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Anspruch an Haftpflichtversicherung des Schädigers bei einem Wasserschaden

| 04.09.2020 10:33 |
Preis: 49,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Ein Heizungsbaubetrieb hat in der Wohnung, die über der meinigen liegt einen Wasserschaden verursacht und Wasser ist bei mir durch die Decke an eine Zimmerwand gelaufen (Eigentumswohnung Altbau).
Die Firma hat den Schaden anerkannt und bei ihrer Haftpflichtversicherung gemeldet. Mein Zimmer, in dem der Wasserschaden entstanden ist, wurde im Winter 2015 neu tapeziert, die Tapeten sind in neuwertigen Zustand (Nichtraucher, keine Kinder).
Zur Begutachtung des Schadens hat mir die Haftpflichtversicherung des Schädigers einen Malerfachbetrieb geschickt.
Der hat dann an die Versicherung ein Angebot geschickt, was es kosten würde, den gesamten Raum neu zu tapezieren, denn die Tapete kann nicht mehr nachgekauft werden. Dieses Angebot kenne ich aber nicht.

Folgende Fragen:
- Kann ich anstelle der Reparatur durch den Malerfachbetrieb auch eine Barentschädigung verlangen?
- Kann die Versicherung die Entschädigung mindern, weil die Tapete nicht absolut neu ist?
- Habe ich das Recht, das Kostenangebot des Malerfachbetriebs einzusehen?
- Ist mein Ansprechpartner der Heizungsbaubetrieb, der den Schaden verursacht hat oder dessen Versicherung?

Sehr geehrter Ratsuchender,

lassen Sie mich Ihre Fragen wie folgt beantworten.

1.
"Ist mein Ansprechpartner der Heizungsbaubetrieb, der den Schaden verursacht hat oder dessen Versicherung?"

Ihr Ansprechpartner, d.h. der Anspruchsgegner auf juristisch, ist der Verursacher.

Anders als bei der Kfz-Haftpflichtversicherung besteht kein sog. Direktanspruch gegenüber der Versicherung.

Dennoch übernimmt die Versicherung die Korrespondenz und Abwicklung mit Ihnen als Geschädigten.

2.
"Kann die Versicherung die Entschädigung mindern, weil die Tapete nicht absolut neu ist?"

Der Betrieb schuldet Ihnen Schadensersatz, der sich gemäß § 249 Abs. 1 und Abs. 2 BGB bemisst.

"Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre."

"Ist [...] Schadensersatz zu leisten, so kann der Gläubiger statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen. Bei der Beschädigung einer Sache schließt der nach Satz 1 erforderliche Geldbetrag die Umsatzsteuer nur mit ein, wenn und soweit sie tatsächlich angefallen ist."

Sie können die Herstellung des Zustands verlangen, der ohne den Schaden bestehen wurde, d.h. den beinahe fünf Jahre alten unbeschädigten Zustand.

Da dies nicht möglich ist, wird ein Abzug neu für alt vorgenommen.

Ein Geschädigter soll sich über das Schadensrecht nicht "Sanieren" können.

> Die Versicherung kann die Entschädigung mindern, wegen des Alters der Tapete.
Wahrscheinlich beträgt die Minderung rund 63 % ( 50%), wenn man von einer Lebensdauer der Tapete von 8 (10) Jahren ausgeht.,

3.
"Kann ich anstelle der Reparatur durch den Malerfachbetrieb auch eine Barentschädigung verlangen?"

Ja, da können Sie (s.o. 2.).

Statt der Renovierung können Sie auch den zur Beseitigung des Schadens erforderlichen Geldbetrag verlangen, allerdings ohne Umsatzsteuer, da sie keine Rechnung vorlegen.

4.
"Habe ich das Recht, das Kostenangebot des Malerfachbetriebs einzusehen?"

Nein, das haben Sie nicht.
Sie können selbst ein Kostenangebot einholen.
Wenn das der Gegenseite zu hoch ist, werden sie sicher das eigene Angebot offenlegen.



Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 04.09.2020 | 12:18

„Anders als bei der Kfz-Haftpflichtversicherung besteht kein sog. Direktanspruch gegenüber der Versicherung.
Dennoch übernimmt die Versicherung die Korrespondenz und Abwicklung mit Ihnen als Geschädigten."

Die Versicherung lässt schon seit mehreren Wochen trotz Fristsetzung meine Nachfragen nach dem Sachstand unbeantwortet. Soll ich mich also besser doch an den Schädiger halten oder raten Sie mir sogar einen Rechtsanwalt einzuschalten?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 04.09.2020 | 12:42

Sehr geehrter Ratsuchender,

mahnen Sie die Versicherung und die Firma schriftlich und setzen Sie eine Zahlungsfrist.

Danach können Sie auf deren Kosten anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

PeterEichhorn
Rechtsanwalt

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.09.2020 | 19:19

Sehr geehrter Ratsuchender,

mahnen Sie die Versicherung und die Firma schriftlich und setzen Sie eine Zahlungsfrist.

Danach können Sie auf deren Kosten anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

PeterEichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.09.2020 | 12:52

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