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DHL fordert Versandbelege, die sie selbst besitzen


| 22.04.2006 16:36 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht



Sehr geehrte Anwälte,

folgende Frage beschäftigt mich schon länger: Wir verschicken sehr viele Pakete mit DHL und da kommt es dann auch von Zeit zu Zeit einmal vor, dass DHL das eine oder andere Paket auf dem Transport verliert. Grundsätzlich kein Problem, schliesslich sind die Pakete von DHL versichert. Leider erfordert die Klärung eines solchen Falles aber immer einigen Aufwand von uns, so dass es sich teilweise gar nicht lohnt, die Verlustanzeige bis zum Ende zu verfolgen, wenn es nur um kleinere Beträge geht. Konkret habe ich am von DHL vorgegebenen Prozedere folgendes zu bemängeln:

1. DHL fordert zur Stellung eines Nachforschungsauftrages eine Kopie unseres Versandbeleges. Diesen muss ich dann jedesmal umständlich heraussuchen, einscannen, nachbearbeiten (damit er zum Faxen geeignet ist) und dann faxen. Dies kostet mich ca. 15min. DHL besitzt aber nachweislich selbst Kopien der Belege (bei Verlust können wir diese anfordern) und ausserdem ist es anhand der Paketnummer ersichtlich, dass wir der Absender sind. Hätte ich hier das Recht, die Zusendung zu verweigern oder die dafür erforderliche Arbeitszeit in Rechnung zu stellen?

2. Zur Klärung von Rückfragen bei Nachforschungsaufträgen müssen wir jedesmal eine teure 01805-Nummer anrufen (12c/Min), können wir diese Kosten in Rechnung stellen? Ein Anruf kann problemlos über 10min dauern.

Sollten Sie zu Beantwortung der Fragen den Vertrag zwischen DHL und uns benötigen, gehen Sie bitte von einem einfachen Privatkundenvertrag aus. Wenn das aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, bitte nicht beantworten. So extrem wichtig ist uns die Frage nicht.

-- Einsatz geändert am 24.04.2006 18:21:55
Eingrenzung vom Fragesteller
23.04.2006 | 16:26
Eingrenzung vom Fragesteller
23.04.2006 | 16:52
Sehr geehrter Fragesteller,

der Verlust eines Pakets stellt einen Schaden dar, für den der Schädiger (hier DHL) aufkommen muss. Grundsätzlich umfasst die Schadensersatzpflicht sämtliche finanzielle Nachteile, die auf der Pflichtverletzung (Verlust des Pakets) beruhen; also auch die Kosten der Schadensabwicklung.

Es sei denn, die Parteien treffen eine andere Vereinbarung. Bitte überprüfen Sie nochmals, ob die von Ihnen geschilderte Situation nicht durch den Vertrag mit DHL geregelt wird. Insbesonder dürfte die Kostenpflichtigkeit der Hotline an irgendeiner Stelle des Vertrages erwähnt worden sein.

Was den genaueren Ablauf der Schadensabwicklung anbetrifft, so könnte es durchaus sein, dass dieser nicht ausdrücklich im Vertrag geregelt wird. In einem solchen Fall ist normalerweise eine ergänzende Vertragsauslegung vorzunehmen. Es ist zu fragen, wie die Parteien eine Frage geregelt hätten, wenn Ihnen diese bei Vertragschluss bewusst gewesen wäre.

Im vorliegenden Fall dürfte aber eine konkludente Annahme der Schadensabwicklungspraxis Ihrerseits vorliegen. Schlüssig haben Sie durch die wiederholte Befolgung der Praxis von DHL den von DHL vorgeschlagenen Ablauf der Schadensabwicklung angenommen. Sie hätten zumindest gegenüber DHL erklären müssen, dass Sie mit dieser Art der Abwicklung nicht einverstanden sind.

Mit freundlichen Grüssen

Kamil Gwozdz
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.04.2006 | 12:58

Ich habe mir sowohl unseren Vertrag mit DHL als auch die dafür gültigen AGBs erneut durchgelesen - nirgendwo findet sich ein Wort über die Schadensabwicklung und ebensowenig wird irgendwo auf die 01805-Nr. hingewiesen.

Wir haben die Schadensabwicklung bisher nahezu bei jedem Schaden heftig kritisiert und auch mehrmals auf die hohen Kosten der Hotline hingewiesen. Ebenso haben wir von DHL mehrmals den Ersatz der Telefonkosten gefordert, einmal hat uns DHL sogar als Entschädigung (ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht) einige Beförderungen kostenlos erbracht.

Eine Klage steht wohl trotzdem in keinem Verhältnis, aber sehe ich es also grundsätzlich richtig, dass ich nicht verpflichtet bin, die bereits bei DHL vorhandenen Belege erneut einzureichen, DHL aber trotzdem verpflichtet ist, uns den Schaden zu erstatten? Sobald mir bekannt war, das DHL die Belege bereits besitzt, habe ich bei jeder Schadensabwicklung darauf hingewiesen und gefordert, die Belege intern abzufordern.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.04.2006 | 14:51

Wenn vertraglich nichts anderes vereinbart worden ist (ausdrücklich, schlüssig oder bei ergänzender Vertragsauslegung), ist DHL verpflichtet, den gesamten Schaden zu liquidieren. Dazu zählen auch die notwendigen Kosten der Schadensabwicklung (Übersendung von Belegen, Telefonkosten). Sie sind nicht verpflichtet die Belege zu übersenden.

Bewertung des Fragestellers |


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