Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Urheberrechtsverletzung aufgrund von abfotografiertem Artikel - DRINGEND!

30.07.2014 17:17 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz


Hallo,

ich hätte eine Frage bzgl des Medienrechts bzw Urheberrechts. Eine Zeitschrift hat mit meinem Einverständnis eine Doppelseite mit einem redaktionellen Beitrag über mich und meine Arbeit gebracht. Diese Doppelseite habe ich abfotografiert und bei Facebook online gestellt. Aus Stolz und um nochmal Danke an den Verlag zu sagen.

Jetzt bekomme ich eine RN wegen Urheberrechtsverletztung von 800 Euro + 400 Euro Anwaltskosten. Ist das rechtens? Ich bin sprachlos.

Vielen Dank für Ihre Antwort(en)

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

1. Der redaktionelle Beitrag kann als sog. Sprachwerk urheberrechtlichen Schutz gemäß § 2 Absatz 1 Nr. 2 Urheberrechtsgesetz genießen. Sind auch Fotos vorhanden, sind diese entweder nach § 2 Absatz 1 Nr. 5 UrhG als sog. Lichtbildwerke oder gemäß § 72 UrhG als einfache Lichtbilder geschützt.

2. Der Verlag (bzw. der Auto, der seine Rechte aber an den Verlag abgetreten haben dürfte) ist der Urheber. Er kann darüber bestimmen, wie und wo der Artikel veröffentlicht und verbreitet bzw. öffentlich zugänglich gemacht werden soll. Dies sind die sog. Nutzungsrechte des Urhebers, vgl. §§ 31 ff. UrhG. Dadurch, dass Sie diesen Artikel abfotografiert und auf Facebook veröffentlicht haben, haben Sie in diese ausschließlichen Nutzungsrechte des Urhebers eingegriffen.

3. Dem Verlag stehen damit Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche gegenüber denjenigen Personen zu, die sein Urheberrecht beeinträchtigen, vgl. § 97 UrhG. Dies gilt selbst Ihnen gegenüber, auch wenn der Bericht über Sie und mit Ihrem Einverständnis gefertigt wurde. Darüber, dass das Verhalten des Verlags moralisch reichlich fragwürdig scheint und man Sie auch zunächst einfach darum hätte bitten können, den Artikel offline zu nehmen, besteht zwar kein Zweifel. An der rechtlichen Beurteilung ändert das aber zunächst nichts.

4. Nicht beurteilen kann ich, ob die Höhe des Schadensersatzes und der Anwaltskosten rechtmäßig ist. Dies hängt von den gesamten Umständen, wie z.B. Auflagenhöhe und Bekanntheit der Zeitschrift, ab. Möglicherweise ist der Streitwert hier jedoch auf 1.000,00 € gedeckelt, mit der Folge, dass die geltend gemachten Kosten deutlich zu reduzieren sind. § 97a Absatz 3 UrhG sagt insofern, dass der Streitwert insbesondere dann auf 1.000,00 € begrenzt ist, wenn der Abgemahnte eine natürliche Person ist, die nach diesem Gesetz geschützte Werke oder andere nach diesem Gesetz geschützte Schutzgegenstände nicht für ihre gewerbliche oder selbständige berufliche Tätigkeit verwendet.

Weiterhin muss die Abmahnung bestimmten Formerfordernissen genügen, um wirksam zu sein, vgl. § 97 a Absatz 2 UrhG.

4. Zusammengefasst: Eine Urheberrechtsverletzung dürfte gegeben und die Abmahnung damit dem Grunde nach gegeben sein. Ob auch die Höhe der Kosten berechtigt ist, bedarf einer näheren Prüfung.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion. Bei Bedarf bin ich Ihnen bei der weiteren Auseinandersetzung mit dem Verlag gerne behilflich.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 72575 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Trotz der Komplexitaet des Falles, konnte der Anwalt zuegig die Vorfaelle durchschauen und mir/uns gezielt weiterhelfen. Auch die Beantwortung der Nachfrage war sehr hilfreich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sachliche kompetente Beratung. Werde nun meine Optionen prüfen. ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Die Frage wurde flink und konkret beantwortet. Allerdings bleibt ein Beigeschmack zumindest für den vermuteten Ausgestaltungsspielraum in der konkreten Situagion der Rechtssprechjng, insbesondere, da gerade diese Anwältin auch ... ...
FRAGESTELLER