Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.147
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vereinigung von zwei Grundstücken - zwei unterschiedliche Eigentümer

20.01.2015 16:45 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung: Ihre Frage betrifft das Immobiliarsachenrecht, Grundstücksrecht und ggf. das Gesellschaftsrecht. Regelungen finden sich u.a. im BGB (Miteigentum), und in der GBO.

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Partner ist bereits im Besitz eines Grundstücks. Ich werde in wenigen Tagen das direkt anliegende Grundstück kaufen. Mein Partner und ich möchten nach meinem Kauf beide Grundstücke miteinander vereinigen. Wir sind nicht miteinander verheiratet.

Voraussetzung der Vereinigung ist die rechtliche Selbständigkeit beider Grundstücke, diese ist gegeben und ist auch jeweils lastenfrei. Eine Vereinigungserklärung geben wir nach meinem Grundstückserwerb ab.

Nun zu meiner Frage: ist eine Vereinigung beider Grundstücke überhaupt möglich, wenn es unterschiedliche Eigentümer sind? Oder gibt es dadurch ein Problem? Worauf muss ich achten?

Vielen Dank und Grüße

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich im hiesigen Format (www.frag-einen-anwalt.de) wie folgt beantworten:

Ihre Frage betrifft das Immobiliarsachenrecht, Grundstücksrecht und ggf. das Gesellschaftsrecht. Regelungen finden sich u.a. im BGB (Miteigentum), und in der GBO.

O.K. ... man soll Fragen nicht mit Gegenfragen beantworten, aber die Frage ist zu stellen: Warum wollen Sie denn die Grundstücke vereinigen ? Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass es z.B. im öffentlichen Baurecht üblich ist, dass ein Bauvorhaben sich über mehrere Grundstücke erstreckt. Die Baugenehmigung wird aus gutem Grund "unbeschadet privater Rechte Dritter" erteilt.

Man müsste überlegen ob nicht ggf. Gesellschaftsrecht anwendbar wäre (Gesellschaft Bürgerlichen Rechts oder "GbR") wenn Sie einen gemeinsamen Zweck (welchen ?) verfolgen.

Also man kann Grundstücke ideal/ideel (z.B. jeder zu 50% Eigentümer) und real (derzeitiger Zustand) teilen und grundsätzlich auch wieder zusammenlegen. Man sollte aber darauf achten, dass z.B. nicht Vorkaufsrechte Dritter ausgelöst werden.

Einzelheiten dürften sich auch aus der Grundbuchordnung (GBO) etc. ergeben.

Ihre Frage führt in Sachenrecht - genauer das Immobiliarsachenrecht. Es dürfte wegen § 311b BGB ein notarieller Vertrag zu schließen sein.

Alles in Allem ein ziemlicher Aufwand für den es eben einen guten Grund geben sollte. An den Fall der Fälle (Trennung, Krise, Probleme) ist hier zu denken.

Ich hätte Interesse an einer weiteren Mandatierung.

Ich hoffe, Ihre Frage weitmöglichst verständlich beantwortet zu haben. Gerne weise ich Sie darauf hin, dass Sie die kostenlose Nachfragefunktion nutzen können.


Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.01.2015 | 18:49

Sehr geehrter Herr Lautenschläger,

vielen Dank für Ihre Antwort, wenn auch für einen Rechts- Laien schwer verständlich. Wir beabsichtigen ein EInfaliemnhaus zu errichten und dafür ist die Vereinigung zwingend notwendig, da ansonsten laut Auskunft Grundbuchamt keine Bebauung zulässig ist. Jedes einzelne Grundstück betrachtet ist zu schmal und nach ABzug der Grenzbebauung wäre es nur noch ein 2,50m breites Haus.

Ist daher eine Vereinigung möglich, wenn unterschiedliche Eigentümer eingetragen sind?


Vielen Dank für eine eindeutige Aussage und einen schönen Abend

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.01.2015 | 20:16

Sehr geehrte Fragenstellerin,

besten Dank für die Hinweise. Jetzt hoffentlich verständlicher:

Vorab : Rechtsauskünfte in derartigen Fragen sollte man nicht beim Grundbuchamt einholen.

Ich beziehe mich explizit auf § 58 Abs. 3 LBO (Landesbauordnung Baden-Württemberg) wonach gilt: "Die Baugenehmigung wird unbeschadet privater Rechte Dritter erteilt." Das bedeutet, dass die Eigentumsverhältisse am Baugrundstück bei der baurechtlichen Beurteilung zunächst egal sind.

Die Lösung der Grenzabstandproblematik könnte m.E. - und das ist durchaus üblich - dadurch erfolgen, dass der Bauaufsichtbehörde ein sogenannte Baulast (§ 71 ff LBO) abgeboten wird. Zwei Grundstücke können so zu einem Baugrundstück vereint werden. Abstände dienen z.B. dem Brandschutz und einer ausreichenden Be- und Durchlüftung und Be- und Durchlichtung. Sie sollen grundsätzlich nicht sinnvolles Bauen verhindern.

Einzelfragen wären selbstredend unter Beachtung der Bauvorschriften mit dem zuständigen Bauamt zu klären.

Kleiner Tipp: Man kann zu überschaubaren Kosten einen Bauvorbescheid (§ 57 LBO) beantragen, der rechtsverbindlich Einzelfragen z.B. zur Bebaubarkeit klärt. Man muss hierzu nicht einmal Eigentümer des Baugrundstücks sein. D.h. Sie könnten bereits vor Erwerb des Nachbargrundstücks sicher klären (lassen) ob Sie bauen können oder nicht.

Unter Beachtung Ihrer Interessen kann man also m.E. die ("Buch"-)Grundstücke zu einem Baugrundstück verbinden.

An dieser Stelle der Hinweis, dass die DIN 276 Rechtsberatungskosten zu den typischen Baunebenkosten zählt. Rechtzeitiger Rechtsrat spart typischerweise Zeit, Ärger und bares Geld. Das gilt gerade auch bei Bauherrengemeinschaften in Patchworksituationen.

Einzelheiten können im hiesigen Rahmen nicht geklärt werden, gerne aber im Zuge einer weiteren Mandatierung.

Ich hoffe Ihre konkretisierte Frage jetzt verständlicher beantwortet zu haben.


Nochmals Dank für Ihr Vertrauen


RA P. Lautenschläger

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65414 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort war sehr schnell, im großen und ganzen, bis auf paar Fremdwörter, deren Bedeutung man aber schnell im Duden recherchieren konnte, ausführlich, der Sinn der Fragestellung wurde erkannt und wenn man den vereinbarten ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle Rückmeldung, angemessene Erklärung, sehr freundlicher Ton, Sachverhalt konnte mit der Agentur für Arbeit daraufhin geklärt werden, herzlichen Dank, sehr empfehlenswerter Anwalt ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Top Beratung! Viel Dank! ...
FRAGESTELLER