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Berechnung Zugewinnausgleich

11.11.2009 13:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin derzeit am überlegen ob ein Ehevertrag für unsere bevorstehende Hochzeit sinnvoll ist. Zur Entscheidungsfindung benötige ich Antworten auf einige Fragen.

Zunächst aber zu der Ausgangssituation:

Ich bin geschäftsführender Allein-Gesellschafter einer GmbH (keine Angestellten, derzeit ca. 150.000 Euro Betriebsvermögen). Mein Privatvermögen beträgt ca. 220.000Euro.

Meine Verlobte hat ein Vermögen von ca. 12.000 Euro.

Wir wollen nach der Hochzeit ein Haus bauen, welches uns jeweils zur Hälfte gehören soll. Zur Finanzierung des Hauses werden unsere jeweiligen Privatvermögen eingesetzt. Zusätzlich werde ich eine Gewinnausschüttung aus der GmbH mit einfliessen lassen. Der Restbetrag wird über einen Kredit abgezahlt.

D.h. ich trage ca. 350.000 Euro zur Finanzierung bei, meine Dann-Frau ca. 10.000 Euro.

Außerdem beziehe ich natürlich mein Geschäftsführergehalt und meine Verlobte arbeitet als Angestellte. Sie ist zur Zeit schwanger, falls das für meine Fragen relevant ist.

Meine Fragen:
Im hoffentlich nicht eintretenden Fall einer Scheidung, bei gesetzlichem Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

1. Wie wird bei einer 50/50 Eintragung im Grundbuch das ungleiche Einbringen des Anfangsvermögens berücksichtigt? Als Rechenbeispiel kann ein Wert von 600.000 Euro für das Haus angenommen werden.

2. Sollte der Wert der GmbH zwischen Anfang und Ende der Ehe identisch bleiben, ist dies entsprechend neutral in der Berechnung des Ausgleichs. Ist dies so korrekt?

3. Spielt es eine Rolle ob das derzeitige Betriebsvermögen (150.000 Euro) vor oder nach der Eheschliessung ausgezahlt wird?

4. Zukünftige Gewinne und Wertsteigerung der GmbH (ausgezahlt oder nicht) unterliegen dem Zugewinnausgleich. Ist dies korrekt?

Hintergrund meiner Fragen ist, dass ich Befürchtung habe, dass durch die 50/50 Aufteilung des zukünftigen Hausbesitzes mein Anfangsvermögen dadurch im Falle einer Scheidung (auch nach kurzer Zeit) nicht mehr angerechnet wird. Sollte dem nicht so sein, spricht aus meiner Sicht nichts gegen eine Zugewinngemeinschaft, da sich meine Frau größtenteils um Haushalt und Kindeserziehung kümmern wird.

Der zweite Teil der Fragen bezieht sich darauf, dass ich von mehreren Seiten gehört habe, dass Unternehmen im Falle einer Scheidung einen fiktiven Wert (inkl. "Wert" der Kundenbindung etc.) berechnet bekommen den sie reell gar nicht besitzen. Dies sollte aus meiner Sicht allerdings nur bei einer Wertsteigerung (fiktiv oder reell) während der Ehe relevant sein.

Mit freundlichen Grüßen
T.G.

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihren Fragen:

1. Wie wird bei einer 50/50 Eintragung im Grundbuch das ungleiche Einbringen des Anfangsvermögens berücksichtigt? Als Rechenbeispiel kann ein Wert von 600.000 Euro für das Haus angenommen werden.

Ich geh davon aus, dass das Grundstück während der Ehezeit erworben und dann bebaut wird. Während der Ehezeit erworbenes Vermögen ist grundsätzlich dem Endvermögen der Ehegatten zuzurechnen. Wenn Sie und Ihre Ehefrau zu gleichen Teilen im Grundbuch als Eigentümer eines Grundstückes im Wert von 600.000,- Euro zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages eingetragen sind, so führte dies dazu, dass ihrer beider Endvermögen ein Wert von jeweils 300.000,- Euro als zuzurechnen wäre. Ihr Anfangsvermögen wird in jedem Fall mit dem Wert, den es zum Zeitpunkt der Eingehung des Güterstandes hatte, bei der Berechnung eines Zugwinnausgleiches eingestellt. Ein evtl. auszugleichender Zugwinn ergäbe sich für Sie nur, wenn Ihr Endvermögen nach Abzuges Ihres Anfangsvermögens das Endvermögen Ihrer Frau nach Abzug deren Anfangsvermögens überstiege.

2. Sollte der Wert der GmbH zwischen Anfang und Ende der Ehe identisch bleiben, ist dies entsprechend neutral in der Berechnung des Ausgleichs. Ist dies so korrekt?

Für die Berechnung maßgelblich sind die Zeitpunkte vor Eheschließung für den Wert des Anfangsvermögens und der Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages für den Wert des Endvermögens. Ein Vermögensgegenstand wie das Unternehmens, dass schon im Anfangsvermögen vorhanden war, würde daher im Rahmen der Zugwinnberechnung dann rechnerisch nicht relevant sein, wenn sich der Wert nicht veränderte. Von daher liegen Sie richtig.

3. Spielt es eine Rolle ob das derzeitige Betriebsvermögen (150.000 Euro) vor oder nach der Eheschliessung ausgezahlt wird?

Wenn Sie den Betrag in anderes in Ihrem Eigentum stehendes Vermögen vor der Eheschließung übersetzen, wäre die Vermögensverschiebung im Rahmen der Zugwinnberechnung bedeutungslos, siehe Nr. 2.

4. Zukünftige Gewinne und Wertsteigerung der GmbH (ausgezahlt oder nicht) unterliegen dem Zugewinnausgleich. Ist dies korrekt?

Ja, das ist korrekt. So ist für die Bewertung eines Unternehmens grundsätzlich dessen Ertragslage ausschlaggebend; diese lässt sich an Hand der Bilanzen sowie von Gewinn- und Verlustrechnungen ablesen. Wertsteigerungen, die zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages den Wert des Unternehmens im Vergleich zum Wert vor Eheschließung erhöht haben, werden soweit Sie vorliegen nicht durch den Abzug des Anfangsvermögens egalisiert, so dass hier ein Zugwinn tatsächlich entsteht.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Bei Unklarheiten nutzen Sie einfach die kostenfreie Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

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