Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.578
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ausbildung trotz Vertrag durch Betriebsarzt zerstört


31.07.2007 10:17 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Hallo,
kann mir jemand weiterhelfen? Meine Tochter 19 Jahre hat seit 3 Jahren Epilepsie. ( vor 3 Jahren wurde sie auch Mutter ) und schaffte trotz ihrer Krankheit und Kind ihre Fachhochschulreife zu machen. Sie bekam sogar vom Berufskolleg eine Auszeichnung ( Urkunde ) als Annerkennung für ihre schulischen Leistungen trotz Krankheit und Kind. Sie hatte immer als Ziel einen Ausbildungsplatz zu bekommen, und arbeitete sehr hart dafür.

Sie schaffte es jetzt auch einen Ausbildungsplatz als Kauffrau für Bürokommunikation zu bekommen. Es ist eine sehr große Firma die dem öffentlichen Dienst angeschlossen ist.
Sie hatte beim Vorstellungsgespräch offen und ehrlich darüber gesprochen das sie Epilepsie hat und man unterhielt sich auch ausführlich darüber.
( Meine Tochter hat durch die Epilepsie 40% vom Versorungsamt bekommen )
Meine Tochter bekam einen Ausbildungsvertrag zum 01.09.2007 ( von beiden Seiten unterschrieben ), wurde bei der Handelskammer angemeldet und hatte alle Termine schon ( Zwischenprüfung und usw ). Sie musste dann noch zum ärztlichen Dienst zur Untersuchung. Alles war soweit in Ordnung. Gestern wurde sie von der Ärztin ( ich nenne sie mal Ärztin1 ) angerufen und die sagte ihr: Da sie mit Ihrer Chefin ( auch Ärztin - ich nenne sie Ärztin2- und ihre Vorgesetzte ) in telefonischen Kontakt steht, ( ihre Chefin Ärztin2 ist in Urlaub und hat meine Tochter mal nicht gesehen und nicht gesprochen ) und sie gehört hat das meine Tochter Epilepsie hat, solle sie schreiben: NICHT GEEIGNET.

Meine Tochter ist total am ende. Wie kann diese Ärztin die sie nie gesehen und gesprochen hat ihr die Zukunft versauen.

Selbst die Neurologin ist der Meinung das diese Tätigkeit optimal für meine Tochter wäre und sich auch eventuell positiv auf die Krankheit auswirken kann.

Meine Tochter rief bei der Firma an, und dort will man versuchen dass es trotzdem klappt, aber man sagte ihr auch dass es schlecht aussieht, da die Chefs die sich jetzt über diesen Fall unterhalten werden sich in der Regel wegen der Fürsorgepflicht nicht über den Rat der Ärztin ( sie ist auch die Betriebsärztin ) wegsetzen würden.

Meine Tochter versucht jetzt ein Attest von ihrer Neurologin zu bekommen, das einer Ausbildung aus ihrer Sicht nichts im Wege steht.
Aber ob das was hilft weiß ich nicht.

Diese Betriebsärztin -Ärztin2- kommt in 2 Wochen aus dem Urlaub zurück, und dann versucht meine Tochter mit ihr persönlich zu reden wenn sie überhaupt einen Termin bekommt.

Meine Tochter fragte die Ärztin1 ob das NICHT GEEIGNET nur wegen der Epilepsie ist, oder ob noch was anderes wäre. Ärztin1 sagte ihr, das es NUR wegen der Epilepsie ist. Dann sagte Ärztin1 sie solle sich lieber in einer kleineren Firma bewerben, das wäre besser für eine Epileptikerin. ( was für ein absoluter Blödsinn ) Std später sagte Ärztin1 ihr, dass es nächstes Jahr besser aussehen würde und dann vielleicht nichts mehr gegen eine Einstellung spricht. Das ist ja wohl eine Unverschämtheit. Diese Ärzte widersprechen sich total.
Was kann man machen in solch einem Fall.
Kann DIESE Ärztin wirklich die Zukunft meiner Tochter versauen???
Ihre Anfälle sind ca. 2-mal im Jahr und das für 5 Minuten. Danach ist sie sehr geschwächt, schläft den ganzen Tag und kann den nächsten Tag wieder arbeiten ( eben nur etwas gerädert wie Muskelkater ). Wenn der Anfall mal sehr schwer war ( relativ auch nur ca 5 min ) hat sie einen halben Tag Gedächnisslücken. Eigentlich keine sooo schwere Epilepsie.
Die Ausbildung kann jedoch dazu beitragen das vielleicht auch kein Anfall mehr kommt.

Was kann ich bzw meine Tochter machen???

Gibt es vielleicht eine Möglichkeit den Arbeitgeber was die Epilepsie angeht von seiner Fürsorgepflicht zu befreien damit sie ihre Ausbildung trotz negativer Meinung der Betriebsärztin beginnen kann, und wenn ja, welche Auswirkung hat das.

Kann ein Attest von einer Neurologin ( die ja Spezialistin auf diesem Gebiet ist ) dabei helfen?

Bin für jeden Rat dankbar

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung ihres Einsatzes und ihrer Angaben wie folgt beantworten darf.

Sie teilen mit, dass es bereits einen Ausbildungsvertrag gibt, der von beiden Seiten unterschrieben worden ist. Dadurch haben sich beide Seiten zur Ausbildung verpflichtet. Lediglich durch eine Nichteignung zur Ausbildung könnte ein Hindernis vorliegen. Eine solche Nichteignung könnte sich durchaus durch eine Krankheit, hier durch die Epilepsie ergeben. Dies muss jedoch der Arbeitgeber explizit nachweisen. Kann er dies nicht, so gibt es auch keinen Grund das Ausbildungsverhältnis zu lösen.

Dabei sind Sie auch berechtigt, Gegengutachten oder gegenteilige ärztliche Auffassungen darzureichen. Kommt keine Einigung zu Stande, würde es auf ein arbeitsgerichtliches Verfahren hinauslaufen, indem das Gericht über die Ausbildungsfähigkeit ihrer Tochter entscheiden würde. Zentrale Frage wäre dann dort, über die das Arbeitsgericht entscheiden würde, die Epilepsie, beziehungsweise Ausbildungsfähigkeit ihrer Tochter.

Ihre Tochter kann vorliegend nur auf das durch den Ausbildungsvertrag wirksame Ausbildungsverhältnis verweisen und gegebenenfalls auch eine Feststellungsklage beim Arbeitsgericht einreichen, dass das Ausbildungsverhältnis weiterbesteht und der Arbeitgeber verpflichtet ist, in die Ausbildung fortzusetzen. Gut wäre es natürlich, wenn vorab in einem persönlichen Gespräch genau dieses Ergebnis erzielt werden könnte, da so meist ein gerichtliches Verfahren die Vertrauensbasis zwischen den Parteien angreift.

Das Attest der Neurologin kann sicherlich als Nachweis dienen, dass die Epilepsie keine negativen Auswirkungen auf das Ausbildungsverhältnis hat. Gleichzeitig können sie dem Arbeitgeber anbieten, die Ausbildung vorerst anzufangen und wenn sich tatsächlich herausstellen sollte, dass die Epilepsie die Ausbildung behindert, das Ausbildungsverhältnis von Seiten ihrer Tochter abzubrechen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung und Hilfe gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

Www.rechtsbuero24.de

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER