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Diebstahl im besonders schweren Fall

13.08.2014 20:44 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,

Ich hoffe sie können mir eine Einschätzung mitteilen..

Ich habe ziemlich großen Mist gemacht.

Ich habe in einem Reitstall Sättel gestohlen und danach in einem Auktionshaus angeboten.
Die Eigentümer haben ihre Sachen wohl erkannt und so wurde ein paar Tage später meine Wohnung durchsucht und natürlich auch die Sachen gefunden.

Nun ermittelt die Polizei gegen mich wegen besonders schwerem Diebstahl.
Ich habe zu der Sache noch nichts gesagt und auch noch keine Vorladung erhalten.
Die Polizei ermittelt wohl noch gegen mich.

Meine Frage ist muss ich dafür ins Gefängnis?
Ich bin leider schon ein Mal zu einer Geldstrafe von 700 Euro wegen Diebstahl verurteilt worden.
Und 2 mal wegen Betrug zu ebenfalls jeweils einer Geldstrafe
Aktuell zahle ich eine Geldstrafe ab weil ich auf falschen Namen etwas bestellt hatte.
Bei dieser Verhandlung habe ich 170 Tagessätze a 15 Euro bekommen die ich in Raten abzahle.

Ich bin Mutter von 2 Kindern und habe große Angst ins Gefängnis zu müssen!

Was ist Ihre Einschätzung>?
Muss ich in Haft?

Ich bereue es sehr das gemacht zu haben aber ich habe das aus Geldnot gemacht und mir tut das alles sehr leid.

Danke für Ihre Antwort!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Diebstahl in besonders schweren Fall wird im Mindestmaß nach § 243 StGB: Besonders schwerer Fall des Diebstahls mit 3 Monaten Freiheitsstrafe bestraft. Geldstrafe wird also nicht mehr in Betracht kommen.

Das kommt aber darauf an, ob wirklich ein Diebstahl in besonders schwerem Fall vorliegt. Nicht immer ist die Einschätzung der Polizei auch zutreffend. Sollten Sie in den Reitstall eingebrochen sein, wird aber in aller Regel von einem Diebstahl in besonders schwerem Fall auszugehen sein.

Ich befürchte aber, das aufgrund der Vorstrafen eine Freiheitsstrafe im Raum stehen wird. Bei dieser wird dann aber zu erörtern sein, ob eine Bewährung in Betracht kommt. Dass Ihnen das alles sehr Leid tut und Sie Ihre Taten bereuen ist zwar ein gutes Zeichen und wirkt in aller Regel auch positiv auf die Entscheidung. Jedoch werden diese Wirkungen durch die einschlägigen Vorstrafen getrübt. Der Richter wird sich bei der Bewährungsentscheidung beispielsweise fragen, ob Sie das alles ebenfalls so bereut hätten, wären Sie nicht erwischt worden, ob Sie in Geldnot wieder so handeln werden etc.

Genaueres kann ich Ihnen leider nicht sagen. Dazu ist Einsicht in die Akten der Staatsanwaltschaft einfach unverzichtbar. Um Ihre Chancen zu erhöhen, eine möglichst milde Strafe zu erhalten - so es zu einem Verfahren kommt - sollten Sie einen Verteidiger beauftragen. Dieser kann dann einerseits Akteneinsicht nehmen und Ihnen genau sagen, was Ihnen droht. Ferner kann er dann dezidiert anhand der Akte die Verteidigung planen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 14.08.2014 | 06:40

Hallo,

erstmal vielen Dank für die bisherige Antwort.

Bei der Tat musste ich nirgens einbrechen in dem Sinn...vor den Boxen der Betroffenen standen Sattelschränke im freien, diese waren nur Teilweise abgeschlossen und aus diesen habe ich die Sachen entwendet.

Ist das trotzdem ein besonders schwerer Fall?
DIe betroffenen sagen jetzt natürlich alle Ihre Schränke waren abgeschlossen, aber das waren sie nicht...nur kann ich das ja nicht beweisen.

Und wegen der Vorladung, bekomme ich diese erst wenn die ermittlungen abgeschlossen sind,oder warum dauert das jetzt schon 1,5 Wochen?

Mfg

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.08.2014 | 11:03

Auch das aufbrechen von verschlossenen Behältnissen ist von § 243 StGB: Besonders schwerer Fall des Diebstahls umfasst:

"§ 243 Besonders schwerer Fall des Diebstahls
(1) In besonders schweren Fällen wird der Diebstahl mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1. zur Ausführung der Tat in ein Gebäude, einen Dienst- oder Geschäftsraum oder in einen anderen umschlossenen Raum einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in dem Raum verborgen hält,
2. eine Sache stiehlt, die durch ein verschlossenes Behältnis oder eine andere Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert ist,
3. gewerbsmäßig stiehlt,
4. aus einer Kirche oder einem anderen der Religionsausübung dienenden Gebäude oder Raum eine Sache stiehlt, die dem Gottesdienst gewidmet ist oder der religiösen Verehrung dient,
5. eine Sache von Bedeutung für Wissenschaft, Kunst oder Geschichte oder für die technische Entwicklung stiehlt, die sich in einer allgemein zugänglichen Sammlung befindet oder öffentlich ausgestellt ist,
6. stiehlt, indem er die Hilflosigkeit einer anderen Person, einen Unglücksfall oder eine gemeine Gefahr ausnutzt oder
7. eine Handfeuerwaffe, zu deren Erwerb es nach dem Waffengesetz der Erlaubnis bedarf, ein Maschinengewehr, eine Maschinenpistole, ein voll- oder halbautomatisches Gewehr oder eine Sprengstoff enthaltende Kriegswaffe im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes oder Sprengstoff stiehlt.
(2) In den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 Nr. 1 bis 6 ist ein besonders schwerer Fall ausgeschlossen, wenn sich die Tat auf eine geringwertige Sache bezieht."

Wie Sie an Nummer 2 erkennen, gehören zumindest die verschlossenen Sattelschränke dazu.

Grds. müssen Sie erst einmal nichts beweisen. Das Gericht muss Ihnen den besonders schweren Fall nachweisen. Dazu wird es aber auf die Zeugenaussagen der Bestohlenen zurückgreifen.

In wie weit Sie mit einer geständigen Einlassung noch etwas ändern können, kann, wie gesagt ohne Akteneinsicht nicht beantwortet werden.

Sie werden irgendwann eine Vorladung bekommen. Wann das der Fall sein wird, kann ich nicht beurteilen. Das wird in aller Regel aber passieren bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind. 1,5 Wochen ist jedoch nur ein sehr kurzer Zeitraum. Zu der Vorladung müssen Sie auch nur erscheinen, wenn diese von der Staatsanwaltschaft kommt. Ob und wie Sie sich ggü. der Polizei oder Staatsanwaltschaft äußern, sollten SIe jedoch mit einem Verteidiger absprechen.

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