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Beim Überfahren roter Ampel geblitzt während verlängerter Probezeit - NRW

| 16.07.2019 20:58 |
Preis: 50,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Lembcke


Hallo,
meine Tochter wurde in ihrer "ersten" Probezeit wegen zu hoher Geschwindigkeit geblitzt.
Sie war in einer Autobahnbaustelle 21 km/h zu schnell.
Die Probezeit wurde verlängert und dauert lt. Straßenverkehrsamt noch bis Dez. 2019.

Jetzt ist sie gestern in Bochum beim Überfahren einer roten Ampel von einer Säule geblitzt worden.
Lt. ihrer Aussage hat es zwei Mal geblitzt.

Können Sie mir erklären, wie nun die weitere Vorgehensweise sein wird, und was meine
Tochter erwarten wird?

Vielen Dank! Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei einem Rotlichtverstoß handelt es sich erneut um einen sog. schwerwiegenden A Verstoß.

Kommt es in der verlängerten Probezeit erneut zu einem A-Verstoß, dann folgt diesem (neben der Ordnungswidrigkeitenanzeige) in aller Regel eine schriftliche Verwarnung durch die Führerscheinbehörde. Außerdem wird dem Fahrer die Teilnahme an einer freiwilligen verkehrspsychologischen Beratung empfohlen.

Sollte sich herausstellen, dass der Blitzer bzw. die Messung fehlerhaft war, und das Verfahren eingestellt werden, dann sind keine Konsequenzen zu befürchten.

Kommt ein weiterer A Verstoß in der verlängerten Probezeit hinzu (3. Verstoß) kann es den Entzug der Fahrerlaubnis nach sich ziehen.

Wenn eine Verkehrspsychologische Beratung nahegelegt wurde, sollten Sie schnell Kontakt aufnehmen, denn es steht dafür nur eine Zeit von zwei Monaten zur Verfügung. In der Verkehrspsychologischen Beratung soll der Inhaber der Fahrerlaubnis veranlasst werden, Mängel in seiner Einstellung zum Straßenverkehr und im verkehrssicheren Verhalten zu erkennen und die Bereitschaft zu entwickeln, diese Mängel abzubauen. Die Beratung soll eine angemessene Selbstreflexion und Selbsteinschätzung anregen. Der Berater soll die Ursachen der Mängel aufklären und Wege zu ihrer Beseitigung aufzeigen. Die Verkehrspsychologische Beratung kann auch die Erarbeitung konkreter Maßnahmen beinhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 16.07.2019 | 22:16

Hallo,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Sie haben uns sehr weiter geholfen. Allerdings habe ich noch eine Nachfrage.
Habe ich Sie richtig verstanden, dass meiner Tochter kein einmonatiges Fahrverbot droht, sondern erst beim nächsten Verstoß (A 3)? , den ich natürlich nicht erfoffe.
Ich dachte, beim Überfahren einer roten Ampel droht sowieso ein einmontatiges Fahrverbot.
Können wir also davon ausgehen, dass sie nicht mit einem Fahrverbot rechnen muss?
Was die verkehrspsychologische Beratung betrifft, ist das ein MPU?
Selbstverständlich wird sie das sofort anstreben.
Ich danke Ihnen nochmals herzlich.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.07.2019 | 22:26

Ihre Nachfrage möchte ich gerne beantworten.

Das Fahrverbot für den Rotlichtverstoß wird leider trotzdem verhängt werden. Erst kommt insoweit die Aburteilung der Ordnungswidrigkeit mit Fahrverbot etc. und anschließend die Ahndung des Probezeitverstoßes. Es liegen daher zwei Verstöße nebeneinander vor.

Die verkehrspsychologische Beratung ist freiwilligt. Entscheidet sich ein Betroffener gegen die Teilnahme, entstehen erst einmal keine Nachteile. Allerdings kann die zuständige Behörde bei mehreren Verstößen (Folgeverstöße) und nicht gezeigter Einsichtigkeit zur Annahme gelangen, dass ein Fahranfänger in der Probezeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges ungeeignet sein könnte. Tritt dieser Fall ein, kann die Behörde auch ein Fahreignungsgutachten (MPU) anordnen.

Die Beratung muss durch einen Diplom-Psychologen, der amtlich anerkannter verkehrspsychologischer Berater ist, durchgeführt werden. Die Beratung erfolgt in drei oder manchmal auch vier Einzelgesprächen an drei verschiedenen Tagen. Diese Gespräche müssen zusammen eine Gesamtdauer von vier Zeitstunden haben, wobei jeweils eine Stunde zur Vorbereitung und eine Stunde zur Nachbereitung darin mit eingeschlossen sind. Die Termine kann der Teilnehmer individuell mit dem Gutachter vereinbaren, allerdings darf die Gesamtdauer vom ersten bis zur letzten Termin 14 Tage nicht unterschreiten, aber auch nicht länger als vier Wochen betragen. Wenn es der Berater für notwendig hält oder wenn der Autofahrer es wünscht, kann eine verkehrspsychologische Beratung auch Fahrproben beinhalten oder andere Maßnahmen, die das Verhalten des Teilnehmers im Straßenverkehr aufzeigen.

Die Ergebnisse aus den Gesprächen sowie aus den Maßnahmen sind nur für den Betroffenen bestimmt. Sie dürfen nicht weitergegeben werden. Der Teilnehmer erhält eine Teilnahmebestätigung – diese ist allerdings kein verkehrspsychologisches Gutachten. Zum Abschluss erfolgt keine Prüfung, so dass eine verkehrspsychologische Beratung auch nicht bestanden werden muss. Mit einer MPU ist dies daher nicht zu vergleichen.

MfG
RA Lembcke

Bewertung des Fragestellers 16.07.2019 | 22:42

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