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unbezahlte Leistung


11.03.2007 14:27 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Ich bewarb mich um eine Stelle im Bereich Online Kommunikation bei einem Arbeitgeber und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Im dessen Verlauf stellte ich mich als erfahren im Bereich der ausgeschriebenen Position dar. Ich belegte dies auch damit, dass ich freiberuflich neben meinem Anstellungsverhältnis in verschiedenen Projekten tätig war und bin. Man sagte mir man wolle mein Können testen. Nach einigen Tagen erhielt ich dazu schriftlich (per E-Mail) eine Aufgabe. Es handelte sich dabei um die Konzeption eines Webauftritts incl. eines ersten Screendesigns. Da der Aufwand eine "kleine Aufgabe" wie sie in Bewerbungsprozessen durchaus üblich sind weit überstieg, ich mich eben sogar mehrfach telefonisch mit dem Bereichsleiter abstimmte, arbeitete ich mehr als 2 Tage - für welche ich dazu auch Urlaub nahm - an dem Auftrag. Das Ergebnis präsentierte ich schließlich vor Teilen der Geschäftsführung des Unternehmens.

Zum Abschluss sagte man mir, man würde sich nun beraten und mir eine Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit innerhalb der kommenden Tage mitteilen. Eine Mitteilung erhielt ich nie. Bei meinem späteren Anruf sagte mir eine Mitarbeiterin lediglich, man habe sich doch anders entschieden. Eine Bewertung der Arbeit gäbe man grundsätzlich nicht ab und nenne auch keine Gründe.

Ich habe dem Unternehmen, welches offensichtlich lediglich Ideen sammeln wollte, da mir auch die Einbringung von Vorschlägen im Sinne von Neuerungen des Web-Gesamtkonzeptes als Entwicklungsschritte zum Web 2.0 abgefordert worden, die von mir erbrachten Leistungen zu einem günstigen Stundensatz in Rechnung gestellt. Diese Rechnung wurde zurückgesandt mit dem Hinweis es handele sich nicht um einen herkömmlichen Auftrag sondern nur um eine "Aufgabenstellung".

Ist es rechtlich richtig dass man eine Leistung erstellen lässt und nur weil man sie im Nachhinein als reine Bewerbungsaufgabe deklariert, diese nicht bezahlt? Habe ich keinen Anspruch auf den Ausgleich meiner Aufwände? Kann ich meinem Klempner, einem Bauunternehmen, der Autowerkstatt, etc dann auch "Aufgaben" geben?

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Sehr geehrter Ratsuchender,


für diese Art der "kostenlosen Beschäftigung" wurde im Arbeitsrecht ein eigenes Vertragsverhältnis entwickelt, das sogenannte Einfühlungsverhältnis, mit dem die Parteien eines künftigen Arbeitsvertrages sich letztendlich kennen lernen wollen.

Sofern VORAB nichts vereinbart ist, ist nach der derzeitigen Entwicklung leider keine Bezahlung zu erwarten, da dieses Rechtsverhältnis eben diese gesonderen Regeln hat.

Wie es letztlich deklariert wird, ist dabei aber egal; da hier eben noch kein arbeitsvertragliches Verhältnis bestanden hat, werden Sie leider - mangels Absprache - auch keine Vergütung durchsetzen können.

Gleichwohl sollten Sie den Fall beim zuständigen Arbeitgeberverband einmal melden. Denn sollte es tatsächlich "eine Masche" dieser Firma sein, könnten dann (aber auch nur dann) ggfs. Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 11.03.2007 | 21:02

Das bedeutet also tatsächlich dass mir auch nachdem dem Unternehmen meine Tätigkeit als Freiberufler auf Rechnungsbasis klar gewesen sein sollte, sie das ganze als "Einfühlungsverhältnis" deklarieren können und somit nicht zahlen müssen? Das bedeutet dann aber auch, ich kann dem Handwerker in Zukunft damit vertrösten er hätte sich nicht bewährt und "eingefühlt und ihm eine Bezahlung verweigern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.03.2007 | 09:28

Das Problem ist hier, dass eben vorher nichts vereinbart worden ist und dieses besondere Schuldverhältnis dann in der Tat auf eine kostenlose Arbeit hinausläuft.

Anders sieht es bei Handwerkern pp. aus, da dort eben dieses besondere Verhältnis NICHT besteht. Da werden Sie also zahlen müssen.

Ich verkenne ja nicht, dass die Sache nicht nur ärgerlich, sondern auch finanziell belastend ist. Allerdings ist die derzeitige Rechtsprechung so und ich glaube nicht, dass es Ihnen dann nützt, falsche Hoffnungen zu wecken.

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