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Auflösung Zweitwohnung / Verlegung Lebensmittelpunkt - Ansatz Umzugskostenpauschale


29.07.2007 11:04 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgendes Problem und hoffe auf Ihre Hilfe:

Im August 2005 wurde ich von meinem Arbeitgeber versetzt. Ich habe mir zu diesem Anlass neben meinem Hauptwohnsitz am Ort A eine Zweitwohnung am neuen Beschäftigungsort B genommen (Entfernung zwischen A und B ca. 170 km).
Die Zweitwohnung wurde steuerlich anerkannt.

Im Mai 2006 haben wir (ledig aber incl. Lebensgefährtin) unseren Hauptwohnsitz nach C verlegt (ca. 25 km vom Beschäftigungsort B entfernt). An demselben Tag haben wir ebenfalls die Zeitwohnung aufgelöst, in dem wir die Utensilien von B nach C verbracht haben.

Ich habe nun in meiner Steuererklärung für 2006 zwei Umzüge angegeben, zum einen den so genannten kleinen Umzug (Auflösung der Zweitwohnung) von B nach C. Und den so genannten großen Umzug (Verlegung des Lebensmittelpunktes) von A nach C.

Für den Umzug von B nach C habe ich nur die km-Pauschale geltend gemacht.

Für den Umzug von A nach C habe ich sämtliche Auslagen (Miet-LKW, Verpackung usw.) angesetzt und zusätzlich noch den erhöhten Pauschbetrag für sonstige Umzugsauslagen (ich wurde innerhalb der letzten 5 Jahre bereits mehrfach versetzt).

Das Finanzamt hatte nun diese Pauschale nicht akzeptiert, mit der Begründung, dass es sich bei dem Umzug von A nach C letztlich um die Beendigung der doppelten Haushaltsführung handelt.

Hiergegen habe ich Einspruch eingelegt. Meine Begründung: Es handelt sich bei dem Umzug von B nach C um die Beendigung der doppelten Haushaltsführung (daher hier auch keine Pauschale angesetzt!). Bei dem Umzug von A nach C handelt es sich um die Verlegung des Lebensmittelpunktes (daher Pauschale angesetzt!). Begründet habe ich dies mit BFH-Urteil vom 21.07.1989 – BStBl. 1989 II S. 917.

Dieser Einspruch wurde vom Finanzamt abgewiesen. Man fasst hier, so scheint es, beide Umzüge zusammen, so dass sich dann der Sachverhalt der Auflösung der doppelten Haushaltsführung auch für den Umzug von A nach C ergibt. Fernmündlich wurde mir zudem noch erklärt, dass der Umzug nach C „quasi mein Privatvergnügen gewesen sei“, da ja nun die Entfernung des neuen Lebensmittelpunktes weiter entfernt vom Beschäftigungsort B liegt, als dies bei der Zweitwohnung der Fall war.

Es ist vielleicht noch wissenswert, dass zur Zeit meines Umzugs mein Arbeitgeber eine Verlegung des Firmensitzes geplant hat und zwar ca. 5 km entfernt von meinem jetzigen Wohnort C. Unter diesem Hintergrund erfolgte auch meine Wohnortauswahl. Letztlich fiel die Wahl für den neuen Firmensitz dann doch auf einen ganz anderen Standort (von C ca. 20 km entfernt!).

Nun zu meiner Frage: Macht es Sinn den Einspruch aufrecht zu erhalten, da es sich tatsächlich um zwei getrennte Umzüge handelt (auch wenn diese an einem Tag stattfanden) oder ist die Auffassung des FA korrekt und die Pauschale darf nicht angesetzt werden? Welche Begründung muss ich liefern (Urteile, Paragrafen)?

Vielen Dank vorab!
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Hier liegen in der Tat ZWEI UMZÜGE vor, die steuerrechtlich nicht zusammenzufassen, sondern getrennt zu beurteilen sind, selbst wenn diese an einem Tag stattgefunden haben.

Der hier streitige „große“ Umzug von A nach C ist beruflich bedingt, da nach Ihrer Darstellung zum Zeitpunkt des Umzugs Ihr Arbeitgeber eine Verlegung des Firmensitzes geplant hat und zwar ca. 5 km entfernt von dem jetzigen Wohnort C.

Da der Umzug von A nach C beruflich bedingt war, steht Ihnen auch die Umzugskostenpauschale zu, da mit dem Umzug auch der Lebensmittelpunkt verlegt wurde (FG Köln v. 20.03.2002, 10 K 1483/99; nachzulesen unter: http://www.fg-koeln.nrw.de/presse/entschei/archiv_02/99k1483.htm).

Hier übersieht das FA, dass die doppelte Haushaltsführung eben nur durch den „kleinen“ Umzug von B nach C beendet worden ist und nicht auch durch den Umzug von A nach C.

Da das FA den Einspruch jedoch bereits abgewiesen hat, können Sie Ihn auch nicht mehr aufrechterhalten.
Ihnen bleibt deshalb nur die Möglichkeit, gegen die ablehnende Einspruchsentscheidung Klage beim Finanzgericht einzureichen. Gerne bin ich Ihnen dabei im Rahmen eines Mandats behilflich.

Die Erfolgsaussichten der Klage werden ganz entscheidend von der Klagebegründung abhängen. Hier müssten Sie im Einzelnen genau darlegen, dass es sich um zwei selbstständig zu beurteilende Umzüge gehandelt hat. Ferner sollten Sie durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers den Nachweis erbringen können, dass der Arbeitgeber zum Zeitpunkt des Umzugs eine Betriebssitzverlegung nach C geplant hatte.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

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