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Beziehung mit Partnerin unter 18

03.06.2019 14:08 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte/r Rechtsanwalt/-anwältin,

Auf einer Freizeitfahrt habe ich (m25) ein Mädchen (15) kennen gelernt. Auf dieser Fahrt war ich als Betreuer eingestellt. Trotz des ungewöhnlichen Altersunterschiedes entwickelte sich daraus eine gute Freundschaft, nach einiger Zeit (1 Jahr später, meine Beschäftigung als Betreuer war beendet) eine Beziehung. Dem Altersunterschied begegne ich mit angemessenem Respekt, wir behandeln uns gegenseitig mit größter Aufmerksamkeit, niemals würde ich sie zu etwas drängen oder überreden. Der Wunsch nach körperlicher Nähe (Küsse etc) geht stets von ihr aus, sie hat auch gesagt, dass sie mit mir schlafen möchte.

Als ihre Eltern von der Beziehung erfuhren (das Mädchen hat es ihren Eltern erzählt), haben sie nicht positiv reagiert. Obwohl ich mich mit aller Offenheit auch zu einem Gespräch bereit erklärte, vor allem um kein Misstrauen zu erwecken, drohten sie mir nur damit die Polizei einzuschalten, wenn ich ihre Tochter "nicht in Ruhe lasse". Natürlich verboten sie ihr außerdem den Umgang mit mir.
Sie möchte sich aber weiterhin mit mir Treffen, ihr ist die Beziehung sehr ernst und möchte mich nicht verlieren.

Meine Frage lautet zum Einen: Kann es strafrechtliche Folgen für mich haben wenn wir bei einem (heimlichen) Treffen, trotz des Verbotes der Eltern, "erwischt" werden?
Und zum Anderen: Dürfen wir nach aktueller Rechtssprechung miteinander schlafen? Sie möchte es, (der Wunsch geht auch klar von ihr aus) und ich bin auch nicht ihr erster Freund, d.h. sie hat schon sexuelle Erfahrungen gemacht.
Können Sie abgesehen von diesen Fragen eine Empfehlung aussprechen wie wir uns Verhalten können? Ein weiteres Gespräch mit den Eltern ist jedoch aus gegebenen Anlass im Moment nicht möglich.

Vielen Dank im Voraus,
Mit freundlichen Grüßen

03.06.2019 | 15:48

Antwort

von


(712)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst bräuchte ich das aktuelle nzen. Nuir wenn ein Hausverbot ( im Haus der Eltern) erteilt wird, und sie sich hieran nicht halten , droht die Strafbarkeit nach § 123 StGB .

Treffen ohne sexuellen Kontakt sind unproblematisch möglich, es gibt hier keine strafrechtlichen Sanktion soweit sie nicht gegen Spezialgesetze , wie das Jugendschutzgesetz ( Thema: Alkohol & Zigaretten, Kinofilm FSK) verstoßen.

Eine Grenze ist jedoch der sexuelle Kontakt. Hierzu ist wiederum zwischen Kindern und Jugendlichen zu unterscheiden, bei Jugendlichen ist § 182 StGB einschlägig.

Dieser lautet:
(1) Wer eine Person unter achtzehn Jahren dadurch missbraucht, dass er unter Ausnutzung einer Zwangslage
1.sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt oder
2.diese dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird eine Person über achtzehn Jahren bestraft, die eine Person unter achtzehn Jahren dadurch missbraucht, dass sie gegen Entgelt sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt.
(3) Eine Person über einundzwanzig Jahre, die eine Person unter sechzehn Jahren dadurch mißbraucht, daß sie
1.sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt oder
2.diese dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen,
und dabei die ihr gegenüber fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(4) Der Versuch ist strafbar.
(5) In den Fällen des Absatzes 3 wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.
(6) In den Fällen der Absätze 1 bis 3 kann das Gericht von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn bei Berücksichtigung des Verhaltens der Person, gegen die sich die Tat richtet, das Unrecht der Tat gering ist.

Grundsätzlich sollten sie also in jedem Fall warten bis das Mädchen 16 ist, bevor es zu sexuellen Kontakten kommt. Denn ob das Mädchen die Fähigkeit zur Sexuellen Selbstbestimmung bereits besitzt, kann unterm Strich nur ein psychologisches Gutachten beantworten. Fühlt eine Jugendliche sich zu ihnen derart hingezogen, dass die Einsichtsfähigkeit nur gegenüber ihnen eingeschränkt ist, kann der sexuelle Kontakt schon strafbar sein. Dies läßt sich im Voraus nicht bestimmen, vor allem aber spielt das Argument, das sie bereist einen Freund hatte und zu diesem auch sexuellen Kontakt hatte keinerlei Rolle. Auch spielt es keine Rolle, dass das Ganze von ihr ausgeht, denn es mag dennoch die Fähigkeit fehlen, das Recht zur sexuellen Selbstbestimmung auszuüben. Dies fehlt im Übrigen auch bei Alkoholeinfluss, Drogen etc.

Fazit 1: Solange das Mädchen unter 16 ist, rate ich von sexuellen Kontakten zwingend ab. Die Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung scheint zwar angelegt, aber sicher bestätigen kann dies nur ein Psychologe. Daher wäre der sexuelle Kontakt in strafrechtlicher Hinsicht wie Russisches Roulette.

Aber auch wenn das Mädchen über 16 ist gibt es einiges zu beachten, auch wenn der sexuelle Kontakt dann grundsätzlich nicht mehr strafbar ist. Es darf niemals etwas gegen Entgelt erfolgen oder den Anschein haben. Bitte gehen sie nicht davon aus, dass "Entgelt" nur Geld ist, hierzu gehören alle Gegenleistungen die man auf dem Markt erhalten kann, also auch das Einladen zur Cola, das Besorgen von Alkohol, das Ticket für den Freizeitpark oder das Kino.

Zudem darf niemals eine Zwangslage gehören. Hierzu gehört auch nicht nur von ihnen ausgehende Gewalt, sondern z.B. eine starke Alkoholisierung, der verlorene Wohnungsschlüssel oder das Nicht anders nach Hause kommen aus einer Stadt.

Nach § 184 und § 184 c StGB dürfen außerdem pornografische Inhalte Personen unter 18 nicht zugänglich gemacht werden oder von ihnen hergestellt werden. Hierzu zählen auch Fotos vom Geschlechtsverkehr.

Natürlich muss zwischen Zwangslage bzw. Entgelt und sexueller Handlung stets ein Zusammenhang bestehen, der auch nachgewiesen werden muss, was oft nicht leicht ist und sich daher oft allein an der Glaubwürdigkeit von "Opfer" und Zeugen orientiert.

Hier können also schon böse Gerüchte hartnäckige und unangenehme Ermittlungsverfahren auslösen. Ob diese immer zu einer Strafbarkeit führen, sei dahingestellt, dies ergibt sich von Situation zu Situation. Aber sie müssen eben immer und ständig beim sexuellen KOntakt auf der Hut sein, dass ihnen weder eine Gegenleistung noch eine Zwangslage unterstellt werden kann, bevor das Mädchen 18 Jahre alt ist.

Fazit 2: Der Sex mit Jugendlichen über 14 ist Grundsätzlich nicht strafbar, es sei denn die fehlende Einsicht in die Sexuelle Selbstbestimmung bei unter 16-Jährigen oder aber eine Zwangslage wird ausgenutzt oder aber es wird für den Sexuellen Kontakt eine Gegenleistung versprochen.

Zum Zivilrecht:
Umgangsverbot:
Das Umgangsverbot dürfen sorgeberechtigte Eltern durchaus aussprechen, aber nur wenn das Kindeswohl gefährdet ist, wofür es stichhaltige Anhaltspunkte gibt. Eine persönliches Befinden der Eltern oder eine Diskrepanz in den Lebenseinstellungen genügt nicht.

Können die Eltern jedoch darlegen und beweisen, dass das Kindeswohl gefährdet ist ( z.B: weiß ich, sie nehmen Drogen oder die Tochter schwänzt seit dem Umgang die Schule, sie geben ihr Alkohol, Zigaretten, gehen in Filme mit nicht altergsgerchter FSK- Einstufung, oder in Diskotheken , die ab 18 sind), so können sie dies durch eine Unterlassungesverfügung, gestützt auf das Sorgerecht nach § 1626 Abs.1 BGB auch durchsetzen.

Sexueller MIssbrauch :
Begehen sie daneben eine verbotene Handlung , so kann ihnen Schadenersatz und Schmerzensgeld nach § 823 II i.V.m. 180 ff. StGB drohen. Oben wurde Stellung dazu genommen , dass es strafrechtlich durchaus einige Fallstricke gibt, sie bewegen sich hier also durch aus in einer nicht aussichtslosen , aber doch sehr schwierigen Situation. Dennoch sehe ich derzeit keine Anhaltspunkte, dass sie sich strafbar machen, jedoch apelliere ich inständig, auch eventuelle Gerüchte zu bedenken.

Fazit: Das Umgangsverbot können die Eltern gegen sie durchaus durchsetzen, wenn triftige Gründe vorliegen, die das Kindeswohl gefährden. Eine Schadenersatzpflicht kann bei verbotener Handlung gegeben sein, was ich derzeit jedoch nicht sehe.


Können Sie abgesehen von diesen Fragen eine Empfehlung aussprechen wie wir uns Verhalten können?

Nicht wirklich, jedenfalls nichts, was sie hören wollen. Unterm Strich ist von einer sexuellen Beziehung bis 16 zwingend abzuraten, danach sollte man bis 18 vorsichtig sein, damit nichts fehlinterpretiert werden kann. Ein Verstoß gegen Jugenschutzgesetze wäre äußerst dumm, weil sie damit den Eltern einen Vorwand wegen der Kindeswohlgefährdung zu spielen.

Sie können sich weiter treffen, es sollte - mindestens bis 16- platonisch bleiben, und das Mädchen muss zwingend darauf achten soziale und häusliche Pflichten nicht zu vernachlässigen, so dass eine Kindeswohlgefährdung gerade nicht nachweisbar ist. Dann haben die Eltern auch bezüglich des Umgangsverbotes schlechte Karten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

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