Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unfall im Kindergarten - Schmerzensgeld /Schadensersatzanspruch ?

| 03.10.2009 15:31 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Mein Kind (20 Mon.) befand sich mit seiner Kinderkrippengruppe vor der Ausgangstür des Kindergartens. Dies ist eine einfache leicht zuöffnende Holztür, jedoch ohne jeglichen Finger- bzw.Klemmschutz!!!
Beim Schließen der Tür durch eine Erzieherin griff mein Kind zwischen Tür und Rahmen, wo sich zwei Stahlkeile befanden (diese fassen beim Schließen ineinander) und ihr Daumen geriet zwischen diese Keile.

Folge waren ein gebrochenes Nagelbett, OP noch am selben Tag (Entfernung des Nagels und Transplantation eines Kunstnagels) und 3 Tage KH-Aufenthalt. Die Behandlung durch den D-Arzt ist noch nicht abgeschlossen. Wir fahren immer noch zum Verbandswechsel, etc...

Meine Frage:

1.) Kann ich den Träger der KiTa, bzw. inwieweit kann ich ihn für die Schmerzen und die mir entstandenen Kosten (Verdienstausfall, Fahrtkosten, Heilbehandlungen) zur Rechenschaft ziehen?

2.) Ist eine Schmerzensgeldforderung möglich unter Einbeziehung der fehlenden Kindersicherung zwischen Tür und Rahmen in Kindeshöhe?

3.) Sollte ich direkt an die Erzieherin wegen Verletzung ihrer Sogfaltspflicht herantreten?

4.) Wie muß ich weiter vorgehen? Unfall ist bei meiner Versicherung schon gemeldet.


Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Sofern ein Versicherungsfall gegeben ist, der durch die Unfallversicherung des Kindergartens reguliert wird, ist eine Geltendmachung von Schmerzensgeldansprüchen gegen den Träger des Kindergartens nach § 104 Abs. 1 Satz 1 SGB VII ausgeschlossen, weil weder eine vorsätzliche Herbeiführung des Schadens erkennbar ist, noch ein Wegeunfall vorliegen dürfte.

Ihr Kind dürfte gesetzlich unfallversichert sein, das es als Kind gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 8 Buchst. a SGB VII eine nach § 45 Abs. 1 Satz 1 SGB VIII erlaubnispflichtige Tageseinrichtung besuchte.

Es wäre demzufolge von Ihnen weiter darzulegen, ob der Unfall während des Weges nach Hausse geschah, oder ob sich Ihr Kind vor der Ausgangstür während der Betreuungszeiten befand.

§ 104 Abs. 1 SGB VII ist auch auf Unfälle im Kindergarten anwendbar (BGH Urteil vom 04.06.2009 – Az. III ZR 229/07).

Vorrangig sollten die Ansprüche gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung geltend gemacht werden, da diese verschuldensunabhängig den Schaden reguliert.

Der Verlust des Schmerzensgeldanspruchs werde dadurch aufgewogen, dass die gesetzliche Unfallversicherung den materiellen Nachteil verschuldensunabhängig ersetze.

Eine Inanspruchnahme der Kindergartenerzieherin scheidet aus.

Ich empfehle Ihnen, die von Ihnen genannten Ansprüche insgesamt gegenüber der Unfallversicherung des Kindergartens geltend zu machen. Die Kindertageseinrichtung sollte in diesem Zusammenhang Ihnen die Unfallversicherung benennen, so dass Sie sich mit dieser in Verbindung setzen können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.

Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen, sofern Sie der Nutzung dieser Möglichkeiten aufgeschlossen gegenüberstehen.

Eine weiterführende Vertretung zieht allerdings weitere Kosten nach sich. Im Fall einer Beauftragung würde ich den hier gezahlten Einsatz auf meine nachfolgenden Gebühren vollständig anrechnen.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.11.2009 | 11:48

Sehr geehrter Herr Liebmann,

also kann ich kein Schmerzensgeld verlangen, sondern nur den mir entstandenen Schaden (Rechnung, Fahrtkosten, Parkgebühren vom Krankenhaus) bei der Unfallversicherung des Trägers beanspruchen?

Als Nachtrag sei ergänzt, das mein Kind sich während der Betreungszeit im Haus aufhielt und den Finger in der Tür hatte, als diese geschlossen wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.11.2009 | 12:21

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Ein Schmerzensgeld können Sie nicht beanspruchen.

Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung ergeben sich aus § 22 SGB I, deren konkreteren Voraussetzungen im 7. SGB geregelt sind.

Danach können in Anspruch genommen werden:

Heilbehandlung, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und andere Leistungen zur Erhaltung, Besserung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit sowie zur Erleichterung der Verletzungsfolgen einschließlich wirtschaftlicher Hilfen und u.a. Renten wegen Minderung der Erwerbsfähigkeit,soweit der Unfall Folgen auf die spätere Erwerbsfähigkeit Ihres Kindes Auswirkungen haben sollte.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Für zukünftige Fragen und Vertretungen stehe ich Ihnen jederzeit gerne wieder zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.10.2009 | 13:31

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 10.10.2009 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70761 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Auf den Punkt kommend deutlich erklärt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
bin zufrieden ...
FRAGESTELLER