Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unfall mit geliehenem Auto über zwei Ecken - wer muss zahlen?

| 19.08.2009 19:02 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Hallo zusammen,

Angenommen....

Es gibt Person A (Herr Verleiher), Person B (Herr Mittelsmann) und Person C (Herr Unfallbauer). Alle drei Personen stehen in einem Freundschaftsverhältnis zueinander.
Herr Verleiher überlässt Herrn Mittelsmann ein von ihm momentan nicht gebrauchtes Fahrzeug (Sportlich, vergleichbar viel PS) über eine längere Dauer. Herr Mittelsmann und Herr Unfallbauer sitzen an einem Abend ohne Herrn Verleiher zusammen, als die Freundin von Herrn Unfallbauer anruft und fragt ob er sie abholen könnte. Herr Unfallbauer fragt Herrn Mittelsmann, ob er mit dem Fahrzeug von Herrn Verleiher fahren dürfe. Herr Mittelsmann geht nun davon aus, dass Herr Verleiher damit einverstanden wäre, da er Herrn Unfallbauer in der Vergangenheit auch des öfteren mit dem Fahrzeug hat fahren lassen - Herr Mittelsmann hat auch schon öfter telefonisch / per SMS bei ähnlichen Situationen nachgefragt ob es für Herrn Verleiher in Ordnung sei, wenn Herr Unfallbauer mit dem Fahrzeug führe. Dieser antwortete immer "es sei kein Problem".
Jetzt baut Herr Unfallbauer auf dem Weg zu seiner Freundin einen Unfall - gerade Brücke, Fahrbahn leicht nass, beim Überholen eines anderen Fahrzeugs - zulässige Geschwindigkeit: 50 km/h. Situationsbedingt kann man sagen, Herr Unfallbauer hat mit dem (heckbetriebenen) Fahrzeug eindeutig zu viel Gas beim Überholen gegeben, sodass die Hinterräder durchgedreht und seitlich weggerutscht sind und er frontal gegen die Leitplanke gefahren ist (hat Herr Unfallbauer auch so bestätigt).

Schäden am Fahrzeug ca. 9000 € inkl. Wertverlust.

Herr Unfallbauer ist Zivildienstleistener, wohnt noch bei seinen (recht wohlhabenden) Eltern und ist auf Ihre Unterstüzung angewiesen. Diese sagen nun, es wäre grob fahrlässig von Herrn Verleiher so "jungen" Leuten ein so PS-starkes Fahrzeug zur Verfügung zu stellen und weigern sich den Schaden zu bezahlen. Dazu sei gesagt, dass Herr Unfallbauer zu diesem Zeitpunkt über 4 Jahre im Besitz des Führerscheins ist und das Fahrzeug wie oben schon beschrieben des öfteren schon gefahren ist und so auch mit den fahrzeugbedingten Besonderheiten vertraut ist.

Nun wendet sich Herr Verleiher an Herrn Mittelsmann, der ihm den Schaden ersetzten soll, da er das Fahrzeug nicht an Herrn Unfallbauer hätte weitergeben dürfen.

Welchen Anspruch hat Herr Verleiher nun an die einzelnen Parteien und wie sieht es mit der Einrede der groben Fahrlässigkeit seitens der Eltern des Herrn Unfallbauers aus.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen darf ich anhand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Der " Einwand grober Fahrlässigkeit" der Eltern ist sicherlich unbegründet. Der Unfallversursacher hat schon selbst einzuschätzen, ob er das Fahrzeug, welches ihm ja bekannt war, beherrschen kann oder nicht. Hinzukommt, dass es sich nicht um einen Fahranfänger handelte.

Die Haftung des Unfallverursachers für die entstandenen Schäden steht danach völlig ausser Zweifel. Die fremde Schäden wird die Haftpflichtversicherung eintreten. Für die Fahrzeugschäden wird der Unfallverursacher aufkommen muessen. Sofern die Kaskoversicherung des Halters zahlt, kann dieser zumindest den Rückstufungsschaden und eine Selbstbeteiligung gegenüber dem Verursacher geltend machen.

Die Haftung des Verusachers ist auch vorrangig. Daneben sehe ich auch keine Haftung des Mittelsmannes aufgrund der vorangegangenen Praxis des Weiterverleihens. Dabei gehe ich mangels anderer Angaben davon aus, dass weder Alkohol noch Drogen im Spiel waren.

Die Haftung gegenüber dem Halter trifft danach dem Unfallverursacher.

Ich hoffe, Ihre Fragen damit beantwortet zu haben.



Nachfrage vom Fragesteller 19.08.2009 | 19:44

Sehr geehrter Herr Anwalt,

muss der Unfallverursacher nur bei eigener groben Fahrlässigkeit für den Schaden haften, oder müsste er auch bei einem normalen Fahrverhalten für den Schaden aufkommen. Ist das beschriebene Verhalten Ihrer Meinung nach grob fahrlässig (Nasse Fahrbahn, zu hohe Geschwindigkeit, Beschleunigungsverhalten)?

Vielen Dank nochmals im Voraus!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.08.2009 | 19:55

Die Haftung des Verursachers greift sowohl bei einfacher wie bei grober Fahrlässigkeit. Erforderlich ist nur Verschulden überhaupt. Augrund Ihrer Schilderung ist ein Verschulden ohne weiteres gegeben.

Die Unterscheidung zwischen grobe und einfacher Fahrlässigkeit ist auch für die Versicherung nicht von Bedeutung, da die Eintrittspflicht auch bei gr. Fahrlässigkeit gilt.

Bewertung des Fragestellers 20.08.2009 | 00:59

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 20.08.2009 3,4/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69256 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Saeger hat meinen Fragen ausführlich beantwortet und ich bin äußerst zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke,es war ausführlich und verständlich. Mit freundlichen Grüssen go522832-32. Meine,besser geht es nicht!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die fundierte Beantwortung der Frage. Spätestens nach unsere Nachfrage konnten wir den Sachverhalt gut einschätzen. ...
FRAGESTELLER