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Barunterhalt Kind in Ausbildung

15.09.2021 11:54 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,
Ein Kind 18 Jahre im ersten Lehrjahr ist jetzt spontan auf die Idee gekommen zu ihrem Freund zu ziehen. Es wird zwar von nicht gut geheißen aber duch das Alter von 18 Jahren ist auch nicht wirklich zu verhindern. Mir ist bekannt das ihr das Kindergeld jetzt zusteht aber die Frage ist ob ich ihr jetzt auch Barunterhaltspflichtig bin da sie ja auch bei mir wohnen kann. Wenn ich ihr Barunterhaltspflichtig bin ,wie wird es berechnet? Mein Einkommen liegt im Durchschnitt bei 2100 € der Vater des Kindes unterhaltpflichtig kommt dem aber nicht nach.
Mit freundlichen Grüssen

15.09.2021 | 12:37

Antwort

von


(156)
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52428 Jülich
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Mit der Vollendung des 18. Lebensjahres endet in der Tat die Pflicht, Naturalunterhalt zu leisten und gegenüber dem volljährigen Kind, welches sich in der Ausbildung befindet, besteht gem. § 1610 BGB eine Unterhaltspflicht.

Diese besteht bei beiden Elternteilen in Form der Verpflichtung, Barunterhalt zu leisten.

Maßstab ist hier § 1606 III BGB, d.h. die Eltern haften anteilig nach Ihren Einkommensverhältnissen.

Wichtig ist es also, dass unterhaltsrechtliche Einkommen beider Elternteile zu ermitteln.

Wenn das Einkommen beider Elternteile ermittelt ist, dann wird dieses addiert. Anhand des addierten Betrages kann man dann den Unterhaltsbedarf des Kindes nach der Düsseldorfer Tabelle ermitteln.

Von diesem dort ermittelten Bedarf wird das volle Kindergeld abgezogen. Ebenfalls abgezogen davon wird die Nettoausbildungsvergütung des Kindes, von der dem Kind aber vorab ein Betrag von 100 Euro als ausbildungsbedingter Mehrbedarf verbleiben muss. Der verbleibende Restbedarf wird dann zwischen den Kindeseltern
nach dem Verhältnis der Einkünfte verteilt, wobei jedem Elternteil ein Selbstbehalt von 1400 Euro verbleiben muss.

Ich möchte dies an einem beliebigen Beispiel verdeutlichen:

Ihr Einkommen beträgt 2100 Euro monatlich netto. Unterstellt, das andere Elternteil hat 1700 Euro netto, so macht dies in Summe 3800 Euro aus.

Nach der aktuellen Düsseldorfer Tabelle führt dies bei einem 18 jährigen zu einem Bedarf von 722 Euro monatlich. Hiervon abgezogen wird das volle Kindergeld, so dass 503 Euro verbleiben.

Angenommen, das Kind hat eine Nettoausbildungsvergütung von 400 Euro.

Von dieser muss dem Kind der ausbildungsbedingte Mehrbedarf von 100 Euro zu Gute kommen, so dass also von den 400 Euro nur 300 Euro angerechnet werden.

Zieht man die 300 Euro von den 503 Euro ab, so verbleibt ein Restbedarf von 203 Euro.

Dieser wird jetzt zwischen Ihnen und der Mutter verteilt bei Wahrung des SB von 1400 Euro.

Also:

Einkommen Vater: 2100 - 1400 Euro = 700 Euro
Einkommen Mutter: 1700 - 1400 Euro = 300 Euro.

Beide Eltern zusammen haben also 1000 Euro zur Verfügung und der Anteil hieran beträgt beim Vater 70 % und bei der Mutter 30 %.

Also muss bezüglich des Restbedarfes von 203 Euro der Vater 70 % hiervon zahlen, also rund 142 Euro und die Mutter den Rest.

Sie können gem. § 1612 II BGB Ihrem Kind anbieten, dass es bei Ihnen wohnen kann, so dass dann der Barunterhalt entfallen würde.

Indessen muss dabei auf die Belange des Kindes Rücksicht genommen werden. Hier findet nach der Rechtsprechung eine umfassende Einzelfallabwägung statt bei der natürlich berücksichtigt werden muss, dass das Kind volljährig ist und ein eigenes Leben durchaus führen kann (OLG Hamm, Beschluß vom 14-02-1990 - 10 WF 77/90) Da es sich hierbei um eine Einzelfallentscheidung handelt und ich nicht alle Umstände kenne, kann ich leider nicht beurteilen, ob Sie mit dem Angebot an Ihr Kind, dass es auch weiter zu Hause wohnen kann, letztlich durchkommen werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit vorab helfen und stehe für Rückfragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klein


Rechtsanwalt Thomas Klein
Fachanwalt für Familienrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Steuerrecht

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