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ladendiebstahl+evtl. vorstrafe


07.10.2006 02:12 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern morgen habe ich die Dummheit eines Ladendiebstahls begangen und wurde dabei gestellt. Der Wert betrug EUR 55,-- und es wurde zwar keine Polizei gerufen, jedoch auch so Strafantrag gestellt. Es wurde mir gesagt, daß ich in ca. einer Woche bei der Polizei vorstellig werden könnte, weil ich keine schriftliche Benachrichtigung erhalten möchte, weil ich nicht möchte, das mein Mann davon erfährt. (Ich bin übrigens 38 Jahre alt und verheiratet). Der Detektiv hat mir gesagt, daß ich wohl nur mit einem Bußgeld rechnen muß, da ich Ersttäter bin.

Jetzt stellt sich mir aber die Frage, ob es in Betracht kommt, daß ich vor ca. 13 Jahren Fahrerflucht begangen habe und auch dazu verurteilt wurde. (ich glaube, ich hatte damals eine Geldstrafe in bestimmten Tagessätzen zu zahlen). Bin ich dann vorbestraft ?

Hat diese alte Sache (Fahrerflucht) noch Einfluß auf den Ladendiebstahl von gestern ?

Muß ich doch evtl. mit mehr als einem Bußgeld rechnen ?

Mit was muß ich schlimmstenfalls rechnen ? Was ist die wahrscheinliche Strafe ?

Falls es doch nur ein Bußgeld ist, mit wieviel muß ich ca. rechnen ? Ich habe hier im Forum gelesen, das es sich nach dem Nettoeinkommen richtet, ich bin zur Zeit im Erziehungsurlaub und habe kein Nettoeinkommen, wird dann das Einkommen meines Mannes herangezogen ?

Kann ich dann die ganze Sache überhaupt noch vor ihm geheimhalten ?

Ich bin völlig verzweifelt und weiß nicht aus noch ein !

Bitte helfen Sie mir und beantworten für mich diese Fragen !

Vielen Dank !

B. Lo

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

1. Vorbestraft wären Sie erst ab einer Strafe von mehr als 90 (also 91) Tagessätzen. Es dürfte sehr unwahrscheinlich sein, dass Sie damals eine so hohe Strafe erhalten haben, wenn nicht Personen zu Schaden kamen oder der Sachschaden sehr hoch war. In dem Führungszeugnis, welches bsw. einem Gericht vorliegt, ist diese Verurteikung vermerkt. In einem normalen Führungszeugnis würde nur eine Vorstrafe von den besagten 91 Tagessätzen vermerkt werden.
Generell würden Geldstrafen nach 3 Jahren gelöscht. Ihre wäre also in einem normalen Führungszeugnis nicht mehr zu finden (bei Gericht jedoch schon).

2. Die damalige Strafe sollte keine Auswirkung auf die jetzige Tat haben.

3. Es wäre möglich, dass die Strafe von der Staatsanwaltschaft gegen die Zahlung eines bestimmten Betrages (möglicherweise zu zahlen an eine gemeinnützige Einrichtung) eingestellt wird. Sie wären dann weder vorbestraft noch käme es zu einer Verurteilung.
Auch möglich wäre der Erlass eines Strafbefehls. In diesem würden Sie zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt. Es käme zwar zu keiner Verhandlung, aber zu einer Verurteilung. Bei der Geringwertigkeit der Sache wären Sie jedoch nach wie vor nicht vorbestraft.

Sollte es zu einem Strafbefehl kommen, würde ich Ihnen raten, Sich einen Anwalt zu nehmen, der dem Strafbefehl widerspricht und auf Einstellung des Verfahrens plädiert. Nach meiner Erfahrung wird sich die Staatsanwaltschaft gegen die Zahlung eines Geldbetrages darauf einlassen. Wie gesagt, es käme dann nicht zu einer Verurteilung.

4. Die Höhe der Tagessätze dürfte sich in Ihrem Fall als recht gering darstellen. Zu dieser Thematik käme es aber nur, wenn Sie einen Strafbefehl erhalten würden und diesem nicht widersprechen. Bei einer Einstellung des Verfahrens wäre eine bestimmte von der Staatsanwaltschaft festzulegende Summe zu zahlen, die sich an dem Schaden orientiert. Es sollte also nicht zu hoch sein. Eine genaue Angabe ist hier aus naheliegenden Gründen natürlich nicht möglich.

5. Grundsätzlich ist es denkbar, dass Sie die Angelegenheit vor Ihrem Ehemann geheim halten könnten. Für mich stellt sich eher die Frage, ob es Sinn macht. Wenn es doch irgendwann heraus kommt (und je länger sich die Sache hinzieht, desto wahrscheinlicher wird dies), wäre der Schaden wahrscheinlich ungleich größer, als wenn Sie es zu Beginn sagen. Dies ist aber selbstverständlich Ihre Entscheidung.

Mein Rat wäre daher, dass Sie Sich von einem Kollegen vor Ort beraten lassen. Dieser kann sich schon in diesem frühen Stadium mit den zuständigen Behörden in Verbindung setzen und damit das bestmögliche Ergebnis erzielen. Auch ist er Ihrem Mann gegenüber zum Schweigen verpflichtet, wenn Sie das wollen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und ich wünsche Ihnen viel Glück in dieser Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.10.2006 | 19:45

Bei der damaligen Fahrerflucht kam tatsächlich auch gleichzeitig eine Person zu Schaden. Hat das dann Auswirkungen auf die jetzige Strafe ?

Was ich mich jetzt hauptsächlich frage ist, wie hoch die Strafe sein wird. Wird dazu das Nettoeinkommen meines Mannes herangezogen ? Kann ich evtl. das Haushaltsgeld, was er mir jeden Monat auf ein separates Konto überweist als mein Nettoeinkommen angeben ? Ist das üblich und korrekt, weil ich ja selber z. Zt. nicht erwerbstätig bin ?

Was ist wahrscheinlich als Strafe (Bußgeld) ? (Damit ich schon mal darauf eingestellt bin ).

Ich habe mittlerweile meinem Mann die Tat gestanden und könnte dann den Anhörungsbogen auch zu Hause ausfüllen. Würden Sie mir dazu raten, ihn bei der Polizei oder zu Hause auszufüllen ?

Ich habe einen Entschuldigungsbrief an das Geschäft geschrieben, wo bekomme ich die Adresse der Staatsanwaltschaft her, weil ich gelesen habe, das es sinnvoll ist sie dort hinzuschicken ?

Vielen Dank für Ihre Antwort !

MfG

B. Lo

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.10.2006 | 20:12

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

1. Zunächst finde ich es gut, dass Sie die Tat mit Ihrem Lebenspartner besprochen haben. Es erleichtert das weitere Vorgehen für Sie.

2. Die Fahrerflucht von vor 13 Jahren dürfte, wie ich schon ausgeführt habe, keinen Einfluss auf Ihre jetzige Tat haben. Auch die Tatsache, dass dabei eine Person zu Schaden gekommen ist, wird hieran nichts ändern.

3. Wie hoch die Strafe sein wird, liegt im Ermessen der Staatsanwaltschaft. Nur diese könnte daher an dieser Stelle eine verbindliche Auskunft geben. Der geringe Umfang der Tat und die Tatsache, dass Sie mit Ihrem Entschuldigungsschreiben Ihre Bereitschaft zur Wiedergutmachung zeigen, wird aber bei der Strafzumessung Berücksichtigung finden. Mit einer hohen Strafe haben Sie also nicht zu rechnen.

4. Das Nettoeinkommen Ihres Mannes wird nicht zur Ermittlung Ihrer Vermögensverhältnisse herangezogen. Das würde im Ergebnis auch auf eine Gesamthaftung von Eheleuten hinauslaufen. Nur Ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse werden berücksichtigt. Dazu zählen zB Haushaltsgeld und Naturalunterhalt.

5. Die wahrscheinliche Strafe wird ein Strafbefehl sein, in welchem Sie zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt werden. Diese bemisst sich nach sog. Tagessätzen. Minimun sind fünf Tagessätze. Die Mindesthöhe beträgt einen Euro. Aber wie gesagt, es liegt im Ermessen der Staatsanwaltschaft, welche Strafe sie ausspricht. Eine Haftstrafe können Sie ausschließen.

6. Den Anhörungsbogen können Sie ruhig zu Hause ausfüllen. Die Adresse der Staatsanwaltschaft können Sie im Internet recherchieren. Oder fragen Sie einfach Ihre zuständige Polizeitdienststelle. Sie können auch warten, bis sich die Staatsanwaltschaft bei Ihnen meldet. Dann haben Sie auch gleich die Adresse.

7. Abschließend möchte ich Ihnen noch einmal raten, sich in dieser Angelegenheit an einen Anwalt zu wenden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass schon im Vorfeld eine Einstellung der Angelegenheit unter Auflagen (Zahlung einer bestimmten Summe) zu erreichen ist. Gerne können Sie Sich diesbezüglich auch an meine Kanzlei wenden. Sie würden zwar für den Anwalt eine bestimmte Gebühr bezahlen, würden aber wahrscheinlich eine niedrigere Geldsumme zahlen müssen und hätten den großen Vorteil, dass es zu keiner Verurteilung käme! Das Verfahren wird dann eingestellt, gegen die Zahlung eines Geldbetrages. Dieser Vorteil dürfte jeden finanziellen Nachteil überwiegen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage damit umfassend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

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