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Vaterschaftsanerkennung: Vater ist noch mit anderer Frau verheiratet

25.09.2008 14:51 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich werde in den kommenden Wochen Mutter, der Vater meines ungeborenen Kindes ist noch mit einer anderen Frau verheiratet. Es geht darum, dass für ihn bei einer Scheidung keine Nachteile entstehen, da seine Nochfrau nichts von seiner Vaterschaft weiss.
Nun meine Frage:
Sollte ich bei der Geburt und infolge dessen beim Standesamt, sowie auch beim Jugendamt, Vater unbekannt angeben,(der finanzielle Part ist geklärt) welchen Weg müssten wir dann in ca. ein zwei Jahren gehen, um nach seiner Scheidung die Vaterschaftsanerkennung durchzusetzen. Uns ist lediglich bekannt, dass wir dann einen gerichtlichen Weg einschlagen müssen. Mit welchen Kosten ist hierbei zu rechnen?
Zum einen wenn die Sache ohne Vaterschaftstest abgewickelt, wird zum anderen mit Vaterschaftstest?
Des weiteren die Frage sollte dem Vater des Kindes bis zu seiner Scheidung etwas zustossen wie kann dann ein erbrechtlicher Anspruch für das Kind durchgesetzt werden?
Ist von dieser Vorgehensweise abzuraten?
Ich hatte mich bereits beim Jugendamt über den normalen Ablauf erkundigt, wie geheim wir seine Vaterschaft halten können, wenn ich ihn als Vater direkt bei der Geburt angebe.
Man sagte mir dass es grundsätzlich möglich sei, dass ich ihn weder im Krankenhaus noch auf dem Standesamt angebe sondern erst beim Jugendamt, auch dass jeglicher anfallender Schriftverkehr diesbezüglich an seine Geschäftsadresse erfolgt. Dieser Weg erschien mir zunächst Wasserdicht.
Jedoch kam ich dann darauf dass bei behördlichen Angaben seinerseits (Lohnsteuerkarte etc.) immer stehen würde, dass er nicht nur ein eheliches sondern auch ein uneheliches Kind hat. Dies liesse sich doch auch bei einer Scheidung nicht verheimlichen oder?

Besten Dank im Voraus

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne beantworte ich ihre Anfrage wie folgt :

Ich würde Ihnen von einer solchen Vorgehensweise abraten, will aber Eingangs erst auf ihre Fragen eingehen :

- Sie müssen für eine Vaterschaftsanerkennung nicht unbedingt einen gerichtlichen Weg gehen. Soweit der Kindesvater bereit ist freiwillig die Vaterschaft anzuerkennen, kann er dies auch ohne Gericht tun. Erforderlich ist gemäß §§ 1594 ff BGB nur je eine öffentlich beurkundete Anerkennungserklärung des Kindsvaters und die Zustimmung der Mutter. Diese Erklärungen können ohne außergewöhnlichen Kostenaufwand beispielsweise auch beim Jugendamt öffentlich beurkundet vorgenommen werden. Mit Abgabe dieser Erklärungen ist der Kindsvater dann auch rechtlich der Vater des Kindes.

- Die Kosten eines Vaterschaftstest können Sie nur direkt von entsprechenden Labor erfragen. Diese geben Ihnen aber bestimmt eine unverbindliche Kostenauskunft, wobei Sie diesbezüglich auch über das Internet problemlos ein entsprechende Angebot finden können.

- Solange der Kindsvater nicht im rechtlichen Sinne Vater des Kindes ist, hat das Kind keinen gesicherten Erbanspruch. Ert mit der von ihnen geplanten Vaterschaftsanerkennung erhält das Kind einen gesicherten Erbanspruch.

- Abschließend rate ich Ihnen von einer solchen Vorgehensweise ab, da es gerade für das Kind besser ist, in von vornherein in geregelten Verhältnissen zu Leben.
Denn erst mit der Vaterschaftsanerkennung haben Sie sowohl die dem Kind zustehenden Unterhaltsansprüche, als auch die angefragten Erbansprüche gesichert.

Ebenso ist zu beachten, dass im Rahmen der anstehenden Scheidung mit Sicherheit eine Regelung bezüglich des weiteren ehelichen Kindes des Kindsvaters notwendig wird. Um bei dieser Unterhaltsberechnung auch die Interessen des nichtehelichen Kindes zu sichern, sollte am besten schon zum Scheidungszeitpunkt
eine gesicherte Position des nichtehelichen Kindes bestehen.

Ich empfehle Ihnen daher den Kindsvater zur Abgabe einer Vaterschaftsanerkennung zu bewegen, um die Interessen des nichtehelichen Kindes wahren zu können und die Vaterschaft überhaupt nicht zu verheimlichen.


Ich hoffe Ihnen geholfen haben zu können und stehe Ihnen über die Nachfragefunktion,per Mail oder telefonisch bei Rückfragen zur Verfügung.
Bitte haben Sie dafür Verständnis das im Rahmen dieser Erstberatungsplattform nur eine erste Einschätzung ihrer Anfrage möglich ist und insbesondere das Hinzukommen bisher nicht genannter Umstände zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann.


Sollten Sie an einer Beauftragung interessiert sein, kann ich Ihnen anbieten das Beratungshonorar dieser Plattform auf eine weitergehende Beauftragung anzurechnen.



Mit freundlichen Grüßen


Holger Hafer
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 25.09.2008 | 16:04

Vielen Dank für Ihre umgehende Einschätzung der Sachlage.
Gehe ich Recht in der Annahme, dass wenn ich Ihn von Anfang an als Vater angebe, er diese vorhandene nichteheliche Vaterschaft bei einer Scheidung unmöglich verheimlichen könnte?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.09.2008 | 17:23

Soweit Sie die Vaterschaft beim Jugendamt angeben, wird der Kindesvater dann auch zur Anerkennung der Vaterschaft aufgefordert, was wiederum dazu führt, dass der Kindsvater im Rahmen des Scheidungsprozesses allein schon aufgrund der Wahrheitspflicht zu wahrheitsgemäßen Angaben verpflichtet ist und schon daher eine bestehende Vaterschaft im Scheidungsprozess angeben müsste.

MfG

Hafer(Rechtsanwalt)

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