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Wie kann ich privat geliehenes Geld zurückzahlen obwohl Insolvenz droht?

14. November 2022 18:18 |
Preis: 30,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Geschäftsführer einer GmbH. Meinem Unternehmen geht es derzeit nicht gut: wir haben zwar viele Aufträge, können diese jedoch mangels fehlender Liquidität wahrscheinlich nicht erfüllen. Banken geben uns kein oder nicht genug Geld - es geht um Aufträge im Wert von rund 300.000 - 500.000 EUR. Insolvenz ist noch nicht beantragt und auch nicht angemeldet, da noch die Chance besteht, dass wir mit weiteren Aufträgen und deren Vorauszahlungen oder durch den Einstieg eines Investors wieder liquide werden.
Nun hat mir mein Vater mit Geld von seinem privaten Konto - 30.000 EUR - kurzfristig ausgeholfen, indem er mir dieses Geld auf mein privates Konto überwies und ich meinerseits das Geld auf das Firmenkonto überwies und damit dringende offene Forderungen beglich.

Ich habe nun etwas später einen Privatkredit bei einer Bank i.H.v. 40.000 EUR aufgenommen. Davon möchte ich nun natürlich als erstes meinem Vater seine 30.000 EUR wiedergeben, bevor ich andere Gläubiger bezahle. Aktuell ist es noch möglich, dass wir durch weitere Aufträge und die damit verbundenen Vorauszahlungen der Kunden wieder liquide genug sind, um die aktuellen Forderungen zu bezahlen.

Da jedoch im Raum steht, dass das Unternehmen innerhalb der nächsten 1-2 Monate auch zahlungsunfähig sein könnte, falls keine weiteren Großaufträge kommen oder ein Investor einsteigt und Geld mitbringt, und ich nicht möchte, dass meinem Vater diese 30.000 EUR von seinem Konto wieder zurückgebucht werden, suche ich nach einem anderen sicheren Weg, ihm sein Geld zurück zu geben, was er sich eigentlich für seine Rente gespart hatte, und in absehbarer Zeit dringend selbst braucht.

Meine Idee war, ihm das Geld nun in bar zukommen zu lassen und er könnte im Fall der Insolvenz meiner Firma und damit verbundener Privatinsolvenz meiner Person von seinem Recht als Familienangehöriger eine Aussage zu verweigern Gebrauch machen. Das Geld wäre in diesem Fall zwar in seinem Besitz aber nicht auf seinem Konto, es gäbe keinen Beweis, dass er es bekommen hat, er hätte es dann bar zur Verfügung und so könnte es nicht im Rahmen einer Pfändung meiner Konten und Befriedigung der Gläubiger wieder zurück geholt werden.

Ist das so überhaupt möglich? Oder ist er dazu verpflichtet, das Geld wieder an mich und somit an meine Gläubiger zurück zu geben? Oder muss er es anderweitig herausgeben? Gäbe es ausgehend von der Situation der Insolvenz eine andere sichere Möglichkeit ihm sein Geld zurück zu geben?
Ich selbst oder die Strafen, die mir drohen könnten, sind mir dabei egal. Es geht rein darum, wie ich ihm die 30.000 EUR zurückgeben kann, ohne dass er sie an anderer Stelle dann wieder weggenommen bekommt.

Vielen Dank für eine Antwort.

15. November 2022 | 21:00

Antwort

von


(852)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ersteinmal muss ein Darlehensvertrag regeln, wer Darlehensnehmer ist - Sie oder die Firma.

Entscheidend ist auch, wie die Buchung in der Buchführung der Firma erfolgt ist - hier müssen Sie auch näher vortragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Verkehrsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 16. November 2022 | 15:26

Guten Tag Frau Dr. Seiter,

vielen Dank für Ihre Rückfragen bzw. Ihrer Bitte nach Eingrenzung und Präzisierung.

Im konkreten Fall bin Ich als Privatperson der Darlehensnehmer bei der Bank für die 40.000 EUR und hafte auch als Privatperson dafür. Die Firma ist hier nur als mein Arbeitgeber und somit Verdienst- und Einnahmequelle für mich als Person benannt worden. In der Buchführung der Firma würde das Geld im Falle der Barübergabe an meinen Vater gar nicht auftauchen bzw. würden dann nur die verbleibenden 10.000 EUR als Privateinlage gebucht werden, wenn ich sie denn überhaupt in die Firma einlegen würde. Nun, da Sie die Umstände genauer kennen, noch einmal meine Frage vom Anfang:
Ist das so überhaupt möglich wie zuvor beschrieben? Oder ist mein Vater dazu verpflichtet, das Geld wieder an mich und somit an meine Gläubiger zurück zu geben? Oder muss er es anderweitig herausgeben? Gäbe es ausgehend von der Situation der Insolvenz eine andere sichere Möglichkeit ihm sein Geld zurück zu geben?

Vielen Dank für eine Beantwortung der Frage.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16. November 2022 | 15:47

Sofern Sie privater Darlehensnehmer sind, ist diese Sphäre komplett von der Unternehmenssphäre zu trennen. Wenn Sie also privat nicht in Insolvenz gehen, betrifft das nicht das Geld Ihres Vaters an sich. So haben Sie dann eine private Schuld an Ihren Vater, für die sie auch dann gerade stehen müssen und das zurückzahlen müssen. Wenn nunmehr jedoch die Firma in Insolvenz gerät, dürfen Sie sich selber keine Gelder auszahlen, um z.B. das Geld selber zu verwenden (und dann ggf. an Ihren Vater weiterzugeben). Sollte es so sein, dass durch das vorhandene Kapital/vorhandenen Einnahmen alle Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden können und ggf. eine Gläubigerbevorzugung erfolgt (Auszahlung an Sie zwecks Weiterleitung), müssen Sie zwingend den Antrag auf Insolvenz stellen, um nicht strafrechtlich zu haften. - also hier die Gefahr der doppelten strafrechtlichen Verfolgung - Gläubigerbevorzugung und Insolvenzverschleppung.

Wenn nunmehr Sie auch privat in Insolvenz drohen zu gehen, so dürfen Sie Ihrem Vater das Geld nicht auszahlen, wenn Sie Kenntnis von weiteren Gläubigern haben (privat, nicht Firma).

Wie gesagt, das müssen Sie strikt trennen und sollten das auch vertraglich strikt so regeln. Wenn Sie privat keine weiteren Gläubiger haben, so können Sie eine private Schuld auch zurückzahlen (z.B. durch einen Kredit).

Aufgrund der Komplexität und der Gefahr der strafrechtlichen Verfolgung bei einer Verquickung beider Sphären schalten Sie unbedingt einen Anwalt ein, der alles konkret vertraglich und zwar schriftlich regelt.

ANTWORT VON

(852)

Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
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