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Booking.com storniert Buchung eine Woche vor Abreise – findet aber keine Alternative

01.08.2021 15:24 |
Preis: 60,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


Hallo, erst mal zu unserer Ausgangslage:
Am 22.06.2021 buchten wir über booking.com für 21 Personen Apartments in Budva, Montenegro. Das Angebot, welches wir buchten, lag bei 2.782,- Euro (Übernachtung in 6 Ferienwohnungen mit Pool und jeweils einer Küchenzeile).
Durch die Ungewissheit, die durch die Einreisebeschränkungen in Verbindung mit Corona entstanden ist, gab es vermehrt Angebot, die unter dem üblichen Preissegment lagen. Da wir das Risiko trugen aufgrund von Corona die Reise nicht antreten zu können erschien uns der Preis realistisch.
Eine Woche vor Reisebeginn wurde unsere Buchung dann aber ohne Angabe von Gründen storniert.

In der Zwischenzeit sind aber die Preise angestiegen. Booking.com versicherte uns sich um eine Alternative zu kümmern und notfalls die Differenz für eine teurere Alternative zu übernehmen. Alle Angebote vonseiten Booking.coms waren unseriös, da unvergleichlich hinsichtlich Schlafplätzen und Ausstattung. Zudem war unsere Reise völlig an den Ort Budva gebunden, da wir die Reise bereits an diesem Ort verplant haben und weitere Buchungen damit zusammenhängen.

Zwei Tage vor der Abreise hatten wir immer noch kein vernünftiges Angebot unterbreitet bekommen. Daher beschwerten wir uns mehrmalig telefonisch bei booking.com, wobei sie behaupteten, dass die ursprüngliche Unterkunft die ganze Zeit über geschlossen gewesen sei.
Auf hotel.com fanden wir aber die gleichen Unterkünfte im gleichen Reisezeitraum nun zum Preis von insgesamt 8760,- Euro. (Haben sie unsere Buchung storniert weil sie merkten, dass sie nun doch mehr aus der Vermietung rausholen konnten?)
Als wir booking.com damit konfrontierten behaupteten sie plötzlich, dass die Unterkunft ein Betrugsfall gewesen sei und sie keine Schuld und damit keine Konsequenzen zutragen haben. Ihr Angebot war letztlich, dass wir uns selber um eine Unterkunft kümmern und sie die Kosten bis zu einem Betrag von 4288,00 Euro übernehmen. Einen höheren Betrag würden wir nur durch einen Rechtsstreit erkämpfen können. Diese Summe reicht aber absolut nicht für eine vergleichbare Unterkunft im geplanten Zeitraum aus.

Durch die langwierige Bearbeitungszeit und Vertröstung führte booking.com uns in diese prekäre Lage in der wir uns nun gezwungen sehen ein nachteiliges Angebot anzunehmen. Eine Verschiebung der Reise ist nicht möglich, da die Angestellten in unserer Gruppe ihren Urlaub nicht verlegen werden können. Wir fühlen uns jedenfalls hinters Licht geführt. Jegliche Korrespondenz wurde ausführlich dokumentiert.

Welche Möglichkeiten stehen uns nun aus rechtlicher Sicht zur Auswahl?
Sollten wir das Risiko, welches ein Rechtsstreit mit sich bringen würde, eingehen und eine vernünftige, vergleichbare Unterkunft buchen und die Differenz durch einen Rechtsstreit erkämpfen?
Spielt der Preis eine wesentliche Rolle (sollten wir aus daran orientieren) oder können wir darauf bestehen, dass Komfort und Nutzen vergleichbar sind, selbst wenn ein Hotel die einzige Alternative darstellt?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Einsatz editiert am 01.08.2021 16:15:50

01.08.2021 | 18:57

Antwort

von


(306)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst einmal ist festzustellen, dass Booking.com ab dem Zeitpunkt Ihrer Reisebuchung ausschließlich als Vermittler zwischen Ihnen und dem Reiseanbieter wirkt, "indem wir dem jeweiligen Reiseanbieter die relevanten Angaben zu Ihrer Reisebuchung weiterleiten und Ihnen im Auftrag und im Namen des Reiseanbieters eine Bestätigungs-E-Mail zusenden."

Wenn die Reise also nicht stattfinden kann, dann wäre grundsätzlich der Vermieter der Apartments in Budva Vertragspartner. Dies würde allerdings einen Rechtsstreit bzw. eine Klage in Serbien bedeuten, was mit etlichen Komplikationen verbunden ist.

Booking.com können Sie nur belangen, wenn eine Pflichtverletzung vorliegt. Wenn diese behaupten, es hätte sich um ein betrügerisches Angebot gehandelt, ist dies schwer zu widerlegen. Nur weil es auf Hotel.de mit einem anderen Preis vertreten ist, heisst es nicht, dass dies auf booking.de kein betrügerisches Angebot geben konnte. Mit anderen Worten: es wird schwierig, hier eine Pflichtverletzung zu beweisen.

Auch die lange Bearbeitungszeit wird von den Gerichten sehr wahrscheinlich nicht als verschuldete Pflichtverletzung gewertet, denn man hat ja formell Angebote unterbreitet. Diese waren zwar nicht gleichwertig zum ursprünglichen Preis, aber dennoch war man nicht untätig gewesen.

Fazit: Ich sehe aus rechtlichen Gesichtspunkte wenig Chancen für einen erfolgreichen Rechtsstreit vor Gericht.
Sie sollten stattdessen mit Booking.com verhandeln und zu erreichen suchen, dass diese aus Kulanz die Differenz zum ursprünglich vereinbarten Reisepreis übernehmen. Dabei können Sie mit negativen Bewertungen (von 21 Personen) drohen und Sie können auch einen Anwalt einschalten, der mit rechtlichen Argumenten und Klage droht.
Dabei würde man die obigen Argumente natürlich nicht erwähnen.

Gerne kann ich Ihnen dabei behilflich sein, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


ANTWORT VON

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