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eBay: Keine Kontaktaufnahme mit Verkäufer => Rücktritt von Auktion möglich?


| 20.07.2007 09:28 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Hallo zusammen,

vor zwei Tagen habe ich bei eBay zwei Eintrittskarten für ein seit dieser Woche ausverkauftes 3-tages-Konzert ersteigert, welches bereits in 1,5 Wochen anfängt.
Schon bei Ende der Auktion hatte ich Befürchtungen, dass durch die Banküberweisung und den Versandweg die ganze Sache mit der Abwicklung zeitlich knapp werden könnte - aber ich habe trotzdem die Karten ersteigert, da mir knapp 2 Wochen als ausreichend erschienen.

Nach dem Ersteigern wurden mir von eBay die Kontaktinformationen des Verkäufers mitgeteilt und mir fiel auf, dass sich der Standort der Ware ca. 20km von meinem Arbeitsplatz entfernt befand, weshalb ich dem Verkäufer gleich nach Erhalt dieser Information gegen 14:30 Uhr eine Mail an die bei eBay hinterlegte Mailadresse schickte, mit der Frage, ob ich die Karten auch persönlich - dann natürlich gegen Barzahlung - abholen könnte.
Zum einen war mir das wegen der zeitlichen Lage lieber - zum anderen auch wegen des Risikos, Geld zu überweisen und dann am Ende doch ohne Karten dazustehen.

Auf diese Mail bekam ich KEINE Antwort - stattdessen erhielt ich am gleichen Abend die Zahlungsaufforderung, mit dem Hinweis, dass ich bitte eine andere Bankverbindung nehmen solle, als die bei eBay hinterlegte - sofern ich die Überweisung noch nicht getätigt hätte.

Daraufhin habe ich dann gestern Morgen nochmal über die von eBay angebotene Funktion "Nachricht an Mitglied senden" die gleiche Anfrage, die ich bereits per Mail versand hatte, an den Verkäufer geschickt - mit der Überlegung, dass wenn schon die Bankverbindung in eBay nicht stimmt, vielleicht auch die Mailadresse nicht korrekt ist, was natürlich ein Trugschluss ist, denn eBay versendet - soweit mir bekannt - die "intern" verschickten Nachrichten ebenfalls an diese Adresse. Dieser Umstand fiel mir aber erst später ein, aber egal.

Unabhängig davon habe ich dann gestern auch die Telefon-Nummer des Verkäufers herausgesucht und nachdem auch bis gestern Abend keine Mail bei mir ankam, habe ich Abends 2x probiert dort anzurufen, um abzuklären, ob der Verkäufer mit einer persönlichen Übergabe einverstanden ist - leider ohne Erfolg (es hat niemand abgenommen).

Mir kommt die Sache langsam etwas suspekt vor (andere Bankverbindung, Verkäufer reagiert nicht und ist auch tel. nicht erreichbar) und mich würde nun interessieren, ob ich als Käufer die Möglichkeit habe, von einem eBay-Kauf zurückzutreten - und wenn ja, was dafür erfüllt sein müsste?

Mir brennt mittlerweile leider auch die Zeit unter den Nägeln, denn wenn diese Sache nicht klappen sollte, stehe ich am Ende mit leeren Händen da...

Für eine Antwort schonmal im voraus vielen Dank!

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Einen „Rücktritt“ halte ich hier grds. nicht für möglich.
In den Auktionsbedingungen ist stets angegeben, welche Zahlungs- und Abholungsmöglichkeiten der Verkäufer einräumt. Dabei gehe ich hier davon aus, dass der Verkäufer nicht! die Möglichkeit „Barzahlung bei Abholung“ in die Artikelbeschreibung aufgenommen hat. Sollte dies doch der Fall gewesen sein, so bitte ich um Klarstellung im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion.

Insoweit waren Ihnen bei Abschluss des Kaufvertrages die „Bedingungen“ (nur Überweisung) bekannt. Auf eine Abholung der Karten durch Sie muss sich der Verkäufer grds. nicht einlassen. Zu einer „Vorleistung“ ist der Verkäufer hier ebenfalls nicht verpflichtet. Eine nunmehr andere (aber zeitnah) durch den Verkäufer angegebene Bankverbindung ändert meiner Einschätzung nach an diesem Grundsatz nichts.
Deshalb geht meine Einschätzung (leider) dahin, dass Sie dem Verkäufer das Geld überweisen müssen, wenn Sie die Karten erhalten wollen.

II. Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn bereits jetzt ersichtlich ist, dass der Verkäufer nicht willens oder aber in der Lage ist, die Ware (Karten) Ihnen wirklich zu verschaffen. Dafür sind aber nach Ihren Ausführungen keine Anzeichen ersichtlich.
Ggf. sollten Sie sich die Bewertungen des Verkäufers ansehen. Kann man daraus schließen, dass er grds. Verträge nicht einhält, dann wäre ein Festhalten am Vertrag Ihnen wohl unzumutbar und Sie insoweit von Ihrer Leistungspflicht befreit.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.07.2007 | 11:18

Hallo Herr Schmidt,

vorweg vielen Dank für die rasche Antwort!

> Deshalb geht meine Einschätzung (leider) dahin, dass Sie dem Verkäufer das Geld überweisen müssen, wenn Sie die Karten erhalten wollen.

Dieser Satz macht mich ein wenig stutzig, denn ich persönlich tendiere mittlerweile eher dazu, die Karten NICHT mehr nehmen zu wollen - aber allein eine solche "Entscheidung" würde mich ja NICHT von der prinzipiellen Pflicht zur Erfüllung des Kaufvertrags entbinden, oder sehe ich das falsch?

Denn wenn ich NICHT überweise - weil ich die Karten plötzlich nicht mehr möchte - könnte ja der Verkäufer auf Erfüllung des Kaufvertrags bestehen (deshalb meine gezielte Frage bzgl. Rücktrittsmöglichkeiten) und ggf. Schadenersatz einfordern.

Vielen Dank nochmals für die prompte Einschätzung!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.07.2007 | 11:27

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ihre Einschätzung bzgl. des von Ihnen im Fall der Nichteinhaltung Ihrer Zahlungspflicht aus dem Kaufvertrag zu leistenden Schadensersatzes ist vollkommen zutreffend. Denn nur weil Sie die Karten nicht mehr möchten, wären Sie von der Leistungspflicht nicht frei, es sei denn, Sie können nachweisen, dass der Verkäufer die Karten niemals hatte oder aber niemals an Sie liefern wollte.

Die nur kurze Zeitspanne zwischen Abschluss des Kaufvertrages und Beginn des Konzerts dürfte hier keinen Grund zum Rücktritt eröffnen, da dieser Umstand Ihnen bereits bei Vertragsschluss bekannt war.
Ansonsten darf ich, was meine Einschätzung Ihrer Rücktrittsmöglichkeiten angeht, auf meine obigen Ausführungen verweisen.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

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