Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auflösung Erbgemeinschaft und dadurch Hausverkauf an Söhne eines Erben


| 07.09.2006 19:56 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Sehr geehrter Rechtsanwalt, sehr geehrte Rechtsanwältin,

folgender Sachverhalt liegt vor:

Es besteht eine Erbgemeinschaft aus P, G und H. Die Erbmasse besteht aus zwei Häusern Haus A im Wert von 123.379€ und Haus B im Wert von 180.000€. Keiner der Erben erhebt Anspruch auf die Häuser, sondern diese sollen jeweils an die beiden Söhne von P verkauft werden.

1. Frage: Wenn die Söhne die Häuser der Erbgemeinschaft abkaufen, fällt Grunderwerbsteuer an. Diese beträgt 3,5%, allerdings stellt sich mir die Frage, ob diese 3,5% vom Kaufpreis zu zahlen sind, oder ob diese abzüglich des Erbanteils von P zu zahlen sind, also von 82.252,67€ bzw. von 120.000€. Da die Söhne von P ja geradlinige Verwandte von P sind?

2. Frage: Wenn P beide Häuser aus der Erbgemeinschaft kauft, z.B. mit einem Zahlungsziel von 6 Wochen, (Unbedenklichkeitserklärung des Finanzamtes dürfte ja kein Problem sein, da gemäß Grunderwerbsteuergesetz beim Kauf zur Verteilung der Erbmasse keine Grunderwerbsteuer anfällt, solange der Käufer gleich Miterbe ist) und diese Häuser dann jeweils an seine Söhne weiterverkauft, innerhalb kürzester Zeit mit einem Zahlungsziel von z.B. 4Wochen, so dass P mit dem Geld von seinen Söhnen seinen Kauf der Häuser begleichen kann, müssen die Söhne dann Grunderwerbsteuer zahlen?? (geradlinig Verwandt!) Bzw. ist dies überhaupt zulässig?

3. Frage: Wenn der Vorgang in Frage 2 zulässig ist, P seinem Sohn das Haus für 123.379€ verkauft, P selbst aber nur 82.252,67€ (nämlich 123.379€ abzüglich seines Erbanteils) als Kaufpreis aufbringen musste, hat er dann Gewinn aus Einkünften gemacht und muss diese versteuern (Einkommenssteuer!)? oder zählt der Differenzbetrag als Erbanteil und P muss diesen nicht versteuern?


-- Einsatz geändert am 07.09.2006 20:31:19

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte[r] Ratsuchende[r],

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Die Erbengemeinschaft ist eine Gesamthandsgemeinschaft. Dies bedeutet, dass jedem der Miterben ein entsprechend seiner Erbquote zu bemessender Anteil am Gesamtnachlass zusteht, mit der Maßgabe, dass nur alle Erben gemeinschaftlich über den Nachlass verfügen können.

zu Frage 1.

Wenn die Söhne die Grundstücke von der Erbengemeinschaft käuflich erwerben, bemisst sich Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 % nach dem Wert der Gegenleistung (hier der Kaufpreis).

Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn die Söhne an der Erbengmeinschaft beteiligt wären.
Dann käme die Regelung in § 6 I Grunderwerbsteuergesetz zur Anwendung.
Danach wird die Steuer nicht erhoben, soweit der Bruchteil, den der einzelne Erwerber enthält, dem Anteil entspricht, zu dem er am Vermögen der Gesamthand beteiligt ist.

Da die Söhne nicht zur Erbengemeinschaft gehören, fällt insoweit die Steuer in voller Höhe an.

zu Frage 2.

Die Erbengemeinschaft kann die gesamte Erbschaft verkaufen. Ein solcher Kauf liegt aber nur unter der Voraussetzung vor, dass der Nachlass als Ganzes, d.h. mit allen Rechten und Pflichten, auf den Käufer übergehen soll.
Von dem Kauferlös müsste der Erbschaftskäufer zunächst die Nachlassverbindlichkeiten begleichen.

P könnte als Erbschaftskäufer dann die Grundstücke an seine Söhne weiterveräußern.

Bestimmte Erwerbsvorgänge sind von der Steuerpflicht ausgenommen.
Nach § 3 Nr. 6 Grunderwerbsteuergesetz ist von der Besteuerung ausgenommen der Erwerb eines Grundstücks durch Personen, die mit dem Veräußerer in gerader Linie verwandt sind.

Die Söhne des P müssten daher keine Grunderwerbssteuer entrichten.

zu Frage 3.

Da dem P aus dem Rechtsgeschäft praktisch nur sein Erbteil verbleibt, sind dies von der Einkommenssteuer ausgenommene Einkünfte, da es sich insoweit um einen Vermögenszuwachs infolge der Erbschaft handelt.
Einkommensteuer dürfte daher nicht anfallen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -




Nachfrage vom Fragesteller 07.09.2006 | 22:10

zu Frage 2:
Verstehe ich es richtig, dass es also möglich ist, dass P beide Häuser aus der Erbgemeinschaft kauft, dass Geld für den Kauf aber erst dann begleicht, wenn er die beiden Häuser an seine Söhne weiterverkauft hat und das Geld von Ihnen bekommen hat?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.09.2006 | 22:13

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Ja, das ist möglich, wenn die übrigen Miterben der Erbengemeinschaft mit dieser vertraglich zu vereinbarenden Regelung einverstanden sind.

Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Antwort hat mir zunächst weitgergeholfen, wenn nun die Nachfrage noch deutlich beantwortet wird, ist es OK! "
FRAGESTELLER 4/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER