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Internet-, Telefon- und KFZ-Kosten absetzen (Werbungskosten und Kleingewerbe)

| 09.07.2011 17:15 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe Einnahmen aus nichtselbstständiger Tätigkeit sowie aus kleingewerblicher Tätigkeit und benötige Informationen zur Absetzbarkeit folgender Aspekte (insbesondere vor dem Hintergrund, ob und in welchem Maße eine Absetzbarkeit als Werbungskosten bzw. in der EÜR-Rechnung möglich ist):

1. Telefon- und Internetkosten: Grundgebühr + Gebühren für zusätzliche Leistungen. Nutzung: pivat, beruflich und gewerblich. Ein Einzelverbindungsnachweis wäre für Telefongespräche möglich, aber zeitintensiv. Für die Nutzungsanteile des Internets liegen keine Statistiken vor.

2. Mobiltelefonkosten mit mobiler Internetflatrate: Flatrategebühr. Private, berufliche und gewerbliche Nutzung. Für den Einzelverbingsnachweis gilt gleiches wie für Punkt 1.

3. KFZ-Gebühren: Für den beruflichen Anteil nutze ich die KM-Pauschale. Zusätzlich fallen jedoch gewerbliche Fahrten zu z.B. Kunden an.

Bezügl. Punkt 3 habe ich 3 weitere Fragen:
1. Kann die KM-Pauschale auch herangezogen werden, wenn Öffis genutzt werden?
2. Sind auch gewerbliche bzw. private/berufliche Einkaufsfahrten (z.B. Büromarkt), Fahrten zum Steuerberater, zum Finanzamt usw. absetzbar?
3. Was ist das Mindestmaß an Dokumentation (Fahrtenbuchpflicht?)?.

Ich freue mich auf Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

1. und 2.Grundsätzlich sind Betriebsausgaben nachzuweisen . Bei fehlendem Nachweis ist eine Schätzung - allerdings zum Nachteil des Steuerpflichtigen- möglich , soweit die Besteuerungsgrundlagen nicht genau zu ermitteln sind oder berechnet werden können . Die Ergebnisse solcher Schätzungen müssen wirtschaftlich vernünftig und möglich sein . Danach ist auch ein beruflich veranlasster Anteil von Telefonkosten zu schätzen . Für die Ermittlung des beruflichen Umfangs kommt es dabei allerdings in besonderem Maße auf die Mitwirkung des Steuerpflichtigen an . Seiner Mitwirkungspflicht kommt dieser am besten dadurch nach , dass er geeignete Aufzeichnungen führt , weil er auch insoweit zur Beweisvorsorge verpflichtet ist ( vgl . BFH-Urteil vom 22 . Dezember 2000 - IV B 4 / 00 , BFH / NV 2001 , 774 ). Bei geltend gemachten Aufwendungen für Telefon besteht ein allgemeiner Erfahrungssatz dahingehend , dass auch eine Telefonanlage , die dem Unternehmen zugeordnet wurde , für private Zwecke genutzt wird . Zur Beseitigung dieses Anscheinsbeweises reicht es nicht aus , eine private Mitbenutzung in Abrede zu stellen . Private Telefongespräche können grundsätzlich nicht dem Unternehmen zugeordnet werden . Lässt sich der Umfang der privaten Gespräche nicht anhand von Aufzeichnungen ermitteln , ist der Umfang der privaten Telefonnutzung zu schätzen.
Am besten Sie ermitteln den jeweiligen Anteil anhand eines Einzelverbindungsnachweises und teilen in diesem Verhältnis auch die Grundgebühren und Internetgebühren auf.
Oder Sie schaffen sich mehrere Geräte bzw. Anschlüsse an, die Sie sodann ausschließlich privat sowie gewerblich nutzen.
3. KFZ-Gebühren: Für den beruflichen Anteil nutze ich die KM-Pauschale. Zusätzlich fallen jedoch gewerbliche Fahrten zu z.B. Kunden an.
Auch für die betrieblichen Fahrten sollten Sie die KM-Pauschale ansetzen.Den Umfang der betrieblichen Nutzung hat der Steuerpflichtige nachzuweisen , d . h . er hat diesen in geeigneter Form darzulegen und glaubhaft zu machen . Dies kann nicht nur durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch , sondern auch in anderer geeigneter Weise geschehen . Nicht zeitnah geführte Aufzeichnungen können den behaupteten Umfang der betrieblichen Nutzung des Kraftfahrzeugs in der Regel nicht glaubhaft machen . Ist insbesondere die Unterscheidung schwierig , ob einzelne Fahrten mehreren Bereichen der nichtselbständigen Tätigkeit und der gewerblichen Tätigkeit und privat- zuzuordnen sind , weil es der Lebenserfahrung entspricht , dass einzelne Fahrten sowohl privaten Belangen als auch betrieblichen Gründen gedient haben , so sind Aufstellungen erforderlich, aus denen eine genaue Trennung von privatem und betrieblichem Anlass erkennbar ist.
Wenn Öffis benützt werden, sind die tatsächlichen Kosten abzusetzen.
Fahrten zum Steuerberater sind auch mit der Kilometerpauschale anzusetzen.
Wie gesagt eine Fahrtenbuchpflicht gibt es nicht.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2011 | 17:53

Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen, folgende Erläuterungen sind mir jedoch noch unklar:

1. Sie schreiben: "Oder Sie schaffen sich mehrere Geräte bzw. Anschlüsse an, die Sie sodann ausschließlich privat sowie gewerblich nutzen." Wie wird nachgewiesen, dass die als betrieblich gekennzeichneten Anschlüsse auch nur betrieblich benutzt werden?

2. Ist unter einer "andere[n] geeignete[n] Weise" bezügl. der Ermittlung der Fahrtkosten eine Reisekostenabrechnung zu verstehen? Müssen derartige Aufzeichungen maschinell oder handschriftlich erfolgen?

3. Wie kann eine Aufstellung zur Trennung der privat bzw. beruflich veranlassten Fahrten aussehen? Ist folgendes Vorgehen zugelassen?
Ermittlung der Gesamtdauer in Stunden sowie Schätzung der darin enthaltenen privaten Stunden -> Berechnung eines Privatanteils in Prozent -> Abzug des Privatanteils von den Fahrtkosten -> Die Privatstunden bleiben bei der Bestimmung der Verplgungspauschbeträge unberücksichtigt.

4. Sie schreiben: "Wenn Öffis benützt werden, sind die tatsächlichen Kosten abzusetzen." Ist das eine Pflicht, so dass das auch gilt, wenn der durch die KM-Pauschale ermittelte Wert höher ist als die tatsächlichen Kosten?

5. Unbeantwortet blieb: Sind auch betriebliche bzw. berufliche Einkaufsfahrten (z.B. zum Büromarkt), zum Finanzamt usw. absetzbar?

Im Vorfeld vielen Dank für die Klärung meiner Verständnisfragen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.07.2011 | 13:00

1. Einzelverbindungsnachweise.
2. * Das Fahrtenbuch hat zeitnahe, vollständige und fortlaufende Eintragungen in geschlossener Form aufzuweisen (gebundene Form bei herkömmlichen Fahrtenbüchern).
* Es handelt sich nicht um einfache Ausdrucke aus Tabellenkalkulationsprogrammen, da diese nicht gebunden und manipulierbar sind.
* Folgende Angaben sind bei beruflichen Reisen Pflicht: Datum, Ziel der Reise, Kunde/Geschäftspartner zu dem man fährt bzw. anderer Zweck der Dienstfahrt, Kilometerstand nach der Fahrt
* Wer im Stau stand oider Erledigungen auf dem Weg zum Geschäftstermin macht, muss diese ebenfalls aufführen.
* Insbesondere für elektronische Fahrtenbücher gilt: Es muss unbedingt technisch ausgeschlossen sein, dass eine Aufzeichnung manipuliert werden kann.
* Darüber hinaus müssen die Daten ausreichend geschützt werden, was nicht nur für die eigene Privatsphäre, sondern auch für die der Geschäftspartner gilt, dessen Standort per GPS aufgezeichnet wird.
Unter anderen geeignete Nachweise ist zB ein gut geführter Terminkalender zu verstehen, in dem die betrieblichen Termine notiert sind samt Ortsbezeichnung und Aufzeichnung der Gesamtfahrleistungen und der betrieblichen Fahrten über einen repräsentativen Zeitraum von mind. 3 Monaten. Die Aufzeichnungen können auch maschinell erfolgen; dürfen aber nicht nachträglich manipulierbar sein.
3. Ja dies wäre i.O. wenn die Voraussetzungen unter 2. eingehalten werden.
4. Wenn Sie Öffis benützen, müssen Sie auch die Kosten hierfür ansetzen und können nicht stattdessen eine etwaige höhere Kilometerpauschale obwohl Sie gar nicht mit dem eigenen PKW gefahren sind.
5. Ja.

Bewertung des Fragestellers 15.07.2011 | 12:59

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