? U oder M?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:
Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung betrieblicher Fahrzeuge kann entweder

nach der Pauschalwertmethode (sog. 1 %-Regelung) nach § 8 Abs. 2 Sätze 2 bis 3 EStG i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG oder

individuell nach der sog. Fahrtenbuchmethode § 8 Abs. 2 Sätze 4 bis 5 EStG

ermittelt werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich im Einvernehmen zu entscheiden, ob der geldwerte Vorteil nach der pauschalen 1 %-Regelung oder anhand der Fahrtenbuchmethode erfasst wird. Bei der Pauschalwertmethode (sog. 1 %-Regelung) ist als geldwerter Vorteil für jeden Kalendermonat 1 % des inländischen Listenpreises des Fahrzeugs im Zeitpunkt der Erstzulassung des Fahrzeugs zzgl. der Kosten für Sonderausstattungen einschließlich der Umsatzsteuer anzusetzen. Falls kein oder kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch vorliegt, muss zwingend nach der pauschalen 1 % Regelung die Privatnutzung der Lohnsteuer unterworfen werden. Der Arbeitgeber führt als solcher lediglich treuhänderisch die Lohnsteuer für den Arbeitnehmer ab und der Arbeitnehmer haftet im Ergebnis für die ordnungsgemäße Besteuerung des geldwerten Vorteils. Selbst wenn der Arbeitgeber gegenüber dem Finanzamt als Gesamtschuldner für die Steuer haftet, kann der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer im Innenverhältnis den Ausgleich der bezahlten Steuer verlangen.
Zudem hat der Arbeitgeber die kalendermonatliche Ermittlung des Zuschlags mit 0,03 Prozent des Listenpreises für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte (0,03 %-Regelung)auch noch hinzuzusetzen und hierfür die Lohnsteuer abzuführen; eine Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten Wohnung-Arbeitsstätte scheidet aus, wenn der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber kalendermonatlich fahrzeugbezogen nicht schriftlich erklärt, an welchen Tagen (mit Datumsangabe) er das betriebliche Kraftfahrzeug tatsächlich für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte genutzt hat.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Hermes
Fachanwalt für Steuerrecht
Zertifizierter Berater für Internationales Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 09.02.2014 | 17:36

Sehr geehrter Herr Hermes, vielen Dank für Ihre sehr ausführliche Antwort.

Ich hätte allerdings betonen sollen, dass es sich bei dem Mitarbeiter um einen "freien Mitarbeiter" handelt. Er ist also selbstständig und erhält vom U ein Fixum+Spesen.
Demnach führt U also gar keine Lohnsteuer für den M ab.

inwieweit ändert das den Sachverhalt? Den geldwerte Vorteil erlangt ja weiterhin der M.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.02.2014 | 17:52

Arbeitnehmer und Selbständige denen ein Dienstwagen auch zur Privatnutzung zur Verfügung steht, haben einen geldwerten Vorteil nach Maßgabe der Pauschalwertmethode (sog. 1 %-Regelung) zu tragen (§§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2, 8 Abs. 2 EStG); es ändert sich also nichts an der Beurteilung.

Bewertung des Fragestellers 09.02.2014 | 18:14

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