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Autoverkauf von Privat an Internet -ändler


07.03.2006 17:10 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Ich habe das KFZ eines dritten im Internet zum Verkauf angeboten. Ein Händler meldete sich und schickte mir ein Fax auf welchem die Anzeige im Internet abgedruckt war (mit Detailfehlern bei der Fahrzeugaustattung!)...der Preis war durchgestrichen und ein neuer eingesetzt(2000 anstatt 2500€). Ein kleiner Stempel der Internet-Firma war drauf "Käufer ist Firma XY" und ein Abholungszeitraum. Ich habe nach einem Telefonat mit dem Händler unterschrieben, wo wir die Übergabe nochmals besprachen (Übergabezeitraum, Barzahlung, etc)

Danach passierte aber nichts mehr...der Händler meldete sich nicht mehr. Erst 5Tage nach der vereinbarten Frist meldete er sich. Leider wurde das Fahrzeug nun schon durch den eigentlichen Auftraggeber verkauft da es ihm zu lang dauerte.

Was kommt nun auf mich zu. Der Händler beruft sich auf das FAX als Vertrag. Ist dies FAX in dem Sinne ein gültiger Vertrag? Eigentlich sollte ein ADAC Kaufvertrag bei vereinbarter Übergabe ausgefüllt werden. Ich bin am Ende :(

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zunächst handelt es sich auch bei dem Fax um einen Vertrag.

Fraglich ist aber, ob SIE überhaupt Vertragspartner des Händlers geworden sind. Sie schreiben, dass Sie das Fahrzeug eines Dritten verkauft haben.

Wenn dieses im Internet deutlich geworden ist und dann auch das Fax auf dieses Internetangebot Bezug genommen hat, werden SIE als Vertragspartei nicht anzusehen sein, sondern als Vertreter des Verkäufers (Dritten).

Ansprüche gegen Sie könnten dann gar nicht gestellt werden, da die Vertragspflichten dann den Dritten treffen würden.


Aber auch, wenn Sie das Fahrzeug nicht offenkundig für einen Dritten verkauft und sich somit nicht als Vertreter ausgegeben haben, besteht noch Hoffnung:

Nach Ihren Angaben gab es einen genauen Übergabetermin, der offenbar vom Händler nicht eingehalten worden ist, so dass der Händler, wenn es sich um einen Fixtermin gehandelt hat, sich im sogenannten Verzug befunden hat.

Nach Verzug werden Sie sicherlich den Händler zur Abholung aufgefordert haben, so dass Sie danach vom Vertrag zurücktreten konnten. Dieses sollten Sie den Händler auch mitteilen.


Hier besteht nun die weitere Besonderheit, dass nach Ihrer Schilderung ein sogenannter Fernabsatzvertrag nach § 312b BGB geschlossen worden ist, so dass Sie (wenn Sie nicht nur Vertreter gewesen sind, siehe oben) den Vertrag schriftlich unter Hinweis auf den Fernabsatzvertrag widerrufen sollten. Hier reicht das rechtzeitige Absenden, was Sie aber nachweisen müssen, so dass Sie dieses per Einschreiben mit Rückschein machen sollten.


Besteht der Händler weiter auf Lieferung oder Schadensersatz, kann man Ihnen nur empfehlen, die Angelegenheit dann an einen Rechtsanwalt abzugeben. Denn diese erste Einschätzung basiert auf den bisherigen Angaben, wobei eine genauere Prüfung aller Unterlagen, den Internetangebotes etc. dann sinnvoll erscheint, wenn die Sache nicht beendet werden kann. Das kann dieses Forum nicht ersetzen.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 07.03.2006 | 17:41

Vielen Dank,

ich habe nur telefonisch erklärt, das der Wagen einem Dritten gehört. In Verzug habe ich den Händler leider nicht gesetzt.

Ist die Grundlage für ein Fernabsatzgesetz geben? Verkäufer ist ja Privat und Käufer ein Händler...?! Wenn das möglich wäre, könnte ich also sofort vom Vertrag zurücktreten? Wäre wohl die beste und sicherste Lösung?!

Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.03.2006 | 17:46

Wenn Sie erklärt haben, dass der Wagen einem Dritten gehört und Sie diesen nur in dessen Namen verkaufen, sind Sie vertreten. Diese Äußerung müsste zu Beweiszwecken aber jemand mit angehört haben, der dann ggfs. als Zeuge zur Verfügung steht.

Dieses sollten Sie dem Händler mitteilen und GLEICHZEITIG noch vorsorglich den Widerruf erklären.

Viel Glück.

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