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nachträgliche Änderung des Grundbucheintrags

| 27.10.2006 09:06 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Hallo,
Wir sind seid 1998 verheiratet und haben einen 7jährigen Sohn. Im Jahr 2002 haben wir ein Einfamilienhaus gebaut. Zurzeit bezahle ich allein einen monatlichen Abtrag von 509 €. Im Grundbuch sind mein Mann und ich zu gleichen Teilen eingetragen. Ich bin berufstätig und verdiene ca. 1300€ netto. Mein Mann war von Mai2004 – Aug.2006 arbeitssuchend, arbeitet kurzzeitig wieder (bis voraussichtlich Nov.).
Meine Frage: Da mein Mann alkoholabhängig ist und wir uns aus diesem Grund immer wieder streiten, und so für mich, wenn sich nichts ändert, wahrscheinlich nur noch eine Trennung in Frage kommt, wollen wir nachträglich einen Ehevertrag abschließen, damit alles geregelt ist, falls es wirklich zu einem endgültigem Aus kommen sollte. Insbesondere, weil ich mit unserem Sohn im Haus wohnen bleiben will, damit es, wenn eine Trennung kommen sollte, für meinen Sohn nicht noch schwerer wird... .
Was muss im Ehevertrag stehen?

Da mein Mann durch die längere Arbeitslosigkeit nicht viel zu den Hauskosten beitragen konnte, möchte ich auch allein für unser Eigenheim verantwortlich sein und allein im Grundbuch eingetragen sein.
Kann man das ändern lassen, wenn die Bausparkasse ihre Einwilligung gibt? Mein Mann hat nichts dagegen.
Geht das nachträglich überhaupt?
Ich hoffe, dass Sie mir meine Fragen beantworten können.

Sehr geehrte Ratsuchende,


eine Grundbuchänderung ist unproblematisch möglich, wenn der Ehemann zustimmt.

Hierzu müssen Sie dann einen Notar aufsuchen, der die Änderung dann in die Wege leitet. Ob allerdings Ihr Mann aus der sicherlich gesamtschuldnerischen Haftung bei der Bank entlassen wird, ist dann eine Frgae der Verhandlung. Denn die Bank muss Ihren Mann auch bei der Grundbuchänderung nicht aus dem Kreditvertrag entlassen, da der Kredit und das Eigentum am Haus zwei rechtlich getrennte Sachen sind.


Den Notar sollten Sie dann auch gleich hinsichtlich eines Ehevertrages, bzw. einer notariellen Scheidungsfolgevereinbarung ansprechen:

In dem Vertrag sollten dann alle wesentlichen Punkte für eine Scheidung aufgeführt werden, insbesondere

Kindesunterhalt,
Ehegattenunterhalt,
Hausratsaufteilung,
Versorgungsausgleich,
Zugewinn.

Letzeres ist wichtig, wenn das Haus auf Sie alleine übertragen wird.

Würde es beim gesetzlichen Zugewinn verbleiben, würde dann das Haus allein Ihrem Vermögen zugerechnet werden, und Sie wären dann uU ausgleichspflichtig.

Dieses sollte und kann vermeiden werden, da Sie bisher die Kosten auch allein getragen haben und die künftigen Kosten auch vermutlich allein tragen werden.

Mit einer entsprechender Vereinbarung im Vorfeld kann dieses geregelt werden, so dass es dann später keine böse Überraschungen gibt.


Ich wünsche Ihnen alles Gute.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 27.10.2006 | 12:51

Vielen Dank, hier meine Nachfrage:
ist es sinnvoll, die Alkoholabhängigkeit meines Mannes in irgendeiner Weise mit zu erwähnen und schriftlich festzuhalten(er hat auch schon eine Entziehungskur hinter sich), falls es wegen dem Sorgerecht meines Sohnes evtl. später irgendwelche Probleme geben sollte?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.10.2006 | 12:59

Sehr geehrte Ratsuchende,


das Sorgerecht wird bei beiden Eltern bleiben, sofern das Kindeswohl nicht gefährdet ist. Sollten Sie diesbezüglich Bedenken haben, kann es aufgenommen werden.

Wichtiger wäre es beim nachehelichen Unterhalt. Denn wenn der Mann nicht arbeiten kann, sollte da der Grund manifestiert werden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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