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Wucherrechnung Schlüsseldienst

03.03.2016 10:13 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Hallo,

ich musste letzte Woche einen Schlüsseldienst rufen, weil ich mich aus der Wohnung ausgesperrt habe. Da ich in Altbach wohne, habe ich Schlüsseldienst Umgebung eingegeben und auch schnell eine Nummer aus dem Ort gefunden, wo ich anrufen konnte. Dort habe ich als erstes nach dem Preis gefragt. Man sagte mir, wenn die Tür nur zugezogen sei, wäre das nicht so schlimm, genauere Auskunft bekam ich jedoch nicht. Bis der Schlüsseldienst endlich kam, waren etwa 45min vergangen. Es waren zwei junge Herren, sichtlich in Eile. Er hat mir kurz erklärt, dass 170€ Pauschal sind +40€ für An- und Abfahrt + 40€ für jede 15Min Mehrarbeit. Er meinte aber die Tür wäre auf jeden Fall schnell auf und er bräuchte jetzt eine Unterschrift. Ich war etwas verwirrt aber dachte, der wird schon wissen was er tut und habe unterschrieben. Die Tür war auch in 2min auf und er meinte, er macht jetzt die Rechnung fertig. Und auf einmal standen da fast 450€. Ich habe ihn gefragt ob das sein Ernst ist, da wurde er relativ ungehalten und meinte, dass er mir doch alles erklärt hätte und fing nochmal an mir alles zu erzählen. Erstmal waren alles Nettopreise die er mir gesagt hat, hat das aber nie erwähnt. Dann hat er 30min Zusatzarbeitszeit aufgeschrieben, Abendzuschlag und 40€ Fahrtkosten. Er hat mir dann ziemlich Druck gemacht zu zahlen und ich habe nachgegeben, mich hinterher aber direkt an den PC gesetzt und recheriert. Es gibt einige Ungereimtheiten in diesem Fall und ich möchte mich gerne beraten lassen ob es sich lohnt, dagegen vorzugehen. Ich fühle mich jedenfalls mächtig abgezockt.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Ich gehe davon aus, dass Sie die Rechnung noch nicht bezahlt haben. Deshalb sollte der offensichtlich überhöhten Rechnung widersprochen und gleichzeitig die Anfechtung des Vertrages wegen Irrtums und arglistiger Täuschung erklärt werden, wobei die Anfechtung wegen Irrtums innerhalb von einer Woche zu erfolgen hat, § 121 Abs. 1 BGB. Dabei sollte eine zustellsichere Methode wie Fax oder Botenzustellung gewählt werden. Parallel sollte bei der zuständigen Handwerkskammer in Erfahrung gebracht werden, was eine Türöffnung bei einem seriösen Schlüsseldienst gekostet hätte – ist der Preis mehr als doppelt so hoch, läge Wucher vor und der Vertrag von vornherein nichtig.

Mit der weiteren Prüfung und Vertretung Ihrer Interessen sollten Sie einen Rechtsanwalt vor Ort beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.03.2016 | 11:41

Hallo Herr Böhler,

doch wie bereits gesagt habe ich die Rechnung leider bezahlt. Ich habe mich ziemlich unter Druck setzen lassen und wusste nicht, was ich machen soll und ob ich im Recht bin. Habe ich reale Erfolgsaussichten, diesen Vertrag trotzdem anzufechten? Der Vertag ist Wucher, laut verschiedenen seriösen Quellen im Internet hätte die Rechnung max. 220€ betragen dürfen (Stadt, Uhrzeit, Arbeitsdauer). Botenzustellung wäre erst morgen, das wäre schon zu spät, eine Woche ist genau heute um. Ich habe erst bei der Versicherung nachgefragt weil er meinte, das würde zu 100% von der Versicherung übernommen. Was natürlich auch nicht gestimmt hat.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.03.2016 | 11:55

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Ich hatte „nachgeben" als Unterschrift unter die Forderung verstanden. Aber auch wenn Sie bezahlt haben, obwohl die Rechnung viel zu hoch war, sollten Sie nicht untätig bleiben und den zu viel bezahlten Betrag zurückfordern. Der Gegenseite ist deutlich zu machen, dass der bezahlte Betrag viel zu hoch angesetzt wurde und die rechtliche Grundlage dafür fehlt. Die Anfechtung ist fristgerecht – am besten per Fax – vorzunehmen, eine arglistige Täuschung dürfte wie die Erregung eines Irrtums vorliegen. Auf den Tatbestand des Wuchers sollte hingewiesen werden, zudem sollten Sie sich eine Strafanzeige wegen Betruges und das Beschreiten des Klageweges vorbehalten.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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