Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Abmahnung durch einen schulischen Arbeitgeber

| 23.06.2011 21:40 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


guten tag,

ich bin lehrer und habe von meinem arbeitgeber eine abmahnung erhalten, da ich als sportlehrer gegen 11.35 zum ende einer großen pause (11.20-11.40) - nachdem ich an die betreffende umkleidekabinentür geklopft hatte, aber keinerlei reaktion erfolgte - eine mädchen-umkleideklabine geöffnet und betreten habe.
der direkt verantwortliche sportlehrer befand sich nicht mehr im sporthallenbereich.
ich habe die umkleidekabine geöffnet, um meine unterrichtsklasse in diese umkleidekabine hineinzulassen.
in der umkleidekabine befanden sich noch die mädchen aus dem vorgänger-sportunterricht, diese waren allerdings nicht mehr mit dem umziehen beschäftigt, sondern befanden sich u.a. um hausaufgaben zu erledigen in der umkleidekabine.

diesen mädchen gegenüber habe ich eine standpauke gehalten.

auf beschwerde der eltern hin hat die schulische behörde - nach einem anhörungsverfahren, in dem ich meine gründe und verhaltensweisen ausführlich dargelegt habe - eine abmahnung ausgesprochen.

meine frage:
1.) macht es sinn gegen diese abmahnung überhaupt vorzugehen?
2.)ist ein gang zum arbeitsgericht sinnvoll?
3.) macht es sinn gegen den arbeitgeber strafrechtlich vorzugehen, z.b. wegen rechtsbeugung, da die schulbehörde umfassende kenntnis meiner gründe besaß?

aus meiner sichtweise heraus habe ich vollkommen korrekt gehandelt, ich habe an eine verschlossene tür geklopft, habe einen angemessenen zeitraum gewartet, habe die tür geöffnet und den umkleideraum erst betreten, nachdem ich erkannt hatte, dass die mädchen vollständig umgezogen waren.
durch mein handeln wurde die versäumte aufsichtspflicht des sportlehrer-vorgängers kompensiert, dadurch dass ich die mädchen aus der umkleide in den pausengang und damit in den beaufsichtigten pausenbereich geschickt habe, wurden die mädchen erst aus einem unbeaufsichtigten "un-rechtsraum" in einen beaufsichtigten "rechtsraum" transportiert.

mit der bitte um antwort verbleibe ich with best regards



Sehr geehrte(r) Fragesteller(in)

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:


1.) macht es sinn gegen diese abmahnung überhaupt vorzugehen?

Ja, da Sie selbst der Ansicht sind, dass die Abmahnung zu Unrecht erfolgte, macht ein Vorgehen Sinn.

Aus Ihrem geschilderten Sachverhalt würde man meines Erachtens auch zu dem Ergebnis kommen, dass die Abmahnung hier nicht das mildeste Mittel war und man deutlich über das Ziel hinaus geschossen ist.

Der Arbeitgeber / Dienstherr wird die Abmahnung –sofern diese schriftlich erfolgt ist – zur Akte nehmen.

Sie haben jetzt die Möglichkeit und sollten davon auch Gebrauch machen, eine schriftliche Gegendarstellung zu verfassen. Es besteht dann auch ein Anspruch, dass diese Gegendarstellung auch zur Personalakte genommen wird.

Dies ist geregelt in § 83 Absatz 2 des Betriebsverfassungsgesetzes.

㤠83 Einsicht in die Personalakten
(1) Der Arbeitnehmer hat das Recht, in die über ihn geführten Personalakten Einsicht zu nehmen. Er kann hierzu ein Mitglied des Betriebsrats hinzuziehen. Das Mitglied des Betriebsrats hat über den Inhalt der Personalakte Stillschweigen zu bewahren, soweit es vom Arbeitnehmer im Einzelfall nicht von dieser Verpflichtung entbunden wird.
(2) Erklärungen des Arbeitnehmers zum Inhalt der Personalakte sind dieser auf sein Verlangen beizufügen."

Die Gegendarstellung muss aber in sachlichem Ton gehalten sein und begründet werden sowie sich auf den Inhalt der Abmahnung beziehen.


2.)ist ein gang zum arbeitsgericht sinnvoll?

Ob man gerichtlich vorgehen sollte, kommt darauf an, wie die Abmahnung formuliert ist.

Eine Berichtigung der Personalakte kann verlangt werden, wenn unrichtige Tatsachenbehauptungen oder entstellende Beurteilungen in der Abmahnung enthalten sind.

Dieser Anspruch ist dann auch einklagbar.


3.) macht es sinn gegen den arbeitgeber strafrechtlich vorzugehen, z.b. wegen rechtsbeugung, da die schulbehörde umfassende kenntnis meiner gründe besaß?

Nein, soweit Sie den Sachverhalt hier dargestellt haben, vermag ich kein strafrechtlich relevantes Verhalten des Arbeitgebers zu erkennen.

Bewertung des Fragestellers 24.06.2011 | 16:30

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"ich sage danke für diese kurze, aber umfassende erklärung und empfehle sie, sehr geehrter herr schwerin, gerne weiter.

thank you

thesword


"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 24.06.2011 4,8/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70152 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort und die Argumentation des Anwaltes hat mir gut gefallen. Ich denke, dass ich ihn mit einem Mandat beauftragen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. So gut, dass ich mit dem Anwalt meine Rechte in der Angelegenheit durchsetzen lassen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Endlich mal ein Anwalt der eine eigene Meinung hat und nicht nur mit Allgemeinplätzen rumdruckst! ...
FRAGESTELLER