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Zugewinn vs. Schulden

| 25.06.2018 09:15 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Hallo,

meine Verlobte und ich möchten im Herbst heiraten. Eigentlich habe ich keine Bedenken die gesetzliche Regelung bei Heirat "Zugewinngemeinschaft" zu akzeptieren. Etwas gibt mir allerdings zu denken:

Ich besitze zwei Immobilien, welche allerdings sehr hoch belastet sind. Kurzum gesagt betragen die ca. Verkehrswerte der Immoblilien ca. 530.000 Euro, davon sind noch etwa 430.000 Euro offen. Desweiteren zahle ich diverse Kredite bis 2025 ab: ca. 75.000€

Nun habe ich gehört, dass für mich durch eine Neuregelung beim Zugewinnausgleich ein finanzielles Desaster entstehen könnte.

Nehmen wir an, meine (zukünftige) Frau und ich würden uns in 5 Jahren trennen (keine Kinder vorhanden). Ich hätte allerdings noch die Schulden der Hypotheken sowie einen Teil der restlichen Schulden. Ist es dann so, dass ich meiner Frau einen Zugewinn auszahlen müsste ... obwohl ich bereits bestehende Schulden aus der Zeit vor der Ehe noch immer abbezahle? Ich kann nicht verstehen, dass das Abzahlen alter Kredite einen Zugewinn darstellen sollen. Das würde mich ja doppelt bestrafen.

2. Frage dazu: Wenn die Immobilien von mir abbezahlt sind (waren wie gesagt vor der Eheschließung von mir gekauft) und alle Schulden wären getilgt ... welchen Anspruch hat meine Frau im Falle einer Scheidung? Wird dann ein Wertgutachten erstellt und mit dem Kaufpreis von damals vergleichen ... um einen Zugewinn festzustellen? Oder bleiben die vorher Erworbenen Immobilien unbewertet bzgl. Zugewinn?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Zugewinnausgleich erfolgt durch einen Vergleich des Anfangsvermögens ( Tag der Eheschließung ) und des Endvermögens ( Zustellung Scheidungsantrag ) beider Ehegatten und zwar streng stichtagsbezogen.

Die Immobilien stehen also in Ihrem Anfangsvermögen mit dem Verkehrswert abzüglich Schulden. Nehmen wir einmal beispielhaft Ihre Wertangaben, haben Sie also ein Anfangsvermögen von 25.000,- € ( 530.000 - 430.000,- 75.000 ).

Das Endvermögen wird durch eine ( voraussichtliche ) Wertsteigerung der Immobilien und durch die Abzahlung der Kredite steigen. Haben Sie also beispielsweise 50.000,- € Schulden während der Ehezeit bis zur Einreichung eines Scheidungsantrags abgezahlt, so beträgt Ihr Endvermögen dann 75.000 €. Der Zugewinn beträgt 50.000,- €, die Ausgleichsforderung Ihrer Ehefrau 25.000,- €. Für die Feststellung der Werte werden Sachverständigengutachten zu erstellen sein.

Dies ist natürlich eine stark vereinfachte Rechnung. Das Anfangsvermögen wird tatsächlich noch indexiert, um den allgemeinen inflationsbedingten Kaufkraftschwund /Wertverlust zu kompensieren. Fakt ist aber, dass die Tilgung der Kredite zu einem Zugewinn führt, der im Falle einer Scheidung auszugleichen wäre. Die Wertentwicklung der Immobilien bleiben also keineswegs außen vor, sondern werden beim Zugewinnausgleich berücksichtigt.

Sofern Sie dies vermeiden möchten, sollte ein notarieller Ehevertrag geschlossen und Gütertrennung vereinbart werden. Möglich ist auch, den Zugewinn durch Ehevertrag zu modifizieren, indem man etwa die Immobilien insgesamt vom Zugewinn ausklammert. Die Einzelheiten würden hier im Rahmen der Erstberatung allerdings zu weit führen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.06.2018 | 11:57

Vielen Dank. Und ich hatte ja als Beispiel eine Ehezeit von 5 Jahren erwähnt. Es spielt dabei also keine Rolle, ob 2 Jahre, 5 Jahre oder 25 Jahre verheiratet?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.06.2018 | 12:14

Die Dauer der Ehe spielt natürlich eine Rolle für den Endstichtag (Zustellung des Scheidungsantrages ) und den bis dahin erwirtschafteten Zugewinn. Es macht ja einen Unterschied, ob Sie das Darlehen über einen Zeitraum von 5 Jahren oder von 25 Jahren abzahlen. Die Ausgleichsforderung der Ehegattin steigt mit fortlaufender Tilgung der Darlehensverbindlichkeiten.

Stellen Sie sich bitte vor, dass das Gesetz bei der Zugewinngemeinschaft davon ausgeht, dass beide Ehepartner in gleichem Maße einen Vermögenszuwachs in der Ehezeit ermöglichen. Deshalb soll ein Ausgleich erfolgen, wenn der eine Ehegatte mehr Vermögen für sich erwirtschaften konnte als der Andere.

Bewertung des Fragestellers 25.06.2018 | 12:24

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 25.06.2018 5/5,0
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