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Schmerzensgeld Unfall vor 28 Jahren

25.02.2008 22:37 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer


Hallo,
meine Frau hatte vor 28 Jahren als Mädchen einen schweren Unfall. Sie wurde auf einem Pferd im Ort von einem LKW angefahren,weil das Pferd auf die Straße scheute. Das geliehende Pferd war versichert.Die Firma des Unfall-LKWs ist jetzt leider insolvent. Meine Frau leidet noch heute unter großen Narben und Schmerzen und hat leider bis heute keine Ansprüche gestellt. Nur Behandlungskosten wurden von der (Pferde)Versicherung übernommen. Nach Tabelle müsste sich ca. 40.000 bis 60.000 € Anspruch ergeben. Arztberichte (auch Unfallbericht), Handelsregisterauszug der Firma, Versicherungsnehmer des Pferdes sind vorhanden
Meine Fragen:
1)Kann jetzt noch Schmerzensgeld nach 28 Jahren beansprucht werden?
2)Ich habe ein Rechtsschutz, kann diese genutzt werden (wir sind 10 Jahre verheiratet?
3)Wenn die Rechtsschutz nicht anwendbar ist, gibt es andere Möglichkeiten, Interesse diesen Fall aufzunehmen z.B. auf Provisionsbasis?

Sehr geehrter Ratsuchender,


nach den von Ihnen übermittelten Informationen sehe ich in diesem Fall kaum Chancen, die an sich wohl bestehenden Ansprüche auf Schmerzensgeld erfolgreich durchzusetzen, jedenfalls nicht in voller Höhe.

Die beiden Anspruchsgegner (die LKW-Firma und der Tierhalter) werden die Einrede der Verjährung erheben. Zwar galt zur Zeit des Unfalls noch eine Verjährungsfrist von 30 Jahren, seit der Reform der Verjährungsvorschriften mit Wirkung zum 01.01.2002 sind jedoch auch ältere Ansprüche übergangsweise der neuen, dreijährigen Verjährungsfrist des § 195 BGB unterworfen und sind gemäß Art. 229 § 6 Abs. 4 Satz 1 EGBGB spätestens zum 31.12.2004 verjährt.

Dies bedeutet, dass die Spätfolgen des Unfalls dann nur noch rückwirkend für den Zeitraum geltend gemacht werden können, in dem ein weiterer (Dauer-)Schaden eingetreten und noch nicht verjährt ist, derzeit also rückwirkend zum 01.01.2005, vgl. § § 199 Abs. 1 BGB.

Eine Hemmung der Verjährung (§§ 203 ff BGB) für den davor liegenden Zeitraum sehe ich anhand der vorliegenden Konstellation nicht, da Ihre Frau bzw. deren Eltern ja nie Schmerzensgeldansprüche geltend gemacht haben.

Ihr Rechtsschutzversicherung wird nicht eintreten müssen, da auch die Spätfolgen eines Unfalls, der zeitlich vor dem Abschluss der Versicherung liegt, im aller Regel nicht vom Versicherungsschutz umfasst sind.


Leider kann ich Ihnen keine für Sie bzw. für Ihre Frau günstigere Auskunft geben, hoffe aber, Ihnen die Rechtslage in groben Zügen verständlich gemacht zu haben. Bei Unklarheiten können Sie gerne von der Rückfragemöglichkeit Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.02.2008 | 06:51

Die schrieben, das wahrscheinlich die Forderung nicht in voller Höhe durchgesetzt werden kann. Ich verstehe das so, das durchaus eine Klage sinnvoll sein kann. Wie sollte man vorgehen? Ich würde jetzt einen Brief mit Dokumenten über den Sachverhalt verfassen und den beiden Parteien (Pferd und LKW Versicherung) zukommen lassen und deren Antwort abwarten. Sollte das schon per Anwalt verfasst werden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.02.2008 | 16:48

Sehr geehrter Ratsuchender,

in der Tat können Sie so vorgehen, dass Sie zunächst die Forderung selbst begründen und beziffern, und die Gegenparteien schriftlich (am Besten per Einschreiben/Rückschein) zur Zahlung innerhalb einer angemessenen Frist (hier nicht unter zwei Wochen) auffordern. Wenn die Frist versäumt wird, können Sie immer noch einen Anwalt einschalten und dessen Kosten zusätzlich als Verzugsschaden geltend machen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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