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Geblitzt an der roten Ampel


20.04.2006 19:56 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



ich erhielt einen Anhörungsbogen der besagte ich sei an einer roten
ampel geblitzt worden die bereits mehr als eine Sekunde rot war. Wie kann ich ein Fahrverbot vermeiden , da die Ampel tatsächlich während des Überquerens auf rot umsprang . Wie hoch sind meine Erfolgsaussichten beim Einspruch.Wie ist die weitere Vorgehensweise , die sie vorschlagen.

mfg

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Sehr geehrter Fragesteller,

Sie tragen vor, dass die Ampel auf Rot umsprang, als Sie die Haltelinie passierten. Nach Ihrer Schilderung handelt es sich um keinen sog. qualifizierten Rotlichtverstoß, sondern - wenn überhaupt - um einen einfachen Verstoß (= 50,00 EUR, 3 Punkte, kein Fahrverbot).

Zunächst wäre zu fragen, nach welchem Messverfahren hier gearbeitet wurde. In vielen Fällen liegen in der Straße sog. Induktionsschleifen. Die Zeitmessung erfolgt in dem Augenblick, in dem das Fahrzeug mit den Vorderrädern die im Straßenbelag verlegte Induktionschleife überfährt. In den meisten Fällen liegt die Induktionschleife nicht unmittelbar unter der Haltelinie. Liegt sie - in Fahrtrichtung gesehen - hinter der Haltelinie, werden um bis zu 0,3 Sekunden - bei sehr langsamer Fahrt sogar bis zu 0,5 Sekunden - zu lange Rotlichtzeiten ausgewiesen. Eine solche Fehlermessungen kann man daran erkennen, dass auf den in den Akten befindlichen Fotos das Fahrzeug mit den Vorderrädern die Haltelinie bereits passiert hatte. In der Regel werden zwei Fotos angefertigt. Hierdurch kann auch belegt werden, dass der Betroffene verkehrsbedingt in der Kreuzung stehen bleiben musste.

Liegt ein wie oben beschriebene Fall bei Ihnen vor, besteht die Möglichkeit den qualifizierten Rotlichtverstoß in einen einfachen Rotlichtverstoß zu wandeln. Im Prinzip geht es darum, unter die 1 Sekunde zu kommen.
Dafür müssten Sie einen Rechtsanwalt beauftragen, der Akteneinsicht beantragt. Erst nach Akteneinsicht und Begutachtung der Schaltpläne der Kreuzung und nach Auswertung der Fotos kann Ihnen Ihr Anwalt ausrechnen, ob die Möglichkeit besteht, den qualifizierten Rotlichtverstoß zu vermeiden.


Mit freundlichen Grüßen
H. Momberger
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