Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Beschäftigungsverbot während der Schwangerschaft durch den Arzt


| 25.05.2005 21:38 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Arzt hat mir seit dem 15.04.2005 ein Beschäftigungsverbot erteilt. Dieses Verbot hat er mir so erklärt, dass aufgrund einer möglichen Gefährdung von Mutter und Kind ich nicht mehr meiner Arbeit als Erzieherin nachgehen darf, allerdings muss mich mein Arbeitgeber weiterhin bezahlen, da ich nicht krank geschrieben bin.
Ich habe diese Bescheinigung bei meinem Arbeitgeber damals abgeben und dieser konnte im ersten Moment nichts damit anfangen und wollte eine Krankmeldung nachgereicht bekommen. Ich habe daraufhin nochmals mit meinem Arzt gesprochen, der meinte, mein Arbeitgeber soll sich bei Unklarheiten persönlich mit ihm in Verbindung setzen.
Als ich dies meinem Arbeitgeber ausgerichtet habe, meinte dieser, er habe sich bereits erkundigt und es wäre alles in Ordnung, es läuft wie gehabt weiter.
So, nun bekam ich gestern meine Lohnabrechnung, in der mir mein Arbeitgeber Gehalt abgezogen hat, da er mich nur noch bis 18. Mai 2005 bezahlt. Ich habe dann angerufen und nachgefragt, warum mir Gehalt abgezogen wird und ich als krankgemeldet eingestuft werde, daraufhin wurde mir mitgeteilt, dass ich ja auch als krank gelte. Ich habe dann versucht die Lage zu erklären, nur leider ist mein Arzt momentan im Urlaub und ich kann ihn nicht fragen, in welchem Gesetz und unter welchen Paragraphen dies steht.
Bitte helfen Sie mir, in wie weit ich das Recht auf meinen Lohn habe und auf welches Gesetz ich verweisen kann.
Mein Beschäftigungsverbot geht bis einschließlich 3. Juni 2005, ab dem 6. Juni 2005 habe ich meine Resturlaubstage bis zum 13. Juni 2005 und ab dem 14. Juni 2005 beginnt mein Mutterschutz. Mein Arbeitgeber hat allerdings auch mein Junigehatl mit 0.00 Euro berechnet.
Vielen Dank für Ihre Hilfe, es ist wirklich dringend!!!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Guten Abend,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nach dem Mutterschutzgesetz dürfen werdende Mütter nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet ist. Das Beschäftigungsverbot wird in der Regel schriftlich erklärt.

Für den Arbeitgeber hat dies zur Folge, dass er den Lohn weiterzahlen muss und von der Umlagekasse nur dann eine Erstattung erhält, wenn die Kriterien eines Kleinbetriebs erfüllt sind.

Der Anspruch ergibt sich aus § 3 Mutterschutzgesetz.

Dieser lautet wie folgt:

"§ 3

Beschäftigungsverbote für werdende Mütter

(1) Werdende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet ist.

(2) Werdende Mütter dürfen in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung nicht beschäftigt werden, es sei denn, dass sie sich zur Arbeitsleistung ausdrücklich bereit erklären; die Erklärung kann jederzeit widerrufen werden. "

Der Anspruch auf Fortzahlung des durchschnittlichen Lohnes im Falle eines Beschäftigungsverbotes ergibt sich aus § 11 Mutterschutzgesetz.

Dieser lautet wie folgt:

"§ 11

Arbeitsentgelt bei Beschäftigungsverboten

(1) Den unter den Geltungsbereich des § 1 fallenden Frauen ist, soweit sie nicht Mutterschaftsgeld nach den Vorschriften der Reichsversicherungsordnung beziehen können, vom Arbeitgeber mindestens der Durchschnittsverdienst der letzten dreizehn Wochen oder der letzten drei Monate vor Beginn des Monats, in dem die Schwangerschaft eingetreten ist, weiter zu gewähren, wenn sie wegen eines Beschäftigungsverbots nach § 3 Abs. 1, §§ 4, 6 Abs. 2 oder 3 oder wegen des Mehr-, Nacht- oder Sonntagsarbeitsverbots nach § 8 Abs. 1, 3 oder 5 teilweise oder völlig mit der Arbeit aussetzen. Dies gilt auch, wenn wegen dieser Verbote die Beschäftigung oder die Entlohnungsart wechselt. Wird das Arbeitsverhältnis erst nach Eintritt der Schwangerschaft begonnen, so ist der Durchschnittsverdienst aus dem Arbeitsentgelt der ersten dreizehn Wochen oder drei Monate der Beschäftigung zu berechnen. Hat das Arbeitsverhältnis nach Satz 1 oder 3 kürzer gedauert, so ist der kürzere Zeitraum der Berechnung zugrunde zu legen. Zeiten, in denen kein Arbeitsentgelt erzielt wurde, bleiben außer Betracht.

(2) Bei Verdiensterhöhungen nicht nur vorübergehender Natur, die während oder nach Ablauf des Berechnungszeitraums eintreten, ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen. Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis eintreten, bleiben für die Berechnung des Durchschnittsverdienstes außer Betracht. Zu berücksichtigen sind dauerhafte Verdienstkürzungen, die während oder nach Ablauf des Berechnungszeitraums eintreten und nicht auf einem mutterschutzrechtlichen Beschäftigungsverbot beruhen.

(3) Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates Vorschriften über die Berechnung des Durchschnittsverdienstes im Sinne der Absätze 1 und 2 zu erlassen. "

Ich denke, Sie sind nun gewappnet, Ihrem Arbeitgeber entgegen zu treten.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen lieben Dank, für die schnelle und ausführliche Antwort, diese hat mir sehr geholfen und mich in meinem Recht bestätigt.
Nochmals, herzlichen Dank!!! "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER