Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Versehentlich Plagiat versteigert - Schadensersatz?


26.10.2006 23:25 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
vor Kurzem habe ich auf ebay eine Tasche angeboten, von der ich dachte es handle sich um eine original Chloe Tasche. Ich hatte diese selbst über ebay im Ausland bestellt und ging, nachdem sie den deutschen Zoll -verzollt- passiert hatte, davon aus, dass es sich um ein Original handelte. Kurz vor dem Versand der nunmehr für ca. 170 Euro verkauften Tasche fiel mir bei der Ansicht der beiliegenden Pflegeanleitung auf, dass diese nur so vor Rechtschreibfehlern strotzte. Nach kurzem Überlegen teilte ich daher der Käuferin mit, dass ich, da es sich um eine Fälschung handle, vom Kaufvertrag zurücktreten wolle und überwies der Dame sofort den Kaufbetrag plus Versandkosten zurück. Daraufhin entwickelte sich der folgende Schriftverkehr:

Ich:
..leider habe ich keine guten Nachrichten. Ich habe die Tasche auf Ihre Originalität hin überprüfen lassen und wurde leider enttäuscht. Nach kurzem Hadern mit meinem Gewissen habe ich beschlossen, dass ich kein weiteres "schwarzes Schaf" unter den ebay Mitgliedern sein möchte und ich mich lieber nicht auf solche Geschäfte einlassen will. Ich habe Ihnen daher umgehend Ihr Geld auf Ihr Konto zurück überwiesen. Es sollte dort in den nächsten Tagen eingehen. Es tut mir sehr leid. Ich weiss, dass Sie sich schon sehr auf Ihre Tasche gefreut haben und dies nun natürlich eine Enttäuschung ist...

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Käuferin:
...vielen Dank für die E-Mail. Tatsache ist jedoch, dass wir einen Kaufvertrag über die "Chloe Paddington Bag Tan Neu!!! mit Seriennummer und Kontrollkarte !!!!!!!!!!!!!!!!!!!! " geschlossen haben und Sie diesen nicht einfach ungeschehen machen können. Für die Zusendung der Tasche setzte ich Ihnen daher eine Frist bis zum Montag, den 14. August 2006. Sollte die
Tasche bis zu diesem Datum nicht bei mir eingegangen sein, werde ich mich direkt mit meinem Anwalt in Verbindung setzen. Auch bin ich beim Kauf davon ausgegangen, dass es sich um ein Original handelt - ob es sich tatsächlich um eine Nachahmung handelt werde ich selbst überprüfen lassen...

^^^^^^^^^^^^^^
Ich:
...ich bin von der Sache zwar nicht sonderlich begeistert, aber wenn Sie die Tasche noch möchten, dann überweisen Sie bitte das Geld nochmals auf mein Konto. Es sollte ja mittlerweile wieder bei Ihnen eingegangen sein...
Ich schicke Sie dann umgehend nach Zahlungseingang los...

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Daraufhin hat die Käuferin NOCHMALS den Kaufbetrag auf mein Konto überwiesen, woraufhin ich die Tasche verschickte...
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Käuferin:
...zwischenzeitlich habe ich die von Ihnen versandte Tasche prüfen lassen. Leider handelt es sich um eine billige Imitation.
Wie bereits in meiner letzten Mail angesprochen, bin ich davon ausgegangen, auf eine Original Chloé-Tasche zu bieten. Die versandte Tasche ist also definitiv nicht die, auf die ich geboten habe. Bitte senden Sie mir deshalb die Original Tasche bis zum 18. September 2006 zu -- im Gegenzug erhalten Sie dann die Imitation zurück.....
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Die letzte email habe ich ignoriert, bis ich vor wenigen Tagen ein Schreiben des Anwaltes (und mittlerweile Ehemannes oder Schwagers) der Käuferin erhielt, in dem ich aufgefordert wurde, entweder ein Original zu liefern, oder eine Schadensersatzleistung i.H.v. 1000 -1200 Euro zu leisten, bzw. ein akzeptables(?) Angebot zu machen, da ansonsten die Sache gerichtlich geklärt werden müsse...
Ich muss anmerken, dass die Tasche keineswegs eine "billige Imitation" ist, sondern durchaus mit einem Original verwechselt werden kann. Weiter versteigere ich, wenn auch privat, öfters Artikel, die ich zuvor ersteigert habe(ca.60 Verkäufe (aber normalerweise keine Taschen)in den letzten 4 Monaten.)Der besagten Anzeige fügte ich einen Gewährleistungsausschluss an.
Nunmehr habe ich die folgenden Fragen:
1.Die Dame hat mich praktisch zum Versand der Tasche gezwungen. Ist dies Rechtens?
2.Inwiefern ist die nochmalige Überweisung des Kaufbetrages im Wissen, dass es sich bei der Tasche um ein Imitat handelte, relevant.
3.Welcher Schaden ist ihr tatsächlich entstanden? Konnte sie für den Kaufpreis tatsächlich ein Original erwarten?
4.Wie raten Sie mir weiter vorzugehen?
27.10.2006 | 00:00

Antwort

von


972 Bewertungen
Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrte Ratsuchende!

Die Käuferin konnte durchaus ein Original erwarten, da Sie eines angeboten haben und eine Kaufvertrag abgeschlossen haben.

Jedoch haben Sie kurz vor Versand den Kaufvertrag angefochten, womit der Kaufvertrag nichtig wurde. Deswegen hat die Gegenseite nur einen Anspruch auf das sogenannte negative Interesse. Dieses umfaßt nur die Kosten, die in Vertrauen auf die Gültigkeit des Vertrages aufgewendet wurden, also z.B. die Überweisungskosten.

Die nochmalige Überweisung ist erheblich, da die Gegenseite den Betrag überwies, um die (mittlerweile als Fälschung bekannte) Tasche zu erhalten. Damit ist ein Kaufvertrag über diese Tasche geschlossen worden.

Es ist übrigens stets rechtens, die Einschaltung eines Anwaltes anzukündigen. Alles andere würde dieses Rechtssystem ad absurdum führen. In welcher Form dies gemacht wird und wie sich der Anwalt aufführt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Sie sollten sich mit dem ganzen Sachverhalt an einen örtlichen Kollegen Ihres Vertrauens wenden, da ich auf Distanz keine weiteren Verhaltensvorschläge geben kann, weil ich insbesondere, aber nicht nur, das Schreiben des gegnerischen Kollegen nicht kenne.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber


ANTWORT VON

972 Bewertungen

Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Kaufrecht, Mietrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Vertragsrecht, Grundstücksrecht, Medienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER