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zu hoche Handy Rechnung

18.02.2012 21:34 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


09:00
ich habe für letzten Monat eine Handy Rechnung über 500 Euro bekommen,nur für Internet kosten die meine 4 Jährige Tochter verursacht hat.Ich dachte ich bin online durch WLAN aber wie es sich rausstellte war Mobile Daten angeschaltet, warscheinlich war das auch meine Tochter.meine frage was soll ich am besten machen? zahlen nicht zahlen? anwalt anschalten? ich danke ihnen im voraus.
18.02.2012 | 22:40

Antwort

von


(146)
Frankfurterstr. 30
51065 Köln
Tel: 0221 16954321
Web: https://kanzlei-kirli-ippolito.de/impressum/
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage auf der Grundlage des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt:

Ich würde Ihnen anraten grundsätzlich zunächst mal Widerspruch gegen die Rechnung einzulegen. Ein derartiger Widerspruch könnte wie folgt aussehen:


Kundennummer: (Ihre Kundennummer)

Rechnungsnummer und Rechnungsdatum: (Nummer und Datum der Handyrechnung)

Betreff: Widerspruch gegen die Rechnung



Sehr geehrte Damen und Herren,


hiermit teile ich Ihnen mit, dass ich die oben benannte Rechnung nicht in ihrer vollen Höhe anerkenne und daher nur teilweise bezahlenwerde. Die Rechnung ist ungerechtfertigt, da sie viel zu hoch ist und falsche, nicht von mir verursachte Abrechnungspositionen enthält.


Ich werde Ihnen lediglich den in meinen Augen berechtigten Anteil überweisen. Dieser beträgt (Betrag EUR) und setzt sich aus der monatlichen Grundgebühr, sowie den von mir verbrauchten Einheiten für Telefonate und SMS zusammen.


Den restlichen Anteil von (Betrag EUR) zahle ich zunächst nicht und bitte Sie in dieser Hinsicht um eine Überprüfung der Abrechnung.


Ich begründe meinen Rechnungswiderspruch wie folgt: Die von Ihnen in Rechnung gestellten Beträge habe ich nicht verursacht. Diese sind viel zu hoch und entsprechen nicht meinem bisherigen Nutzungsverhalten. Daher bitte ich Sie, mir den genauen Nachweis zu erbringen, wie es zu diesen Rechnungspositionen kommen konnte. Bitte fassen Sie Ihre Erklärung so ab, dass es für einen technischen Laien nachvollziehbar ist.


Bitte teilen Sie mir innerhalb von drei Wochen ab Zugang dieses Einschreibensmit, was Ihre Überprüfung ergeben hat und inwieweit der Betrag storniert werden kann. Sollten Sie an dem von Ihnen in Rechnung gestellten Rechnungsbetrag festhalten, so teile ich Ihnen schon hiermit mit, dass ich in diesem Falle einen Rechtsanwalt hinzuziehen werde.


Mit freundlichen Grüßen
Herr XY




Beachten Sie jeoch, dass derjeinge der seinem minderjährigen Kind ein Handy zur Verfügung stellt, die dadurch entstandenen Kosten zahlen muss. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Berlin-Mitte (AZ: 15 C 423/08) hervor. Als Kunde des Mobilfunk-Anschlusses seien Eltern auch dann zur Zahlung verpflichtet, wenn sie selbst das Handy nicht genutzt haben.


Andererseit wurde von der Rechtsprechnung entschieden, dass Telekommunikationsanbieter dazu verpflichtet sind auf einen ungewöhnlich hohen Rechnungsbeitrag hinzuweisen und diesen nicht einfach als gegeben ansehen und absichtlich verursacht hinnehmen dürfen (LG Bonn AZ: 70 470/09). Dem Telekomunikationanbieter trifft nämlich eine Fürsorgepflicht.

Ob es sich nun aufgrund möglicher Kosten (Anwaltskosten) lohnt einen Anwalt einzuschalten, kann dahinstehen. Auf jeden Fall würde ich Ihnen anraten zunächst Widerspruch einzulegen und dann zumindest versuchen, einen "Mittelweg" zu finden, in dem sie nicht die ganze Rechnung zu tragen haben.


Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen konnte. Bitte beachten Sie, dass diese Plattform den Besuch bei einem Anwaltskollegen nicht erstezen kann und will. Die hiesige Plattform dient vielmehr der Verschaffung eines groben rechtlichen Überblicks.


Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)


Rechtsanwalt Serkan Kirli

Nachfrage vom Fragesteller 19.02.2012 | 01:16

Vielen Dank für die Antwort.

Diese Vorlage für einen Widerspruch habe ich bereits im Internet gefunden und genauso an den Mobilfunkanbieter geschickt. Dieser lehnt den Widerspruch ab, da die Verbindungen eindeutig meiner Mobilfunkkarte zugewiesen wurden. Einen "Mittelweg" lehnt der Mobilfunkanbieter auch ab.

Das Smartphone habe ich meiner Tochter nicht zur Verfügung gestellt, sondern Sie hat sich ohne meines Wissens Zugang dazu verschafft. Nebenbei erwähnt ist sie erst 4 Jahre alt. Ändert das was an der Rechtslage?
Darüber hinaus belief sich mein Verbrauch bisher immer zwischen 25,-€ und 40,-€. Hat der Mobilfunkanbieter nun gegen seine Fürsorgepflicht verstoßen?

Ist eine Anfechtung wegen Irrtums denkbar?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.02.2012 | 09:00

Sehr geehrter Fragesteller,

eine Anfechtung wegen Irrtum setzt gemäß § 119 BGB entweder einen Erklärungs- oder einen Inhaltsirrtum voraus. Dies ist vorliegend nicht der Fall.

Rechtlich ändert es sich nicht an der Tatsache, dass diese Hohe Rechnung aus Ihrer Spähre stammt. Der Betreiber wird erklären, dass Sie gehalten sind, Ihr Handy so aufzubewahren, dass unbefugte Dritte keinen Zugang darauf haben.

Wenn Ihr Kind mit dem Handy eines Dritten diese hohen Kosten verursacht hätte, wären sie in so einem Fall ggf. wegen Verletzung der Aufsichtspflicht schadensersatzpflichtig.

I.d.R. orientiert sich das Mobilfunkunternehmen an dem bisherigen Nutzungsverhalten seines jeweiligen Kunden. Aus den zurückliegenden Monaten errechnet es einen Durchschnittswert und legt diesen als Maßeinheit fest. Gerät der Kunde nun durch intensive Handynutzung weit über diesen Betrag hinaus, so sperren einige Anbieter automatisch das Handy. Manche Handyvertragsanbieter legen aber auch eine feste Grenze fest, ab der die Verbindung gekappt wird.

Unter diesen Gesichtspunkten wäre ein Mitverschulden des Anbieters zu sehen. Nur auf diesem Wege wäre es möglich, einen erheblichen Teil der Kosten nicht zu zahlen.


Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)



ANTWORT VON

(146)

Frankfurterstr. 30
51065 Köln
Tel: 0221 16954321
Web: https://kanzlei-kirli-ippolito.de/impressum/
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