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Berechnung des Zugewinnausgleichs


| 06.07.2006 11:19 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Sehr geehrte Rechtsanwälte,

wie regelt sich für den Zugewinnausgleich folgende Vermögenssituation bzw. sehe ich dies korrekt?
(Werte in Tausend Euro)

Das Haus wurde während der Ehe gekauft und mit je 50% im Grundbuch eingetragen:

1. Ehemann:

Anfangsvermögen
- Bargeld 30 (für Haus verwendet)
- Schenkung d. Eltern 30 (für Haus verwendet)
--------------------------------
60

Endvermögen
Haus 120 (50% von Gesamtwert)
Hypothek -90 (50% da beide in Schuldbrief)
--------------------------------
30
Zugewinn: 0

2. Ehefrau:

Anfangsvermögen:
Bargeld 10

Endvermögen
Bargeld 20
Haus 120 (50% von Gesamtwert)
Hypothek -90 (50% da beide in Schuldbrief)
--------------------------------
50
Zugewinn: 40


d.h. die Ehefrau müsste dem Ehemann als Ausgleich 20 zurückbezahlen ?

Vielen Dank für die Auskunft, mit der Bitte konkret dieses Zahlenbeispeil zu bestätigen oder nicht !

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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in).

Entsprechend Ihrer Schilderung und in Anbetracht des Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

Die Eheleute müssten für den Zugewinnausgleich im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben oder in einem Ehevertrag ähnliches geregelt haben.
Wurde bei Eingehung der Ehe nichts vereinbart gilt automatisch der gesetzl. Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Zugewinn ist der Betrag um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt.

1. Das Anfangsvermögen des Ehemannes ist zunächst richtig berechnet.
Anfangsvermögen ist was nach Abzug der Verbindlichkeiten bei Eintritt des Güterstandes an positivem Vermögen vorhanden ist.
Hierzu werden auch Erbschaft, Leistungen mit Rücksicht auf zukünftige Erbschaft und Schenkungen gezählt.
Ich gehe davon aus, dass keine Schenkung and das Schwiegerkind zur wirtschaftlichen Sicherung der Ehe erfolgt ist. Denn dann würde die Schenkung unter Umständen nicht zum Anfangsvermögen zählen.

Beim Endvermögen ist zu beachten, dass Verbindlichkeiten mit ihrer Entstehung am Stichtag (des Zugewinnausgleichs) mit einberechnet werden. Die Hypothek als akzessorische Sicherung darf nur in der Höhe der tatsächlich bestehenden Forderung des Sicherungsnehmers verrechnet werden.

Geht man von der Richtigkeit der von Ihnen angesetzten 90 Verbindlichkeit aus stimmt Ihre Berechnung des Endvermögens.

2. Legt man das bisher gesagte auch bei der Ehefrau zugrunde, so ist auch hier der Zugewinn richtig berechnet.

Demnach Beträgt der Zugewinnausgleich nach Ihrem Beispiel richtigerweise 20.



Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.

Sollten noch Unklarheiten sein, so nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 07.07.2006 | 08:58

Sehr geehrter Herr Boukai,

ich hätte noch kurz folgende Nachfrage zu o.g. Zahlenbeispiel:

letztendlich würde doch die Ehefrau von der Schenkung der Eltern partizipieren, da beim Ehemann ja rein rechnersich mit - 30 ein negatives Vermögen entsteht und somit auf 0 gesetzt wird. Er würde sich ja nach der Aufteilung wesentlich schlechter stellen , nach obiger Berechnung:

Müsste nicht wie folgt aufgeteilt werden, wenn man einmal nur das Haus betrachtet:

- Jeder erhält aus dem Hausverkauf 120
- Zugewinn Ehemann: 120 - 60 = 60
- Zugewinn Ehefrau 120 - 0 = 120

Ausgleich Ehefrau an Ehemann: 30

d.h. nach dem Ausgleich hätte

Ehemann: 120 + 30 = 150
Ehefrau: 120 - 30 = 90

jeder deckt die Schulden von 90 ab, somit hätte der Ehemann wieder seine 60 und die Ehefrau wieder mit 0 die gleichen Anfangsvermögen.

oder anders betrachtet:

während der Ehe ist beim Haus doch kein Zugewinn entstanden: 240 (Wert Haus) - 60 (Anfangsvermögen Ehemann) = 180 (Nettowert Haus) - 180 Schulden = 0 Zugewinn und der Ehemann könnte eigentlich ohne Auslgeich einfach das Haus übernehmen, in dem Falle es würde nicht verkauft werden. Somit hätte die Ehefrau kein Haus und keine Schulden, d.h. steht wie vor der Ehe da und der Ehemann hätte ein Nettovermögen von 60 , was er auch bereits vor der Ehe besessen hat.

Mfg



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.07.2006 | 11:14

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in).

Sie sollten in diesem Zusammenhang stets die gesamten Vermögensverhältnisse betrachten.
Leicht kommt man bei derartigen Zahlenspielen auf den falschen Weg. So haben Sie das Anfangs- und Endvermögen der Ehefrau um das Barvermögen gekürzt. So gelangen Sie aber auf den falschen Weg.

Um auf Ihre Nachfrage zurückzukommen.

Selbstverständlich partizipiert die Ehefrau an der Schenkung der Eltern – nach Ihren Angaben aber nur indirekt. Daher mein ursprünglicher Hinweis, dass die Schenkung an das Kind der Eltern erfolgen müsste. Ist diese explizit für den gemeinsamen Hausbau zur Förderung der Ehe (also für beide Ehepartner) bestimmt, so könnte man darüber nachdenken die Schenkung nicht zum Anfangsvermögen des Ehemannes zuzurechnen.

Angenommen wir berücksichtigen wie in Ihrem zweiten Beispiel die Hypothek nicht.

Dann gilt für den Ehemann:

Endverm. (120 Haus) – Anfangsverm. (30 Bar + 30 Schenkung ) = Zugewinn (60)

Für die Ehefrau:

Endverm. (120 Haus + 20 Bar) – Anfangsverm. (10 Bar) = Zugewinn (130)

Zugewinnausgleich Ehefrau an Ehemann: 35

Sollten Sie weitergehende Fragen haben so bitte ich Sie - mit RÜcksicht auf die Geschäftsbedingungen von Frag einen Anwalt eine neue Frage zu erstellen. Sie können mich aber auch gerne über eine Online Beratung in Anspruch nehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

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