Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zeugenaussage im Betrugsfall korrigieren!


04.04.2007 11:32 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Ich arbeite in einem Mobilfunkgeschäft und sollte zu einem Betrugsfall wegen Handyverträgen bei der polizei als Zeuge aussagen. Die Handyverträge wurden vor ca. 3 Monaten in unserem Geschäft von einer jungen Dame abgeschlossen. Die Dame selbst wurde von dem Mobilfunkanbieter abgelehnt und fragte ob man den Vertrag auf den Papa machen und sie selber die Rechnungen bezahlen kann. Das war bei dem Mobilfunkanbieter möglich. Sie sagte noch, daß der Vater wegen Arbeit nicht die Möglichkeit hat in den Geschäftszeiten im Laden vorbei zu kommen. Wir haben Ihr dann den Vertrag halb ausgefüllt zur Durschsicht, Eintrag der fehlenden Daten und Unterschrift vom Papa mitgegeben. Die Tochter hat uns dann den Vertrag paar Tage später original unterschrieben vom Papa als Vertragsinhaber und unterschrieben von ihr als Kontoinhaber zurück gebracht. Dabei als notwendige Unterlagen hat sie den Pass vom Papa, ihr eigenen Pass und die Kontokarte dabei gehabt. Leider hat sich herausgestellt, daß die Tochter die Unterschrift ihres Vaters gefälscht und den Pass vom Papa von zuhause mitgenommen hat. Wir konnten die Fälschung auch leider nicht feststellen.

Bei der Polizei habe ich ausgesagt, daß wir noch eine Vollmachtsschreiben vom papa unterschrieben von der Tochter für den Vertrag brauchten, die sie nicht vorgelegt hat.
Das war aber nicht richtig, weil soweit ich mich erinnern kann haben wir keine Vollmacht von Ihr verlangt, da der Vertrag ja vom Papa unterschrieben war. Eine Vollmacht brauchen wir nur dann, wenn der Vertrag im Namen des Vaters von der Tochter unterschrieben worden wäre. Weil wir machen Verträge z.B. auch auf dem Postweg wo die Vorgehensweise genauso gehandhabt wird.

Der vernehmende Beamte hat mich gefragt, ob ich die Verträge ohne die Vollmacht hätte abschliessen können. Ich sagte dummerweise "eigentlich nein", obwohl die Verträge für uns komplett und rechtlich gesehen einwandfrei waren.
Wir brauchten auch keine Vollmacht um die Mobilfunkgeräte auszuhändigen, da die Tochter einer der im Vertrag als Kontoinhaber erwähnten Personen war und Ihre Unterschrift im Vertrag war.

Nun habe ich mich ehrlich gesagt in den Mist reingeritten. Nun werde ich auch mitbeschuldigt wegen der fehlenden Vollmacht der Straftat Hilfe geleistet zu haben und bin auf einmal nicht mehr Zeuge sondern Mitschuldiger.

Was kann ich jetzt machen? Wie gesagt habe ich bei der Zeugenaussage was falsches gesagt, weil ich mich nicht richtig erinnern konnte. Kann ich die Zeugenaussage noch ändern oder widerrufen? Was kann passieren, wenn ich die Aussage ändere und nicht ändere? Ich weiß nicht ob es hilft: bei der Zeugenvernehmung (früh vormittags) stand ich noch unter Alkoholeinfluss, da ich in der Nacht davor in einer Hochzeitsfeier viel Promille angetrunken hatte!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und kann Ihnen diesbezüglich folgendes mitteilen:

Davon ausgehend, dass Sie der Dame nicht Hilfe geleistet haben, müssen Sie nun, wenn Sie noch einmal verhört oder in der Verhandlung angehört werden sollten die Wahrheit sagen, so wie Sie es eben auch geschildert haben. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann werden Sie wegen wegen Beihilfe zur Rechenschaft gezogen. Dies setzt aber voraus, dass Sie vorsätzlich gehandelt haben. Vorsatz bedeutet, Sie wußten die Umstände der Tatbegehung und wollten der Dame helfen. Berufen Sie sich insofern darauf, dass Sie keine Hilfe leisten wollten und bei der Vernehmung als Zeuge auf Grund Ihres Restalkohols nicht bei vollem Bewußtsein waren.

Sie können Ihre Aussage jederzeit ändern oder widerrufen, aber ich würde Ihnen dringend empfehlen, ein gutes Argument und vor allem die Wahrheit für die Änderung vorzulegen.

Wenn überhaupt das Verfahren eröffnet wird, müssen Sie dringend die Umstände darlegen, die zu Ihrer früheren Aussage geführt haben.

Meines Erachtens wird man Ihnen auf Grund des von Ihnen vorgetragenen Sachverhalts jedoch einen Vorsatz nicht nachweisen können.

Ich hoffe, dass ich Ihnen im Rahmen der Erstberatung auf Grund Ihrer Angaben eine erste rechtliche Orientierung geben konnte. Bitte beachten Sie, dass auf Grund von Umständen, die der Bearbeiterin nicht bekannt sind, eine andere rechtliche Beurteilung möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Gerlach
Rechtsanwältin
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60139 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Ich habe mich jetzt zum ersten Mal bei Frag-einen-Anwalt.de beraten lassen und bin damit recht zufrieden. ...
FRAGESTELLER