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Als Sportlehrer Kontaktlinsen als Werbungskosten absetzen


| 19.05.2007 21:37 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



Sehr geehrte Damen und Herren,

als Sportlehrer kann ich doch die Aufwendungen für eine Sportbrille genauso wie Aufwendungen für Sportbekleidung als Werbungskosten absetzen.
Ich benutze als Sportlehrer nun aber keine Sportbrille mehr während meiner Arbeit, sondern die für das Ausüben von Sport viel besser geeigneten Kontaktlinsen (weniger Verletzungsgefahr, besseres Sichtfeld).

Ich wollte nun wissen, ob ich die Kontaktlinsen ebenfalls als Werbungskosten bei der Steuererklärung absetzen kann?
Gibt es dazu schon Gerichtsurteile? Welches Aktenzeichen?

Vielen Dank schon jetzt für die Beantwortung meiner Fragen.

Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Fragender,

Kontaktlinsen sind laut Urteil des FG München (1 K 1488/99 vom 6.12.2000) grundsätzlich keine Werbungskosten, selbst dann nicht, wenn sie anstatt einer Brille gekauft werden, um die berufliche Verletzungsgefahr auszuschließen.

Krankheitskosten, zu denen die Kosten für Kontaktlinsen, Brillen usw. zählen, sind vom Gesetzgeber grundsätzlich im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen zum Abzug vorgesehen worden, jedoch ist hierbei zu beachten, dass ein Abzug nur dann in Betracht kommt, wenn die Kosten hierfür über die sog. zumutbare Eigenbelastung hinausgehen.

Gleichwohl möchte ich Ihnen den Rat geben, im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung zu versuchen, die bei Ihnen hierfür angefallenen Ausgaben als Werbungskosten abzusetzen, da es sich in solchen Fragen häufig um Einzelfallentscheidungen handelt und die vorliegende Entscheidung keine höchstrichterliche Rechtsprechung (BFH) ist.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Corina Seiter

Nachfrage vom Fragesteller 20.05.2007 | 16:08

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Mich interessiert nun noch, ob es auch ein gerichtliches Urteil gibt, bei dem die normale Sportbrille eines Sportlehrers als Werbungskosten anerkannt wurde?

Vielen Dank schon jetzt für die Beantwortung meiner Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.10.2008 | 16:34

Auch eine Sportbrille zählt leider nicht zu den Werbungskosten nach §9 Abs. 1 S. 1 EStG. Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Erhaltung und Sicherung von Einnahmen.
Brillen zählen dabei auch zur Lebensführung. Die Rechtsprechung sieht darin technische Hilfsmittel, um körperliche Mängel auszugleichen, die stets und nicht nur unwesentlich durch die allgemeine Lebensführung veranlasst sind (BFH 28.9.1990 III R51/89).
Auch sind sie keine Arbeitsmittel nach §9 Abs. 1 S. 3 Nr. 6 EStG, da sie nur die Sehschwäche ausgleichen und kein Werkzeug zur Erledigung einer Arbeit darstellen, auch nicht, wenn sie ausschließlich am Arbeitsplatz aufbewahrt werden und nur der Berufsausübung dienen, sie sogar erst ermöglichen (BFH 23.10.1992 VI R 32/91).

Auch hier gilt jedoch wieder: es handelt sich ggf. wieder um eine Einzelfallentscheidung. Ob dies anerkannt wird, entscheidet alleine das Finanzamt. Es entsteht Ihnen kein Nachteil, wenn Sie die Brille zur Üebrprüfung angeben, da es immer auch auf die Einzel-Umstände und die Begründung ankommt, die das Finanzamt vor Ort prüft. Ich würde noch Belege des Abreitsgebers/Augenarztes beifügen, wie wichtig die Brille/Kontaktlinsen sind.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

Leider konnte das Urteil per Fax nicht zugestellt werden, ggf. Ihre Faxnummer nochmals per Mail mitteilen.

Ergänzung vom Anwalt 20.05.2007 | 20:20

Auch eine Sportbrille zählt leider nicht zu den Werbungskosten nach §9 Abs. 1 S. 1 EStG. Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Erhaltung und Sicherung von Einnahmen.
Brillen zählen dabei auch zur Lebensführung. Die Rechtsprechung sieht darin technische Hilfsmittel, um körperliche Mängel auszugleichen, die stets und nicht nur unwesentlich durch die allgemeine Lebensführung veranlasst sind (BFH 28.9.1990 III R51/89).
Auch sind sie keine Arbeitsmittel nach §9 Abs. 1 S. 3 Nr. 6 EStG, da sie nur die Sehschwäche ausgleichen und kein Werkzeug zur Erledigung einer Arbeit darstellen, auch nicht, wenn sie ausschließlich am Arbeitsplatz aufbewahrt werden und nur der Berufsausübung dienen, sie sogar erst ermöglichen (BFH 23.10.1992 VI R 32/91).

Auch hier gilt jedoch wieder: es handelt sich ggf. wieder um eine Einzelfallentscheidung. Ob dies anerkannt wird, entscheidet alleine das Finanzamt. Es entsteht Ihnen kein Nachteil, wenn Sie die Brille zur Üebrprüfung angeben, da es immer auch auf die Einzel-Umstände und die Begründung ankommt, die das Finanzamt vor Ort prüft. Ich würde noch Belege des Abreitsgebers/Augenarztes beifügen, wie wichtig die Brille/Kontaktlinsen sind.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

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