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Verhalten BG - Krankenkasse


18.09.2006 11:03 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von



Sachverhalt:
BG Unfall
Schulterverletzung Fraktur
Anfangs keine Altersdegenerationen
Teilriss einer Sehne soll nach Unfall stattgefunden haben und
Altershalber sein
BG behauptet: Unfallfolgen verheilt nach 6 Monaten - trotz Funktionsstörungen etc. voll arbeitsfähig. Versagt der Krankenkasse, die Verletztengeld für
die BG auszahlte - Weiterzahlung der Krankenkasse, die sich
immer wieder auf die BG beruft. BG und Krankenkasse versagen Gutachten zur Klärung.
Wer war verpflichtet zu helfen ?
Dürfen derartige Dinge immer dem Verletzten aufgebürdet werden
und ist dann nur ein Prozeß und ein Gerichtsgutachten - um der
BG zu beweisen ( ? ) daß es Unfallfolgen waren ? nötig - wobei der Verletzte dann
alles selbst zu tragen hat u n d -
da die Verfahren vor den Gerichten Jahre dauern sollen -
dann auch Jahre ohne Verletztengeld bleiben ?
und Jahre auf eine wahrhafte medizinische Diagnose
(nur möglich über Gerichtsgutachten ? ) warten müssen -
was hieße - daß auch keine richtige Therapie einsetzen
kann ? Muß der Patient / der Unfallverletzte / der Versicherungsnehmer dann alles Weitere selbst bezahlen -
um Hilfe zu bekommen ?
Alle drücken sich -
der Patient hat über Monate kein Geld -
keine Arbeit -
m u s s dann auch noch RA bezahlen ?
Private Gutachten ? und -
wenn dann noch Ärzte - die neu
zwecks Hilfe aufgesucht werden - mit Vorbehandlungen
"nichts zu tun haben wollen" -
auf eigene Kosten Ärzte suchen -
muss das alles der Verunfallte
auch noch alleine tragen ?
Danke.
18.09.2006 | 13:04

Antwort

von


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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

drei Voraussetzungen müssen vorliegen, damit ein sog. "Arbeitsunfall" vorliegt, nämlich
1. ein Unfall,
2. die haftungsbegründende Kausalität und schließlich
3. die haftungsausfüllende Kausalität.

Zu 1: Ein Unfall ist ein von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, dass zu einem Gesundheitsschaden führt - in Ihrem Fall kein Problem.
Zu 2: Zwischen der unfallbringenden Verrichtung und der versicherten Tätigkeit muss ein innerer finaler Zusammenhang bestehen - auch dies scheint in Ihrem Fall unproblematisch zu sein.
Zu 3: Der eingetretene Körperschaden muss ursächlich auf das schädigende Ereignis zurückzuführen sein - hier scheint in Ihrem Fall der "Hase im Pfeffer" zu liegen:
Ihrer - zugegeben etwas knappen - Darstellung des Sachverhalts entnehme ich, dass Streit zwischen Ihnen und der BG darüber besteht, ob Ihr derzeitiger (?) Gesundheitszustand in haftungsausfülllender Kausalität zu dem Arbeitsunfall steht. Nach Auffassung der BG soll ein Teilriss der Sehne zeitlich NACH dem Unfall aus altersbedingte Verschleiss eingetreten sein. Insoweit betreitet die BG also die dritte, oben genannte, Voraussetzung. Soweit nach Auffassung der BG unfallbedingt ein gesundheitlicher Schaden bestanden hat, soll dieser jedenfalls nach 6 Monaten bereits ausgeheilt gewesen sein, so dass die Zahlung von Verletzengeld eingestellt wurde.
Grundsätzlich ist das deutsche Rechtssystem nun so aufgebaut, dass dejenige, der "etwas haben" will, dafür auch "was tun" muss: Wo kein Kläger, da kein Richter. Gegen die Entscheidung der BG, kein weiteres Verletzengeld zu zahlen, können Sie grundsätzlich Widerspruch einlegen und - im Falle abschlägiger Bescheidung - klage vor dem Sozialgericht erheben.
Sozialgerichtsverfahren sind u.a. für Versicherte gerichtskostenfrei; sie sind auch nicht verpflichtet, sich anwaltlich vertreten zu lassen, wenngleich sich das empfiehlt.
Sind sie materiell nicht in der Lage, sich einen Anwalt zu leisten, können Sie auch Prozesskostenhilfe beantragen.

Auch im Sozialrecht gilt der allgemeine Grundsatz, dass derjenige die Folgen einer Beweislosigkeit tragen muss, der aus der nicht erwiesenen Behauptung für ihn günstige Ansprüche herleiten möchte. Da Sozialgerichtsverfahren allerdings der sog. Amtsermittlungsgrundsatz gilt, ist das Gericht verpflichtet, den Sachverhalt selber aufzuklären, notfalls - und das ist häufig der Fall - mittels medizinischer Sachverständiger, die das Gericht mit der Erstellung eines oder mehrerer Gutachten beauftragt, ohne das es hierzu besonderer Anträge der Parteien bedarf. Die Frage der Beweislosigkeit wird daher erst dann relevant, wenn trotz aller Bemühungen um Aufklärung berechtigte Zweifel an der Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung bleiben.
U.U. kann der Kläger auch verlangen, dass ein bestimmter Arzt gutachtlich gehört wird. Die Anhörung dieses Arztes macht das Gericht i.d.R. davon abhängig, dass ein Kostenvorschuss eingezahlt wird. Verfügt der Antragsteller nicht über die entsprechenden finanziellen Mittel, kann beantragt werden, in von der Kostenvorschusspflicht zu befreien. Nach Vorlage des Gutachtens kann das Gericht die entsprechenden Kosten auf die Staatskasse übernehmen, wenn das Gutachten zur weiteren Sachaufklärung beigetragen hat.

Selbstverständlich braucht die BG so lange kein Verletzengeld zu zahlen, wie - nach ihrer Auffassung - die Voraussetzungen hierfür nicht vorliegen bzw. kein rechtskräftiges Urteil gegen sie vorliegt. Während dieser Zeit ist der Betroffene in der Tat auf sich allein gestellt bzw. ggf. auf Sozialhilfe /Hartz IV angewiesen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Auskünften behilflich sein.

Mit freundlichen Grüßen

v. Bredow
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht


Nachfrage vom Fragesteller 18.09.2006 | 18:00

Sehr geehrter Herr von Bredow, danke für die ausführliche Antwort.
Ja das ist der Knackpunkt. Der Teilriss - also die "Alterung" soll innerhalb von 2 Monaten nach Unfall eingetreten sein. Wurde erst nach vielfachen Nachfragen ! nach mehreren Monaten offen gelegt. Ich sollte immer wieder "arbeiten gehen können" - trotz Schmerzen und Funktionsstörungen. Etc. - Die Folgen meiner Verletzung mit dem Riss sind noch nicht abzusehen und können weitere größere Probleme noch nachsichziehen. Sollte evtl. anderer Vers.Träger "gefunden" werden .... Es muss doch
Gründe haben?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.09.2006 | 18:28

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

die "Gründe" liegen aus Sicht der BG darin, dass sie "natürlich" Geld sparen will. Für eine Erkrankung, die sich nicht als Arbeitsunfall darstellt, ist i.d.R. vom Arbeitgeber - Entgeltfortzahlung - und danach von der Krankenkasse Krankengeld zu leisten. Über andere "Gründe" vermag ich leider nur zu spekulieren.

Mit freundlichen Grüßen

v. Bredow

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