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Unterhaltsanspruch nach Scheidung bei erheblichen Einkommensunterschieden

22.02.2011 12:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Wir haben vor 20 Jahren zusammen eine Kanzlei aufgebaut. Ich arbeite seitdem voll mit Teilzeitgehalt. Kanzleiinhaber und Titel= Ehemann. Jetzt lassen wir uns nach über 25 Jahren Ehe scheiden(keine minderjährigen Kinder). Im Rahmen der Scheidung bekommt Ehemann die Kanzlei und ich das Wohnhaus (gleichwertig). Habe ich den Anspruch auf nachehelichen Unterhalt, wenn Exmann aus Kanzlei 100.000 Euro erzielt und ich 25.000- 30.000 Euro verdiene, wenn ich einen Job finde...eventuell arbeite ich dort weiter..
Erlischt durch die Vermögensteilung (Kanzlei an ihn) der Anspruch auf Ausgleich bei extrem unterschiedlichem Einkommen?
Welchen Anspruch habe ich und wie mache ich ihn geltend?

Sehr geehrte Ratsuchende,


die Vermögensauseinandersetzung ist neben möglichen Unterhaltsansprüchen gesondert zu betrachten, es sei denn, Sie haben im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung Vereinbarungen auch zum nachehelichen Unterhalt geschlossen.


Ist keine Vereinbarung vorhanden, steht Ihnen nach der Scheidung ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt zu.

Die Höhe des Unterhaltsanspruches bestimmt sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen, § 1578 BGB. Diese sind individuell zu ermitteln. Dabei werden mögliche Belastungen, aber auch Zinseinkünfte neben den jeweiligen Einkommen zu berücksichtigen sein.

Um Ihren Unterhaltsanspruch berechnen zu können, muss Ihr Mann zunächst aufgefordert werden, Auskunft über sein Einkommen und weiterer möglichen Einkünfte, z.B. Zinsen etc. zu erteilen; erst mit dieser erteilten Auskunft kann der grundsätzlich bestehende Anspruch dann in der Höhe berechnet werden.


Ob Ihnen hingegen der Unterhaltsanspruch auf Dauer nach der Scheidung zustehen wird, kann nach der derzeitigen Sachverhaltsdarstellung noch nicht beurteilt werden, da nach § 1578b BGB ein Unterhaltsanspruch zeitlich begrenzt oder herabgesetzt werden kann. Dieses hängt aber auch wieder von den ehelichen Lebensverhältnissen ab, unter Berücksichtigung der individuellen Billigkeitsprüfung.

Dabei wird eine Rolle spielen, ob Ihnen durch die Ehe Nachteile im Hinblick auf die Möglichkeit, für Ihren eigenen Unterhalt zu sorgen, eingetretenen sind. Bei der Billigkeitsprüfung wird auch die Ehedauer mit einzubeziehen sein.


Zunächst steht Ihnen aber ein Unterhaltsanspruch zu. Ihr Mann wird sicherlich versuchen, bereits frühzeitig, wie oben ausgeführt, eine Befristung oder eine stufenweise Herabsetzung zu erreichen.


Gibt es hingegen eine Vereinbarung auch bezüglich des Unterhaltes, sollte diese unbedingt auch zu der Frage der Wirksamkeit geprüft werden, da solche Vereinbarungen nicht selten nichtig sind.


Sie sollten daher unbedingt frühzeitig einen Anwalt beauftragen, da Sie ohne anwaltliche Vertretung hier nicht agieren sollten.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 28.02.2011 | 11:33

Guten Tag Herr Bohle,

leider gehen Sie ueberhaupt nicht auf meine Frage ein.

Fakt ist, dass mein Noch-Ehemann dann ca 100.000 Euro Einkommen aus einer Kanzlei erzielt, die wir gemeinsam aufgebaut haben. Ich kann max 30000 Euro als Angestellte Einkommen erzielen, wenn ich ueberhaupt noch einen Job finde.

Meine Frage ist noch immer: ist dieser Unterschied (auf Dauer) aufgrund der Tatsache auszugleichen, dass wir das Buero gemeinsam aufgebaut haben oder erlischt mein Anspruch wegen der geplanten Vermoegensteilung (er Buero und ich Wohnhaus). Wir haben bisher noch keinen Verrtrag geschlossen. Da ich nicht Titelinhaber bin, kann ich die Kanzlei nicht uebernehmen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.02.2011 | 12:22

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Schilderung mit der Überschrift zielt auf die Unterhaltsansprüche.

Sie haben keinen zusätzlichen Ausgleich der bestehenden Differenz der beiden Einkommen.

Sie haben aber, wie schon beantwortet, einen Unterhaltsanspruch. Dieser Unterhaltsanspruch richtet sich nicht nur nach den Einkommensverhältnissen.

Die HÖHE des Anspruches ist in Ihrem Fall individuell festzustellen, da es sich um eine erhebliche Einkommensdifferenz handelt. In solchen Fällen wird ganz genau festgestellt, welcher Bedarf sich auf Grund der ehelichen Lebensverhältnisse ergibt.

Ihr Anspruch auf Unterhalt entfällt nicht durch die Vermögensteilung ( Kanzlei/Haus ). Er besteht darüberhinaus; nur er ist gesondert zu berechnen und besteht NICHT einfach in dem Ausgleich der bestehenden Differenz beider Einkommen. Im Rahmen einer genauen Prüfung ist Ihr Anspruch genau zu berechnen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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