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Pflegekraft wegen Diebstahl angezeigt, Polizei macht nichts

| 13.08.2014 22:38 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rößler


Seit 6 Jahren bin ich schwerbehindert und werde daher von einer Pflegestation betreut. Eine Pflegekraft hat, als sie bei mir das letzte Mal zum Pflegeeinsatz war, meinen gesamten Schmuck gestohlen. Ich habe am selben Abend, als ich das bemerkt habe, bei der Polizei Strafanzeige gestellt. Immer, wenn ich auf der Dienststelle, wo die Sache bearbeitet wird, anrufe, bekomme ich die Auskunft, dass man auf den Durchsuchungsbeschluss von der Staatsanwaltschaft wartet. Man würde mich dann informieren.
Die Pflegedienstleitung hatte ich auch informiert. Dort bekam ich die Mitteilung, dass diese Person auch schon andere Kunden bestohlen hat. Man hat ihr daraufhin gekündigt. Die Pflegeeinsätze habe ich sofort - zunächst für einen gewissen Zeitraum - storniert. Betreut werde ich z. Zt. von einer lieben Bekannten.
Ich verstehe das Ganze überhaupt nicht. So hat die Täterin doch alle Zeit der Welt, das Diebesgut zu versilbern o.ä. Auch hier ist es so, dass zunächst die Täterin geschützt wird und das Opfer (also ich) auf der Strecke bleibt. Ich habe der Polizei Fotos zur Verfügung gestellt auf denen zumindest ein Teil des Schmuckes (es ist auch der Wertvollste) an mir zu sehen ist.
Was habe ich für Möglichkeiten, meine Interessen zu verfolgen. Ich bin sehr verzweifelt. Muss nicht auch der Arbeitgeber für seine Angestellten haften. Ich hoffe sehr, dass Sie mir weiterhelfen können.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Vorab: Das offensichtlich eingeleitete Strafverfahren sorgt nicht automatisch dafür, dass Sie Ihren Schaden ersetzt erhalten.

Es dürfte so sein, dass die Polizei bei der Schilderung Ihres Sachverhalts kriminaltaktisch eine Durchsuchung als das vielversprechendste Instrument ansieht, um Beweismittel gegen die Verdächtige zu erhalten - ggf. auch, um die Tatbeute sicherzustellen (die Sie dann auch von den Behörden zurückerhalten können, was aber einige Zeit in Anspruch nehmen kann, da sie als Beweismittel vermutlich für das Verfahren benötigt werden). Als Anzeigeerstatterin haben Sie (ohne anwaltlichen Beistand) im Strafverfahren verhältnismäßig eingeschränkte Rechte; es ist allerdings für eine Durchsuchung wichtig, dass diese möglichst geheim bleibt. Denn, wenn der Verdächtige bereits gewarnt ist, macht eine Durchsuchung in der Regel wenig Sinn.

Grundsätzlich dürfte der Erlass eines Durchsuchungsbeschlusses (dieser muss grundsätzlich von der Staatsanwaltschaft beantragt und von einem Richter erlassen werden) recht schnell gehen. Dies sollten Sie in jedem Fall zunächst abwarten, um den Durchsuchungszweck nicht zu gefährden. Sie sollten daher nicht selbst an die verdächtige Person herantreten, da diese hierdurch gewarnt werden würde (wenn diese das nicht bereits ist, wenn man der Person wegen Diebstahlsvorwürfen bereits gekündigt hat).

Der sinnvollste Weg wäre daher, sich mittels anwaltlichen Beistandes zunächst an das Strafverfahren anzuschließen, um zum einen Akteneinsicht zu erhalten (hierdurch erfahren Sie, ob die Durchsuchung ein Ergebnis erbracht hat und wie die Ermittlungen voran gehen), zum anderen können Sie auch Ersatzansprüche gegen die Verdächtige direkt im Strafverfahren geltend machen (sog. Adhäsionsverfahren) und müssen nicht zivilrechtlich eigenständig gegen die Verdächtige vorgehen. Im Strafverfahren werden dann zugleich über Ihre Ansprüche gegen die verdächtige Person mit entschieden.

Ob eine Haftung auch des Arbeitgebers vorliegt, hängt von den Umständen im Einzelfall ab. Eine Haftung ist zwar nicht ausgeschlossen, es müsste aber bei dem Pflegedienst selbst eine schuldhafte Pflichtverletzung vorliegen. Denkbar wäre dies bspw., wenn der Einsatz der verdächtigen Person als Pflegekraft bereits als schuldhafte Pflichtverletzung anzusehen wäre (konkrete Verdachtsmomente gegen diese Person etc.).
Wenn der Arbeitgeber, also der Pflegedienst, keine eigene schuldhafte Pflichtverletzung begangen hat, dürfte eine Haftung zweifelhaft sein - dies hängt allerdings im Einzelfall von weiteren Faktoren ab.

Im Vordergrund sollte daher für Sie zunächst die Durchführung des Strafverfahrens sein, in dem Ihre Rechte am besten gewahrt sind, wenn Sie sich anwaltlich vertreten lassen, Akteneinsicht erhalten und ggf. ein Adhäsionsantrag im Strafverfahren stellen. Um die Durchsuchung nicht zu gefährden, sollten Sie diese zunächst abwarten und nicht selbst an die verdächtige Person mit einer Forderung o.ä. herantreten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.08.2014 | 00:25

Also, verstehe ich das richtig, dass ich mich auf jeden Fall anwaltlich vertreten lassen muss? Vielen Dank!!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.08.2014 | 00:39

Danke für die Nachfrage: Nein, zwingend notwendig ist das nicht. Es herrscht kein Anwaltszwang! Einen Adhäsionsantrag kann man auch ohne Anwalt stellen. Auch kann man an Teile aus der Ermittlungsakte u.U. gelangen (siehe § 406e Abs. 5 StPO).
Wenn die Vermögensgegenstände werthaltig sind bzw. einen ideellen Wert für Sie haben, würde ich aber eher die Beauftragung eines Anwaltes anempfehlen, der sich mit der Materie sicherlich besser auskennt und (erfahrungsgemäß) schneller etwas und mehr erreicht, als die geschädigte Person allein (Letzteres mag sehr ärgerlich für Sie sein, dürfte aber in der Praxis regelmäßig zutreffen).
Im Adhäsionsverfahren wäre auch die Gewährung von Prozesskostenhilfe möglich. Im Falle eines für Sie positiven Ausgangs des Verfahrens, müsste der Schädiger zudem die Anwaltskosten sicherlich übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 14.08.2014 | 00:35

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