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Hilfe!!! Jugendamt nimmt Kind in Obhut, gegen den willen der Eltern

18.06.2010 17:14 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Vogt


Bitte suche dringend HILFE !!!!!!!!!!!!!!!!
Guten Tag
Gestern auf Arbeit erhalte ich Anruf von meiner Frau, das das Jugendamt meine Stieftochter in Obhut nimmt und meine Frau noch ein paar Sachen packen soll fürs Kind,da das Kind direkt von der Schule vom JA (Jugendamt) in Obhut genommen wird.
Vorgeschichte:
Meine Frau und meine Stieftochter(7,5 Jahre) sind CZ-Staatsbürger
wir leben aber seit fast 4 Jahren in DE,ich bin Deutscher.
Meine Stieftochterging erst in den Kindergarten,da wurden Verhaltensstörungen und Hyperaktivität festgestellt, darauf bekam sie Betreuungsbeistand vom JA im Kindergarten. Später folgten psychologische und medizin.Untersuchungen bei verschiedenen Ärzten in Zusammenarbeit mit dem JA.
Unser Kind kam in den Sprachheilkindergarten,lernte dort Deutsch sehr gut und ist jetzt in einer Förderschule, wo sie anfangs nur 2 Stunden täglich unterrichtet wurde, jetzt aber fast die volle Zeit am Unterricht teilnimmt.
Unsere Tochter war 6 Wochen in einer Kinder mediz. psycholog. Einrichtung stationär, wurde da gründlich untersucht und auf ein Medikament mit RITALIN eingestellt. seitdem ist sie ruhiger, konzentrierter und lern gut in der Schule, auch positive Rückmeldung seitens der Schule haben wir erhalten.
Teilweise gab es noch Tage wo unsere Tochter noch müde oder unkonzentriert in der Schule war,aber generell war eine positive Wirkung durch das Medikament erkennbar.
Nun haben wir auch Familienhilfe im Haushalt,seit fast 2 Jahren, die meine frau mit dem Umgang der Kinder unterstützt und berät(habe noch leibliche Tochter 5J.).
nun sollte nächste Woche das jährliche Hilfeplangespräch mit dem JA stattfinden, mit der Familienhilfe gab es vorab schon ein Gespräch wo die momentane Entwicklung und Situation festgehalten wurde.
--> dann auf einmal erhielt meine Frau einen Termin für den nächsten Tag, wo es hieß das Jugendamt ein neuer Mitarbeiter will sich vorstellen und vorab auch noch mal reden.
Dann der Schock!!! morgens 9Uhr steht Jugendamt und Familienhilfe und eine Dolmetscherin bei uns zu Hause vor der Tür,meine Frau allein zuhaus ind der Annahme es folgt ein Vorgespräch. JA erklärt ihr mit Dolmetscherin das unsere große Tochter in Obhut bei einer Pflegefamilie genommen wird uns sie solle einen Antrag auf Gewährung für Jugendhilfe unterschreiben, wo noch nicht ausgefüllt ist, der Jugendamtmitarbeiter würde es später tun,da er noch anderen Termin hat.Meine Frau völlig aufgelöst will mich auf Arbeit anrufen und JA sagt das brauchen sie jetzt nicht tun,Frau ruft mich weinend an und erklärt mir sie nehmen unser Kind weg, sie solle ein paar Sachen packen.
Ich lasse meine Arbeit liegen und eile nach hause, 1Stunde später zuhaus, nehme ich meine Frau und ab auf Jugendamt. Da gerade geschlossen "Mittag", dennoch ich klingle eine mitarbeiterin öffnet und just in diesem moment kommt auch der Jugenamtmitarbeiter welcher die Maßnahme durchgezogen hat zurück ins Amt.
Bei dem folgendem Gespräch lasse ich mir den Zettel zeigen welchen meine Frau unterschrieben hat und wir Vernichten ihn in Absprache mit dem Jugendmitarbeiter zusammen.
Ich lege noch einen schnell handschriftlichen Widerspruch dem Mitarbeiter vor und er sagt wollen sie wiklich widersprechen und vor das Jugendgericht?? Ich: "ja", und weshalb ist dies überhaupt gemacht worden ( Kind in Obhut)???- meine Frage. Tochter hätte geäußert ich hätte sie nachts am Bett besucht und unsittlich gestreichelt. Schock meiner seits-WAS?? ich erkläre zusammen mit meiner Frau , das kann nicht sein, das glaub ich nicht. Ich schlafe derzeit eine etage höher im Schlafzimmer und meine frau im Wohnzimmer vor dem Kinderzimmer, weil Tochter immer unruhigen Schlaf hatte und Nacht viel auf Toilette rennt.Daher hätte auf alle Fälle meine Frau was bemerkt und ich beteure ich habe nichts gemacht und was kann ich tun damit sie mir glauben oder was soll ich machen?? Der Jugendamtmitarbeiter sagt:"gar nicht".
Jetzt sollen wir 1 bis 2 Wochen warten bis Jugengericht was entscheidet oder uns vorlädt. Ich habe nicht ein Papier in der Hand Warum,weshalb das Jugendamt das gemacht hat, auch wurde ich nicht weiter befragt. stattdessen soll ich und meine Frau zuhause abwarten. KEIN Kontakt zum Kind,Keine Ahnung wo Kind ist (nur hieß es eine Plegefamilie). Ein Anwalt hat erst Montag Zeit.
Kann das Jugendamt so Vorgehen?????????
Warum werde ich nicht angehört oder vernommen, stattdessen sollte alles ohne meine Anwesenheit erfolgen.
Habe Angst um meine 2. Tochter, das sie sie mir auch wegnehmen obwohl es schon arg weh tut das eine Tochter weg ist und ich Nichts rein garnichts tun kann.
Dachte Jugendamt hilft einem, deshalb habe ich auch JEDE Maßnahme und Hilfe unterstützt und mitgeholfen, nur eins wollte meine Frau und ich nicht unsere Tochter für 1 oder 2Jahre in ein Jugendheim geben. wir wollten stattdessen lieber ambulante ärtztliche und psycholog. Hilfe oder eine zeitl. begrenzte Behandlung bzw. Therapie und mit Familienhilfe zuhause weiter an unserer Familie arbeiten und uns gegenseitig helfen.
Bite helft wir wissen keinen Rat mehr, das Wochenende ist lang ohne Tochter und erst Montag kann ich einen Anwalt sprechen bei mir. ES tut verdammt weh so hilflos zu sein.

Danke!!!

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne darf ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Zunächst einmal sollten Sie versuchen – so schwer Ihnen das verständlicherweise fallen mag – über das Wochenende kühlen Kopf zu bewahren, da Sie sich gegen die Maßnahme des Jugendamts letztendlich nur gerichtlich zur Wehr setzen können. Ein entsprechender Eilantrag vor Gericht sollte jedoch sorgfältigst durch Ihren Anwalt begründet werden, weswegen Sie zumindest bis Montag leider keine erfolgversprechenden Schritte in die Wege leiten können.

Rechtsgrundlage für die Handlungsweise des Jugendamtes ist § 42 SGB VIII.

Demnach ist das Jugendamt berechtigt und auch verpflichtet, ein Kind in seine Obhut zu nehmen, wenn eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes dies erfordert und die Eltern nicht widersprechen oder eine familiengerichtliche Entscheidung nicht rechtzeitig eingeholt werden kann.

Widersprechen die Eltern der Inobhutnahme, so muss das Jugendamt das Kind dem Erziehungsberechtigten unverzüglich übergeben oder – wenn nach Einschätzung des Jugendamts eine Gefährdungslage besteht – eine Entscheidung des Familiengerichts über die weiteren erforderlichen Maßnahmen herbeiführen. In diesem Verfahren haben Sie dann natürlich die Möglichkeit, die Ihnen gegenüber erhobenen Vorwürfe auszuräumen.

Hierbei entscheidet das Familiengericht nicht über die Rechtmäßigkeit der Inobhutnahme oder deren Fortdauer. Es trifft vielmehr die notwendigen sorgerechtlichen Maßnahmen in Anschluss an die Inobhutnahme selbst.

Dementsprechend müssen Sie selbstverständlich nicht tatenlos zuwarten, bis das Familiengericht eine Entscheidung trifft. Sie können vielmehr gegen die Inobhutnahme vor dem örtlich für Sie zuständigen Verwaltungsgericht den Erlass einer einstweiligen Anordnung nach § 123 VwGO beantragen. So unterliegt die Prüfung Rechtmäßigkeit der Inobhutnahme der Verwaltungsgerichtsbarkeit. (OVG Lüneburg, Beschluss vom 18.09.2009, 4 LA 706/07)

In diesem Verfahren wird dann vom Gericht summarisch geprüft, ob hier tatsächlich ein konkreter Verdacht der Kindeswohlgefährdung besteht und ob Sie vor und während der Maßnahme des Jugendamtes ordnungsgemäß beteiligt wurden.

Wie ich oben bereits ausgeführt habe, sollten Sie diesen Antrag jedoch unbedingt von Ihren Anwalt stellen und begründen lassen.

Abschließend hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen trotz allem noch ein schönes Wochenende und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

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