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Unterhaltsnachzahlung


10.03.2006 12:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damenund Herren,

ich habe folgendes Problem, ich habe ein Tochter von 1 Jahr 8 Monaten.
Zum Zeitpunkt der Zeugung war ich 22 Jahre alt und der Vater des Kindes 16 Jahre.
Ich habe ihn über seine Vaterschaft informiert als das Kind bereits 8 Wochen alt war, da es in der Zeit davor keinen Kontakt gegeben hat.
Es fand ein Besuch bei seinen Eltern statt.Die größte Sorge war dort, dass nun Unterhaltszahlungen auf den Vater zukommen würden und das man sich in so einem Fall doch erstmal über die Rechtslage informieren müsste bezüglich ,,verführung Minderjähriger". (Die Beziehung die wir eine kurze Zeit hatten war allgemein bekannt, auch den Eltern)
Es wurde mir zu verstehen gegeben das ich mir gut überlegen sollte ob ich es darauf ankommen lassen wolle.
Ich habe dann erstmal von einer Vaterschaftsanerkennung abgesehen, da mir die Sache in dem Umfang über den Kopf gewachsen ist.
Nun ist es aber so, dass ich mich noch in der Ausbildung befinde und mittlerweile auf die Zahlung angewiesen bin.
Ich habe beim Jugendamt erwirkt, dass die Vaterschaft festgestellt wird. Dies läuft nun alles, da liegt auch nicht meine Frage.

Ich möchte gerne wissen, ob ich die Unterhaltszahlung, von Geburt an bis heute nachfordern kann.


Was vieleicht noch wichtig ist,
der Kindesvater befindet sich genau wie ich noch in der Ausbildung (vergütung ca. 270 Euro)


Ich verbleibemit freundlichem Gruß

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Sehr geehrte Ratsuchende, ja, in Fällen, in denen die Vaterschaft erst festgestellt werden muss, kann der UNterhalt auch rückwirkend verlangt werden. Ggf kann sich der Vater des Kindes darauf berufen, dass der ANspruch für einige wenige MOnate nicht geltend gemacht werden kann, weil er nicht damit rechnen musste, dass er in Anspruch genommen wird. Man spricht dann von Verwirkung, dies ist eine Frage des EInzelfalls.
da der Vater Ihrer Tochter wahrscheinlich nicht leistungsfähig ist, also keinen Unterhalt bezahlen kann, haben Sie die Möglichkeit, dessen Eltern in Anspruch zu nehmen. diese sind u.U. für das Kind unterhaltspflichtig und müssten auch die UNterhaltsrückstände bezahlen. Hieran wären dann aber auch Ihre Eltern zu beteiligen. DIe Höhe des von den GRoßeltern zu bezahlenden Unterhalts bestimmt sich dann nach deren EInkommensverhältnissen.
Ich empfehle Ihnen, die Unterhaltsansprüche Ihrer Tochter - auch gegenüber den Großeltern - durch das Jugendamt geltend machen zu lassen. Im Rahmen dieses Verfahrens kann dann geklärt werden, ob die Eltern des Vaters überhaupt leistungsfähig sind und in welcher Höhe Unterhalt bezahlt werden muss.
Rein vorsorglich sollten Sie aber auch bei der UNterhaltsvorschusskasse (beim örtlichen Landratsamt) Unterhaltsvorschuss für Ihre Tochter beantragen.

ich hoffe, IHnen einstweilen weitergeholfen zu haben, wenn Sie noch FRagen haben, können Sie mich gerne anmailen.

MFG S. Schneider
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 10.03.2006 | 20:41

Sehr geehrte Frau Schneider, vielen dank für Ihre schnelle Antwort.

Ich hätte noch ganz gerne gewußt ob ich mich nun wirklich der Verführung Minderjähriger Strafbar gemacht habe?

und obich ihre antwort so verstehen darf, dass ich den vollen unterhaltsumfang von 20 monaten einklagen (fordern, wie auch immer) kann?
Er wird so wie es aussieht, den Unterhalt nicht aufbringen können und von seinen Eltern ist da auch nichts zu erwarten.somit würde die nachzahlung erstmal zu lasten der unterhaltsvorschusskasse fallen.

mit freundlichem gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.03.2006 | 08:45

Sehr geehrte Ratsuchende, bitte entschuldigen Sie die verspätete Reaktion, ich habe Ihre Nachfrage soeben erst entdeckt.

Die "Verführung Minderjähriger" ist nunmehr gefasst in § 182 StGB, den ich hier nachstehend wie folgt wiedergebe :

§ 182 StGB
Sexueller Missbrauch von Jugendlichen
(1) Eine Person über achtzehn Jahre, die eine Person unter sechzehn Jahren dadurch missbraucht, dass sie
1. 
unter Ausnutzung einer Zwangslage oder gegen Entgelt sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt oder
2. 
diese unter Ausnutzung einer Zwangslage dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Eine Person über einundzwanzig Jahre, die eine Person unter sechzehn Jahren dadurch missbraucht, dass sie
1. 
sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt oder
2. 
diese dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen,
und dabei die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(3) In den Fällen des Absatzes 2 wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.
(4) In den Fällen der Absätze 1 und 2 kann das Gericht von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn bei Berücksichtigung des Verhaltens der Person, gegen die sich die Tat richtet, das Unrecht der Tat gering ist.

Sie sehen, dass ein solcher Tatbestand nur dann erfüllt sein kann, wenn Sie eine Zwangslage ausgenutzt, oder Ihr "Opfer" sonstwie genötigt haben und gilt im übrigen nur für Personen unter 16 Jahren. Hier haben Sie also nichts zu befürchten.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage beantwortet zu haben.

MFG S. Schneider (Rechtsanwältin)

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