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Arbeitsrecht-> Überstd. auszahlen nach Kündigung und Freistellung

16.10.2015 21:23 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Lieben Gruß,
ich wurde mit Wirkung vom 15.10.2015 schriftlich zum 31.10.2015 gekündigt und freigestellt. So steht es in der Kündigung. Die damit verbleibenden 3 Urlaubstage würden durch die Freistellung abgegolten. So steht es in der Kündigung. Zu den Überstunden wurde nichts geschrieben. Allerdings müsste ich sehr viele Überstdunden haben. Meine Frage also: Kriege ich diese ausbezahlt?
Bei meiner Recherche dazu, habe ich es so verstanden, dass ich ein Recht auf Beschäftigung habe und eine Arbeitspflicht. Da sie mich freistellt, macht sie willentlich kein Gebrauch von meiner Arbeitskraft. Also fallen auch keine Überstd durch Freizeitausgleich=FZA weg. So habe ich es vetstanden. Da sie bei det Freistellung zwar den Urlaub, aber nicht die Überstunden angesprochen/geschrieben hat.
Nun hätte ich nach meiner Rechnung sogar bei FZA bis Ende des Monats Überstd. übrig.
Und da frage ich mich wie meine Cheffin diese errechnet und auf wie viele sie kommt.
Im Arbeitsfrag ist unter Paragraf=P. 7 eine durchschnittliche wöch. Arbeitszeit von 20 std. als 50% Stelle festgehalten. Macht für mich 4 std. durchs. am Tag (P. 8 "Mo bis Fr"). Wären bei Urlaub, Krankheit oder Freizeitausgleich 4 std. für einen Tag oder?
Ich habe mir meine Arbeitszeiten alle in einer Kladde notiert. Dokumentiert am Büro-PC sind nur die Zeiten während ich beim Klienten war. Ich arbeite als Soz.-Päd. als BeWo. Wegezeiten zwischen den Klienten kriege ich komplett angerechnet, sagte sie beim Einstellungsgespräch. Zwar seien 20 min zwischen zwei Klienten angedacht...aber manchmal schneller...manchmal langsamer ...aber es würde immer die gesamte wegzeit angerechnet. So habe ich, die Überstd auch gerechnet. Allerdings ist im Arbeitsvertrag unter P. 10 festgehalten "(...) Im Stadtgebiet von Essen gelten Wegezeiten zwischen zwei Betreuungs- bzw. Arbeitseinheiten bis zu 20 Minuten als Arbeitszeit. Ausnahmen bedürfen der gesonderten Vereinbarung." Bürozeiten habe ich abzügl. Raucherpausen und Mittagspausen komplett gerechnet. Mittagspause hatte ich fast nie....hab aber regelm. über 8-10 std. tägl. gearbeitet. Ich befürchte sie zieht mir die gesetzl. Pause von der Arbeitszeit ab. Obgleich es kaum möglich war eine Mitragspause zu machen. Wie gesagt weiß ich nicht auf wie viele Überstd. die Cheffin kommt und ob sie diese bis Ende Oktober vergeltet. Ich komme bis einschließl. KW 42 auf ca. 105 Überstd. und damit ca 1538,25 € Vergütung....bei FZA bis Ende Okt (inkl. 3 Urlaubstage) blieben noch ca 65 Überstd. und ca 937,60€. (errechnet nach Formel: Monatslohnx3:13:Wochenarbeitsstd) (P.6 "(...) monatliches Bruttogehalt in Höhe von 1270,00 € (...)" Welchen Betrag kann ich verlangen?
Für Di hab ich bei der Übergabe von Schlüsseln und Unterlagen um ein Gespräch zu den angefallenen Überstd. gebeten per mail. Eine Übersicht über die Überstd. hab ich nie bekommen. Bin gespannt auf wie viel sie kommt. Was ist, wenn sie einfach sagt mit drt Freistellung ist alles abgegolten?
P. 10 "Anfallende werden in der Regel nicht vergütet, sondern sind durch Freizeit abzugelten.(..)." Ausnahme seien gesonderte Vereinbarungen steht noch drin.
Entschuldigen Sie die vielen Fragen, aber ich bräuchte dringen Ihren Rat.
16.10.2015 | 22:01

Antwort

von


(1030)
Hallestr. 101
53125 Bonn
Tel: 0228 629 46 462
Tel: 0179 4822457
E-Mail:

Sehr geehrter Fragensteller,

erst einmal folgendes Wichtiges: Sie können binnen 3 Wochen ab Zugang der Kündigung entweder unter persönlichem Erscheinen zur Niederschrift bei der Geschäftsstelle des Arbeitsgerichts oder unter Einschalten eines Rechtsanwalts Kündigungsschutzklage erheben. UU ist hier die Kündigungsfrist vom Arbeitgeber zu kurz gewählt!

UU finden sich auch Ausschlussfristen zur Geltendmachung von Ansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis im Arbeits- / Tarifvertrag. Diese sollte man grds. einhalten!

Im Übrigen müssen sie sich sofort arbeitssuchend melden und die Arbeitsagentur über die Kündigung informieren, um ihren Mitwirkungspflichten nachzukommen und nachteilige Folgen für etwaiger Ansprüche auf ALG zu vermeiden.

Zu Ihren Fragen:

Wenn in der der Freistellung nur die Urlaubstage abgegolten werden sollen, betrifft dies eben auch nur die Urlaubstage.

Überstunden können "abgefeiert" oder ausgezahlt werden. Wenn es hierzu keine vertragliche Regelung gibt. hat der Arbeitgeber ein Wahlrecht. D.h. er kann frei bestimmen, ob es Freizeitausgleich oder Geld gibt.

Nach derzeitigem Stand müssen die Überstunden also ausgezahlt werden.

Die erfolgreiche gerichtliche Geltendmachung von Überstunden setzt aber eine beweisbare Anordnung der Überstunden durch den Arbeitgeber im Einzelfall sowie den substanziierten Beweis der zu viel erbrachten Arbeitsleistungen voraus!

Die nach § 4 ArbzG zu bestimmenden nicht genommenen Pausen wären also auch als Überstunden anzusetzen, wenn der Arbeitgeber dies angewiesen haben sollte.

Demnach sind - unter der Prämisse, dass Sie auf Weisung keine Pausen hatten - alle Stunden über 20 h pro Woche Überstunden gewesen. Die 3 Tage Urlaub sind aber mit der Freistellung verrechnet.
In der Tat wäre ein Arbeitstag mit 4 Stunden anzusetzen.

Aus taktischen Gründen bietet es sich vielleicht an erst gegen Monatsende das Gespräch über die Überstunden zu suchen und schriftlich eine Vereinbarung zur Abgeltung zu treffen - Beweis! Denn ansonsten kommt der Arbeitgeber uU auf die Idee, die Überstunden nachzuschieben in die Freistellung. Aber behalten Sie bitte die 3 Wochenfrist zur Erhebung der Kündigungsschutzklage - siehe oben - im Auge!

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Saeger
- Rechtsanwalt -


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