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schwerer Diebstahl?

| 30.04.2013 23:37 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Notar und Rechtsanwalt Oliver Wöhler


Zusammenfassung: Das Entfernen von Sicherheitsetiketten an Bekleidung um diese dann zu stehlen ist in der Regel kein Diebstahl in einem besonders schweren Fall nach § 243 I S.2 Nr. 2 StGB.

Guten Abend,

Ich habe eine große Dummheit begangen. Ich habe vor 3 Monaten eine Marken-Jeans geklaut (Wert ca 119 EUR) und wurde erwischt. Bei der Tat habe ich die Hartsicherung in der Umkleidekabine entfernt. Ich habe keinerlei Vorstrafen - und vorher nie geklaut.

Nachdem ich den Diebstahl schriftlich zugegeben habe, kam jetzt erneut ein Brief von der Polizei mit dem Wortlaut: " nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sind Sie wegen des Diebstahls vom xx.xx. wegen eines "besonders schweren Fall des Diebstahls" zu belehren und zur Sache zu befragen. Im Einzelnen geht es darum, wie und mit welchem Gegenstand Sie die Hartsicherung (Knogo) von der entwendeten Ware entfernt haben.

Jetzt muss ich daraufhin schriftlich Stellung nehmen und habe dazu ein paar Fragen:

Soll ich inhaltlich haargenau schreiben "Ich habe die Naht mit einer Nagelschere getrennt und konnte so die Sicherung ganz leicht entfernen - so das weder Stoff noch Sicherung zu Schaden kamen?"

oder soll ich besser allgemeiner schreiben: "das ich die Naht leicht mit der Hand trennen konnte - so das weder Stoff noch Sicherung zu Schaden kamen? "

Die Frage ist, ob man in der Kabine gefilmt werden kann?
Kann man mir nachweisen, das ich eine Nagelschere benutzt habe - denn ich habe nur einen Faden damit durchtrennt?
Gibt es einen Unterschied im Strafmaß, ob ich die Hartsicherung mit der Hand oder mit der Nagelschere entfernt habe?
Was habe ich für ein Strafmaß zu befürchten? Wegen 3 Monate Haft etc.?

Vielen Dank im Voraus


Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Es geht bei Ihnen in der Tat um die Strafbarkeit nach § 243 I S. 2 Nr. 2 StGB. Die andere Schutzvorrichtung muss gerade eine besondere Sicherung gegen einen Wegnahme bilden, was aber umstritten ist bei Schutzetiketten und anderen Sicherungen die nur einen psychischen Schutz aber keinen physischen bilden. Das Etikett soll eine Entfernung der Ware aus dem Laden verhindern, schützt aber nicht gegen die Wegnahme selbst (KG Berlin, Beschluss vom: 04.02.1998, Aktenzeichen:(4)1 Ss 209/97 (135/97)).

Auf die Beschädigung der Sache kommt es für die Beurteilung des besonders schweren Falls aus meiner Sicht nicht an. Allerdings nimmt die Rechtsprechung einen sonstigen unbenannten schweren Fall an, wenn die Sicherungseinrichtung unter hohem Kraftaufwand entfernt werden muss. Auf das Nutzen der Schere dürfte es nicht ankommen, wobei Sie rein vorsorglich die Schere nicht erwähnen sollten. Ihre zweite Variante wäre daher sinnvoll. Wichtig ist das Sie darstellen das einen Entfernung ohne Kraftaufwand und Beschädigung erfolgte. Ob in den Kabinen gefilmt wird, kann ich nicht beurteilen. Ich rechne eher damit, dass sich die Staatsanwaltschaft mit Ihrer Aussage zufrieden gibt. Die Schere kann im Einzelfall dazu führen, dass meinen einen unbenannten besonders schweren Fall annimmt um § 243 StGB eingreifen zu lassen.
Ihr Einsatz wäre aber aus meiner Sicht nicht ausreichend. Man muss aber immer jeden Einzelfall prüfen, deswegen kann man nur allgemeine Aussagen treffen.
Wenn Sie nicht vorbelastet sind, erwartet Sie im schlimmsten Fall, wenn man doch den schweren Fall sehen würde, eine kurze Freiheitsstrafe, die man aber in Ihrem Fall zur Bewährung aussetzen würde.

Wird das Ganze nur nach § 242 StGB als einfacher Diebstahl verfolgt, droht nur eine Geldstrafe.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt



Bewertung des Fragestellers 03.05.2013 | 21:29

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