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schwere Körperverletzung! Vom Opfer zum Beschuldigten!


10.03.2006 15:21 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Sehr geehrte Anwälte,

wie aus dem Betreff zu entnehmen handelt es sich hier um ein nicht alltägliches Problem!

Auf Weiberkarneval wurde ich bzw. wir (meine Freunde) in eine Schlägerei verwickelt, die wie folgt abgelaufen ist! (Von unserer Gruppe stand jeder unter Alkoholeinfluss)

Auf dem Rückweg nach Hause gegen 3 Uhr früh bemerkte ich, das einer (er war 10 - 20 m hinter uns am gehen) aus unserer Gruppe in einem Streit mit einer Gruppe Südländer (Türken) verwickelt war!
Jedenfalls bin ich zurückgegangen mit der Absicht, die Streithähne (wieviel Leute genau kann ich nicht sagen, aber auf jeden Fall einer von uns und mehrere von den anderen) auseinander zu bringen! (Leider kann ich nicht sagen, ob die beiden sich schon am Schlagen waren oder es nur die typischen Anfänge einer Schlägerei handelte)!
Also ging ich dazwischen, ohne allerdings jemanden zu schlagen oder zu provozieren oder ähnliches, um sie auseindander zu bringen, und plötzlich hagelte es ohne Ankündigung Fausthiebe aus allen Richtungen!
Ich hatte keine Möglichkeit mich zu wehren und ließ mich dann einfach zu Boden fallen und schlug mir meine Arme um den Kopf, um eben Kopfverletzungen zu vermeiden! Den Faustschlägen folgten dann Tritte von allen Seiten! Dies geschah alles sehr sehr schnell, ich wusste gar nicht was eigentlich los war!
Diese ganze Aktion haben natürlich meine Freunde mitbekommen, und sind mir schließlich zur Hilfe gekommen und haben versucht die Türken von mir wegzutreten! (Wir waren mehrere Leute und jeder kann bezeugen was ich gerade geschildert hatte)!
Ein Freund erzählte mir, er hätte 1 von denen von mir wegbekommen, aber als er sich umdrehte, sah er immer noch, das auf mich eingetreten wurde!
Nach kurzer Zeit aber, lag nur noch einer auf mich drauf! Ich erkannte meine Chance und versuchte nun mich zu wehren! Wir haben uns dann irgendwie gegenseitig hochgezogen und ich hab ihn dann irgendwann schließlich eine mitgegeben! (Das war der einzige Schlag, der von mir an diesem Abend kam)
Genau in der Sekunde als ich ihn geschlagen habe, ist die Polizei aufgekreuzt! Die haben mich sofort in Handschellen gelegt und ohne das ich auch etwas zu meiner Verteidigung sagen konnte in den Polzeibulli gesteckt! Ich musste dann mir zur Wache und mir wurde dort eine Blutprobe entnommen, ich glaube es waren so ca 1,6 Promille, allerdings ohne Gewähr)! Danach, ohne eine Aussage zu machen durfte ich nach Hause gehen!

Während dieser ganzen Aktion, sind allerdings parallel dazu folgende Aktionen abgelaufen: (Da ich auf dem Boden lag, konnte ich ja davon nichts mitkriegen!)

Der Bekannte von mir, mit dem die ganze Geschichte anfing wurde mit einer gebrochenen Nase und einer Platzwunde unter dem Auge in Krankenhaus gebracht!

Einer meiner besten Freunde wurde ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert! Er und einer von den Türken (vorbestraft!) haben versucht die Schlägerei zu schlichten! Plötzlich und ohne jede Ankündigung hat ihm einer von hinten eine Flasche über den Kopf gezogen, welches eine stark blutende Platzwunde nach sich zog! Mein Freund dreht sich um und schlägt ihn auf den Kopf! Dabei bricht er sich allerdings den Finger, welcher noch am selben Abend/Morgen operiert wurde! Mein Freund erstattete noch vor Ort Anzeige!

Ob von den Türken jemand Verletzungen davon getragen hat, kann ich nicht sagen!
Von unserer Seite wurde nur ich festgenommen und von der anderen Seite 3 Personen! (So wurde es mir zumindest mitgeteilt)

Ich selber hab keine Anzeige erstattet, da ich nur Prellungen und kleinere Schnittwunden von den am Boden liegenden Scherben davongetragen habe! War dies ein Fehler? Sollte ich im Nachhinein, sofern möglich, Anzeige erstatten?

Heute bekam ich dann von der Staatsanwaltschaft Post mit für mich negeativen Inhalt:
Vorladung in der Ermittlungssache gefährlicher Körperverletzung; Vernehmung als Beschuldigter erforderlich!

Zu meiner Person noch folgendes! Ich bin Student, 24 Jahre alt und bin noch nie polizeilich aufgefallen, geschweige denn in eine Schlägerei verwickelt gewesen! Ich bin ebenfalls Südländer (Aramäer), allerdings mit deutscher Staatsangehörigkeit! Meine Freunde sind allesamt Deutsche!
Zusätzlich muss ich erwähnen das ich auf dem linken Auge blind bin und ich allein aus Angst um das rechte Auge eine Schlägerei grundsätzlich aus dem Weg gehe!

Was soll ich jetzt tun? Mir einen Anwalt nehmen? Liegt hier vielleicht ein Missverständins vor, da ich ebenfalls schwarze Haare habe und deswegen nur mitgenommen wurde?

Muss ich sogar mit einer Strafe rechnen, falls ja, mit was für einer? Werde ich vorbestraft sein? Ich mach mir wirklich große Sorgen, da will man nur schlichten und gerät in so eine Situation!

Oder reicht es vielleicht einfach nur aus, wenn ich zur Polizei gehe und denen den Fall wie eben beschreibe! Schließlich hab ich ja eine Menge Zeugen! Wird dann die Anzeige fallen gelassen!

Ich danke Ihnen für ihr Bemühen im Vorraus!

MFG

C.C.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte:

Der Strafrahmen der gefährlichen Körperverletzung (hier in der gemeinschaftlichen Begehungsweise mit anderen - § 224 I Nr. 4 StGB) wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünft Jahren bestraft.

Da gegen Sie als Beschuldigter ermittelt wird sollten Sie zunächst von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen und sich zur Sache nicht einlassen.
Was Ihnen im Einzelnen tatsächlich vorgeworfen wird und wie die Beweislage aussieht, kann nur eine Einsicht in die Ermittlungsakten klären. Als Beschuldigter haben Sie jedoch kein Akteneinsichtsrecht, dies hätte nur ein von Ihnen zu beauftragender Verteidiger.

Aufgrund der Bedeutung der Sache rate ich Ihnen auf die Dienste eines Strafverteidigers zurück zu greifen.

Neben gefährlicher Körperverletzung kommt eine Beteiligung an einer Schlägerei gem. § 231 StGB in Betracht (Strafrahmen: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe).
Nach § 231 II StGB ist allerdings nicht strafbar, wer an der Schlägerei oder dem Angriff beteiligt war, ohne dass ihm dies vorzuwerfen ist.

Eine effektive Verteidigung in Ihrem Fall setzt die Mandatierung eines Strafverteidigers voraus.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Orientierung geben konnte. Zögern Sie bei Unklarheiten nicht auf die einmalige Nachfragefunktion in diesem Forum zurück zu greifen.

Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de

Nachfrage vom Fragesteller 10.03.2006 | 17:10

Sehr geehrter Herr Roth,

danke für die schnelle Antwort!

oh mann, ihre Antwort macht mich aber jetzt gerade nicht optimistisch!

Macht es einen Unterschied ob die Anzeige von den Gegnern oder vom Staatsantwalt gestellt wird? Ich glaube nämlich nicht, das einer von denen Anzeige gegen mich erstattet hat! Ich weiß zwar nicht genau wer von meinen Freunden zugeschlagen hat, aber meine Freunde werden sich sicherlich ebenfalls gewährt haben! Falls die Gegner überhaupt verletzt wurden, dann mit Sicherheit nicht alle von mir! Ich habe nur 1 x zugeschlagen und kann eben dann höchstens einen verletzt haben, ich kann aber leider nicht genau sagen ob ich ihn richtig erwischt habe! Das ging alles viel zu schnell!

Meine Freunde haben heute ebenfalls Post bekommen mit der Aufforderung sich zu dieser Sache zu äußern! Da sie als Zeugen geladen sind, können die ja eine Aussage machen ohne das sich meine Situation dadurch verschlechtert, oder? Ich habe heute mit Ihnen telefoniert und alle bestätigen den Sachverhalt wie ich Ihn beschrieben habe!

Da ich um einen Strafverteidiger wohl nicht rumkomm, hab ich eine Frage zu den Kosten! Ich geh mal jetzt davon aus, das die Anzeige von der Staatsanwaltschaft stammt! Sollte ich freigesprochen werden, wovon ich stark ausgehe, bleiben die Kosten für Verfahren und Anwalt auf mich sitzen? Können sie ungefähr abschätzen, was die übliche Summe ist? Als Student hat man ja gerade nicht das meiste Geld!

Mfg
CC

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.03.2006 | 10:42

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich gehe davon aus, dass die Polizei Zeugenbefragungen vorgenommen hat, die Sie in den Verdacht der Ihnen vorgeworfenen Straftat gebracht haben.

Ihre Freunde sollten vorerst nicht bei der Polizei als Zeugen aussagen, bis Sie einen Verteidiger mandatiert haben. Dieser hat nämlich das Recht auch selbst Zeugenbefragungen durchzuführen. So ist der Verteidiger in der Lage die Gesamtaussagen Ihrer Freunde zu bewerten.
Es passiert nämlich sehr oft, dass vermeintlich gleichlautende Zeugenaussagen vor der Polizei dann eine ganz andere Richtung nehmen und den Beschuldigten dann doch belasten können.

Hinsichtlich der Kosten weise ich darauf hin, dass Verteidiger in der Regel Pauschalhonorare bezogen auf die einzelnen Verfahrensabschnitte (Ermittlungsverfahren, Vorverfahren, Hauptverfahren) vereinbaren, weil die gesetzlichen Gebühren immer noch keine angemessene Vergütung für den Aufwand, den ein Strafverteidiger zu leisten hat, darstellen.

Im Rahmen einer Vergütungsvereinbarung weist der Verteidiger seinen Mandanten darauf hin, dass
• die vereinbarte Vergütung die gesetzliche Vergütung übersteigt,
• die vereinbarte Vergütung, soweit sie die gesetzliche Vergütung übersteigt, im Obsiegensfalle von der Staatskasse nicht zu erstatten ist,
• die vereinbarte Vergütung, soweit sie die gesetzliche Vergütung übersteigt, vom Rechtsschutzversicherer nicht übernommen wird.

Im Falle des Freispruchs oder der Einstellung des Verfahrens mit der Folge, dass die notwendigen Auslagen der Staatskasse auferlegt werden, bedeutet dies, dass ein über die gesetzlichen Gebühren hinausgehendes Honorar von der Staatskasse nicht erstattet wird.

Ich hoffe, dass ich Ihre Frage ausreichend beantworten konnte.

Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

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